Der neue Erwachsene im Niedernhaller Jugendhaus
Roland Schneider ist der neue Jugendbegleiter auf der Giebelheide. Immer donnerstags und freitags wird es jetzt ein Programm geben.

Wird das Jugendhaus auf der Giebelheide wieder ein Anlaufpunkt für junge Menschen? 2015 gelang es mit dem neuen Jugendbegleiter Matthias Bartsch, Leben in die Bude zu bringen. Doch seit rund einem Jahr arbeitet Bartsch nicht mehr für die Stadt, sondern hat sich zum Teil selbständig gemacht. Nun ist ein Nachfolger gefunden: Roland Schneider aus Creglingen hat jahrelange Erfahrung in der Sozialarbeit. Und wenn mal was kaputt geht, kann der gelernte Handwerker selbst zum Hammer greifen.
Der Praktiker im Jugendhaus
"Ich komme von der praktischen Seite", stellt sich der 49-Jährige beim Infoabend der in überschaubarer Zahl erschienenen Jugend vor. "Ich will die Jugendlichen selbst aktiv werden lassen", schildert er sein Programm. "Wir leben in einer Angebotswelt, wo man schnell zu vielem sagt: Das ist langweilig. Die Jugendlichen dürfen hier auch ruhigere Nachmittage verbringen, einfach mal verweilen."
Schneider will an die gute Entwicklung anknüpfen, die unter Bartsch begonnen hat. Im Sommer 2015 war das Jugendhaus verwaist. Bartsch war es daraufhin gelungen, wieder über 20 Heranwachsende zwischen zehn und 18 Jahren anzulocken. Seit er weg ist, geht es irgendwie weiter - aber ohne feste Zeiten, ohne festes Programm. Ein Freundeskreis aus ehemaligen Jugendlichen verwahrte den Schlüssel. Ältere, vertrauenswürdige Jugendliche konnten ihn ausleihen. Das reicht nicht, findet Alfons Rüdenauer, Hauptamtsleiter bei der Stadt: "Wir brauchen wieder eine feste Kraft, damit die Eltern wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind."
Teamarbeit mit Jugendlichen
Ab 22. Februar wird Schneider an zwei Tagen pro Woche, donnerstags und freitags, von 17 bis 20 Uhr da sein. Das entspricht einer 20-Prozent-Stelle. Die restlichen 80 Prozent absolviert Schneider bei der Sankt-Josefs-Pflege in Mulfingen. Wie bisher gilt aber auch: Wenn ein älterer Jugendlicher den Schlüssel holt, kann er das Haus auch an einem anderen Wochentag aufschließen. Das garantieren Daniel Grubmüller und seine Mitstreiter. Der Mittzwanziger war einmal selbst Jugendhaus-Besucher und ist nun Kassier im Förderverein Jugend Giebelheide. "Es sollte halt nicht eskalieren", warnt Grubmüller.
Denn das Schlüsselholen war lange Zeit nicht möglich: "Wegen ein paar unzuverlässiger Leute hat das nicht mehr geklappt", erzählt Philipp Carle (16). Carle führt eine Whatsapp-Gruppe, über die sich die 16 verbliebenen Jugendhaus-Besucher terminlich austauschen.
Tischtennisplatte in Sicht
Zusammen mit Yasmin Poturak (16) und Georgios Gounaris (15) freut er sich darauf, dass es wieder Programm gibt. Zwar gibt es eine Anlage und einen Beamer für Musik und Filme, einen Fußballplatz, Tischkicker und Tischspiele, einen Getränkekühlschrank und eine Grillstelle. Bald soll noch eine wetterfeste Tischtennisplatte dazukommen. Aber Aktionen, die einer vorangehenden Planung bedurften, blieben aus. "Wir wollen, dass es wieder so wird wie früher", wünscht sich Carle. Mit Dartturnieren, Grillabenden und Pizza-Baguette zum Abendessen. Schneider ist vorbereitet. "Pizza backen und grillen kann ich", beteuert er. Damit ist das wichtigste Kriterium des kritischen Nachwuchses erfüllt.


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