Der Hohenloher Extrem-Kletterer Michael Wohlleben und seine Ziele für 2024
Der aus Hohenlohe stammende Alpinist Michael Wohlleben nutzt die ruhigen Tage, um die Ziele für 2024 zu fixieren. Zuletzt war der Kletterer Teil der EOFT-Filmreihe. Für das kommende Jahr ist eine Erstbegehung geplant.

Die Zeit zwischen den Jahren nutzen viele Menschen, um Pläne zu schmieden. Wie es beruflich im neuen Jahr weitergehen soll, was privat ansteht. Urlaube werden gebucht, Verträge unter die Lupe genommen. Kurzum: Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken.
Zu den Menschen, die das ganz intensiv tun, gehört Michael Wohlleben. Der aus Gaisbach stammende Alpinist, der zwischenzeitlich mit Frau und Kind in Appenzell in der Schweiz lebt, braucht konkrete Projekte für die Sponsoren. Im Dezember war er bei der European Outdoor Film Tour mit einer Wintertriologie zu sehen. 45 Stunden am Berg für drei Grate. Für das neue Jahr hat er mit seinem Kletterpartner Lukas Hinterberger schon wieder Ideen im Kopf.
Diese Projekte liegen für Alpinist Michael Wohlleben für 2024 auf der Hand
Ganz konkret benennt Michael Wohlleben (33) nicht, was das Duo vorhat. Nur soviel: "Eine Erstbesteigung wäre ganz spannend." Einen möglichen Berg haben die beiden Alpinisten dabei schon vor Augen. Was sie verraten: "Er ist nicht am Ende der Welt." Doch wie werden aus Ideen Projekte, die sich vermarkten lassen? "Jeder von uns hat so seine Liste, was er gerne noch tun würde", erklärt Michael Wohlleben, wie man sich das Pläneschmieden zweier Alpinisten vorstellen muss. "Das eine oder andere Projekt liegt quasi auf der Hand."
Konkretisiert werden die Projekte oft nach gemeinsamen Touren, "wenn wir dann bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen". 2024, stellt Michael Wohlleben in Aussicht, werde ein eher ruhigeres Jahr. "Weil da eh schon viele Sachen laufen", erklärt er. Sicher gehe der Blick immer wieder zu den ganz hohen Bergen, den 7000ern und 8000ern. "Aber ich hatte erst den Finger gebrochen, deshalb waren wir aktuell mehr Bergsteigen. Ich muss erst wieder in Kletterform kommen", verrät Michael Wohlleben.
Klettern vor der Haustüre: Warum Michael Wohlleben die heimische Bergwelt schätzt

Auch, dass er nach seiner Bergführerausbildung nun noch Physiotherapie studiert. Deshalb, und auch, um Frau und Kind nicht zu lange allein zu lassen, liege der Fokus aktuell eher auf den Alpen statt dem Himalaya. "Wir finden es nicht so schwierig, neue Projekte zu finden", sagt Michael Wohlleben. Sie hätten ein "Näsle" für Dinge, mit denen sich Geschichten erzählen lassen.
Immer spektakulärer, immer höher, immer ausgefallener: Klar sei es einfach zu sagen, man gehe nach Patagonien. "Da sind die schönsten Berge, da kriegst mega Material", sagt Michael Wohlleben. Vor dem Hintergrund des Klimawandels findet er aber, das müsse nicht sein. "Indem wir hier quasi vor der Haustüre unsere Ideen finden, setzen wir auch ein Zeichen, dass man nicht immer erst um die halbe Welt reisen muss, um ein Abenteuer zu erleben." Einen weiteren Vorteil habe die heimische Bergwelt: "Wir können das Projekt dann machen, wenn das Wetter es auch zulässt."


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