Verein bringt Waldkindergarten in Unterheimbach an den Start
Im Wald bei Unterheimbach hat jetzt der erste Bretzfelder Waldkindergarten seinen Betrieb aufgenommen. Die Einrichtung ist auf die Initiative von Eltern hin entstanden. Durch die Aufnahme in den Bedarfsplan der Gemeinde, bekommt der Verein finanzielle Unterstützung.

Die Sonne lacht nach tagelangem Regen. Ein perfekter Start für den ersten Bretzfelder Waldkindergarten, der am Mittwoch seinen Betrieb aufgenommen hat. Am Waldrand von Unterheimbach toben nun neun Kinder unter der Aufsicht ihrer drei Erzieher. In einigen Wochen schon wird die Gruppe mit 20 Plätzen voll gefüllt sein. Die Anmeldungen dafür liegen schon vor. Die Kinder kommen aus der gesamten Großgemeinde, erklärt Bürgermeister Martin Piott. Er freut sich sehr, dass der Waldkindergarten, der auf die Initiative von Eltern hin entstanden ist, nun das Angebot der Gemeinde bereichert. Betrieben wird der Waldkindergarten mit verlängerter Öffnungszeit von 7.30 bis 13 30 Uhr.
Verein gegründet, Personal eingestellt
Eine, die an diesem Morgen mit am meisten strahlt, ist ohne Zweifel Stefanie Paspa. Die Unterheimbacherin hat die letzten Wochen und Monate unermüdlich daran gearbeitet, dass die Idee Gestalt angenommen hat. Sie hat das Projekt der Verwaltung und dem Gemeinderat vorgestellt. Beide Seiten signalisierten Unterstützung. So wurde der Verein gegründet, der sich dann um das geeignete Grundstück, das Personal und die Schutzhütte (und vor allem um die dafür nötigen Genehmigungen) kümmerte. Durch die Aufnahme in den Bedarfsplan der Gemeinde, erklärt Piott, bekommt der Verein wie beispielsweise auch die kirchlichen Träger die finanzielle Unterstützung, die schon einen Teil der Personalkosten trägt. Zusätzlich gab es Spenden.
Ideale Arbeitsplätze

Für das Personal aber ist der Verein zuständig. Ausgewählt wurde Julian Weber (31). Sein Lebenslauf klingt nach der Idealbesetzung für einen Waldkindergarten. Nach seinem Forstwirtschaftsstudium hat er noch eine Ausbildung zum Erzieher gemacht. "Das hier ist der perfekte Platz für mich", schwärmt er. "Das erfüllt mich mit Freude", fügt der Mann hinzu, der durchaus weiß, wie kalt ein Winter im Wald sein kann. Einen Teil seiner Ausbildung hat er im Waldkindergarten Neckarsulm gemacht. Auch Anna-Magdalene Sartern (37) weiß genau, was auf sie zukommt. Sie ist seit 2004 Erzieherin und hat schon in Waldkindergärten gearbeitet und den Bauernhofkindergarten bei Langenbeuttingen mit aufgebaut. Die Pfedelbacherin zieht die Natur geschlossenen Räumen vor. Deshalb fand sie es schön, dass auch die Bewerbungsgespräche im Wald stattgefunden haben.
Eltern bereiten Areal vor
Martin Mulfinger (61) ist Sozialpädagoge und Yoga-Lehrer. Der Weinsberger hat viel Erfahrung mit sozialpädagogischen Maßnahmen, mit Kinderzirkus und mehr und freut sich nun auch auf die Zeit in Unterheimbach: "Für einen Naturpädagogen ist das die schönste Arbeitsstelle", lobt er die Wiese, die in der Morgensonne liegt. Umgeben von einer Benjeshecke ist hier Platz für den zwölf auf drei Meter großen Schutzwagen mit Heizung und Küche. Es gibt zwei Toiletten. Die Wiese wird durch einen Bach vom angrenzenden Wald getrennt. Das Waldstück hat die Gemeinde von einem privaten Eigentümer gepachtet. Dort sind nun Kletterbäume, eine Waldkegelbahn, es gibt eine Balancierstrecke, ein Waldsofa und einen Weidentunnel. Und vor allem Matsch. Das muss man wissen, sagt Mutter Sarah Bauer. Zwei Paar Matschhosen, geeignete Kleidung, dann stehe dem Naturvergnügen nichts im Weg, gibt sie einem Vater mit auf den Weg. Im Wald zu sein, das findet sie "einfach schön". Denn: "Es ist doch herrlich, die Jahreszeiten mitzuerleben", sagt sie. "Das Schönste, was man als Kind haben kann, ist doch, einfach draußen sein zu können."



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