Nach Vorfällen im Öhringer Freibad: Betriebsleiter fordert Security

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Belästigungen, Schlägereien, Drogen: Undiszipliniertheiten im Öhringer Freibad nehmen immer mehr zu. Die Polizei muss zum Teil mehrmals am Tag anrücken. Das Personal sieht sich am Limit. Herrschen hier Berliner Zustände?

Im Bad Friedrichshaller Solefreibad patrouilliert an besucherstarken Tagen ein Sicherheitsdienst. Der Öhringer Bäderchef wünscht sich das auch.
Im Bad Friedrichshaller Solefreibad patrouilliert an besucherstarken Tagen ein Sicherheitsdienst. Der Öhringer Bäderchef wünscht sich das auch.  Foto: Seidel, Ralf

Im H2Ö soll im kommenden Jahr ein Sicherheitsdienst patrouillieren - das ist der erklärte Wille von Bäderbetriebsleiter Christian Hanselmann und seinem Personal. Derzeit dokumentiere das Personal negative Vorkommnisse in dieser Badesaison, die er in einer Präsentation im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im Oktober präsentieren will.

Der Sicherheitsdienst soll sowohl im Bad nach dem Rechten sehen als auch Einlasskontrollen vornehmen. Infrage kommen könnte dafür ein Heilbronner Unternehmen, das bereits im Auftrag der Stadt nachts Objektschutz betreibt. Entscheiden müsse darüber aber letztlich der Gemeinderat.


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Vorfälle im Öhringer Freibad: Die Liste an Vergehen ist lang

Hanselmann hält fest: Undiszipliniertheiten im Freibad "haben unabhängig von der Aktion", bei der Jugendliche im August zehn Tage lang freien Eintritt hatten, "stark zugenommen". Die Liste scheint lang: Alkohol, Drogen, Schlägereien, sexuelle Belästigungen. Anweisungen des Bäderpersonals werde nicht mehr Folge geleistet. Einmal sei eine Aufsicht angespuckt worden. "Der Respekt vor dem Aufsichtspersonal schwindet. Aber das ist wie überall auch", hält Hanselmann fest: Die Störenfriede "lassen sich nichts mehr sagen und nicht ihre Personalien aufnehmen" - trotz einer Schulung fürs Personal, wie man mit solchen Situationen umgeht.

Die Konsequenz ist jedoch gravierend: Immer öfter müsse die Polizei anrücken - zuletzt fünf Tage in Folge, zum Teil mehrmals am Tag. Das Personal schaffe es nicht mehr alleine, "diese Dinge abzuwickeln" und gleichzeitig auch den Badebetrieb zu beaufsichtigen. Zwar sei man stets bedacht, das Personal aufzustocken, doch ein leergefegter Arbeitsmarkt gebe das schlicht nicht her. Sein Fazit: "Wir brauchen den Sicherheitsdienst unbedingt. Das ist augenscheinlich der beste Lösungsansatz."

Die Entwicklung hat bereits vor der Corona-Zeit begonnen

"Diese Entwicklung haben wir schon länger beobachtet", sagt Hanselmann - auch schon vor Corona. "Das Öhringer Freibad ist nicht mehr das Familienbad wie vor fünf, sechs, sieben Jahren", blickt der Betriebsleiter mit etwas Wehmut in der Stimme zurück.

Immerhin: Eskalationen wie in Berlin, wo Massenschlägereien zwischenzeitlich den Badebetrieb gänzlich zum Erliegen gebracht hatten, habe es in Öhringen noch nicht gegeben. Auch Schwerverletzte oder sonst in einer Form massiv Geschädigte seien unter Badegästen noch nicht zu beklagen gewesen. Trotzdem resümiert Hanselmann: "Diese Entwicklung ist ein bisschen auch in den ländlichen Raum eingedrungen."

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