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Hohenlohe/Heilbronn

Künzelsauer Kletterer Michael Wohlleben ist Teil der EOFT-Filmreihe

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45 Stunden, drei Grate und eine Eiseskälte: Michael Wohlleben und Lukas Hinterberger sorgen für 18 spannende Minuten.

"Triple Edge" heißt der Film, der am Montagabend als spannender Teil der EOFT in Heilbronn gezeigt wurde: Was so schwierig an der Trilogie im Winter war, das erklärt Michael Wohlleben Moderatorin Lisa und dem Publikum.
Foto: Yvonne Tscherwitschke
"Triple Edge" heißt der Film, der am Montagabend als spannender Teil der EOFT in Heilbronn gezeigt wurde: Was so schwierig an der Trilogie im Winter war, das erklärt Michael Wohlleben Moderatorin Lisa und dem Publikum. Foto: Yvonne Tscherwitschke  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Am Nachmittag schaut er schnell in der Heilbronner Kletterarena vorbei, um mit einem früheren Kletterfreund einige Routen zu absolvieren. Am Abend dann steht Michael Wohlleben in der Heilbronner Harmonie auf der Bühne und wird von dort aus in viele bekannte Gesichter blicken.

Der 33-Jährige und aus Künzelsau stammende Kletterer ist dieses Jahr mit seinem Bergpartner Lukas Hinterberger Teil der EOFT-Filmreihe. Und weil besagte "European Outdoor Film Tour" am Montagabend quasi in seiner Heimat Station macht, stattet er dem Aufführungsort Heilbronn einen Besuch ab - und ist bei der Ziehung der Preise die Glücksfee für fünf Gewinner.


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"Triple Edge" in Heilbronn: Neue Abenteuer

Im Publikum: Lauter Menschen, die sich begeistern für sämtliche Outdoor-Aktivitäten und sich schon seit einem Jahr auf neue Abenteuer freuen. Und die mitfiebern und mitleiden, wenn die beiden Kletterer mitten in der Nacht mit Stirnlampen zum ersten Gipfel losgehen; die nur erahnen können, wie es sich anfühlt, wenn die Finger fast am Pickel festfrieren; die sich wundern, wie man neue Energie ziehen kann aus einer Nacht fast ohne Schlaf, bibbernd im Biwak.

Und die den Atem anhalten, wenn Lukas Hinterberger durch mit Schnee gefüllte Bergschluchten stapft, die Instabilität der Oberfläche selbst Laien sichtbar macht, ehe er sich umdreht - und Michael Wohlleben sich mit Schneeschuhen auf den Weg macht. Jeder Schritt ein Risiko. "Ich wollte das jetzt einfach, hatte nicht so ein schlechtes Gefühl dabei", erklärt er später dem Publikum.

Unglaubliche Energie

Sechs Filme zeigt die EOFT: Es geht ums Klettern, Biken, Snowboarden, Paragliden - und es fährt eine Gruppe junger Menschen auf dem Landweg mit alten Motorrädern von Halle nach New York. "Es ist eine unglaubliche Energie in den Räumen", beschreibt Wohlleben die EOFT. Er war zuvor schon bei Aufführungen in München, Berlin, Zürich, Thurn, Nürnberg, Herzogenaurach und St. Gallen. "Heilbronn ist für mich ein bisschen wie ein Heimspiel. Hier war ich als Kind selber schon auf der EOFT", berichtet er.

"Es ist schon cool geworden", erklärt Michael Wohlleben. Dabei sei der Film mit "kleinem Drehbesteck" entstanden, wie er sagt. Nur ein Kameramann mit Zoom und Drohne sei dabei gewesen. Den Rest hätten Lukas und er mit Helmkamera und Handy selbst gefilmt. "Dann kam das ganze Filmmaterial in einen großen Topf." Herausgekommen ist ein spannender Beitrag mit 18 Minuten Dauer - nicht nur am Berg entstanden, sondern auch angefüllt mit Interviews und Erklärungen.

Urner Alpen

45 Stunden lang waren er und Lukas Hinterberger für das Projekt im Februar an dem verschneiten, knapp 3000 Meter, hohen Schweizer Berg Salbitschijen unterwegs gewesen. Jener liegt in den Urner Alpen, also quasi direkt vor der Haustüre der beiden Alpinisten.

Mit Hinterberger war Wohlleben freilich auch zuvor schon oft in den Bergen unterwegs, manchmal unterstütze sie auch noch ein dritter Bergfreund, erklärt Wohlleben, der mittlerweile seit acht Jahren mit Frau und Kind in der Schweiz lebt.

Im Sommer ein Klassiker, im Winter nicht ungefährlich

Im Sommer sei die Trilogie - die Drei-Grate-Tour - ein Klassiker. Im Winter aber sei sie in der Form noch nicht begangen worden, ordnet er das Projekt ein. Denn mit schwerem Rucksack, Schlafsack, teils mit Steigeisen, sei es im Wortsinne schwere Kletterei bei Temperaturen zwischen minus zehn und plus fünf Grad.

"Wir hatten sicherheitshalber Biwak für zwei Nächte dabei", berichtet Michael Wohlleben von den Vorbereitungen. Und lässt keinen Zweifel: Das nächste Projekt haben die beiden längst im Hinterkopf. Wenn nicht sogar schon auf Papier.

 

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