Zu wenig Lkw-Stellplätze an der A6 in Hohenlohe: Neue Technik soll Parkdruck lindern
Entlang der A6 durch Hohenlohe gibt es mindestens 270 Lkw-Parkplätze zu wenig. Laster versperren Zu- und Abfahrten oder Standstreifen und weichen auf Gewerbegebiete aus. Was die Autobahn GmbH dagegen unternimmt.
Auf der A6 durch Hohenlohe gibt es immer noch zu wenig Lkw-Parkplätze. Die Folge: Vorhandene Stellflächen sind heillos verstopft und Zu- und Abfahrten zuweilen versperrt. Standstreifen werden zweckentfremdet und Gewerbegebiete entlang der Autobahn zugeparkt und zugemüllt.
A6 in Hohenlohe: Mindestens 270 Lkw-Parkplätze fehlen
Der Schwerlastverkehr ist in den vergangenen 25 Jahren weiter gestiegen, doch nur 200 Parkplätze kamen neu dazu. 740 sind es aktuell zwischen dem Weinsberger Kreuz und der Landesgrenze: 285 auf normalen, 215 auf bewirtschafteten Rastanlagen, des Weiteren 240 auf Autohöfen. Wie viele Lkw-Stellplätze fehlen offiziell entlang der 65-Kilometer-Strecke? Die letzten Daten wurden 2023 erhoben. Demnach gibt es dort 270 Parkplätze zu wenig, erklärt die Autobahn GmbH des Bundes.
260 neue Parkplätze im Zuge des A6-Ausbaus in Hohenlohe geplant
Die A6 soll auf sechs Spuren ausgebaut werden. 260 neue Lkw-Parkplätze sollen im Zuge dieser Erweiterung dazukommen. Das wird aber nicht ausreichen. Deshalb prüft die Autobahn GmbH die Schaffung zusätzlicher Stellplätze. „Dabei kommen insbesondere telematische Parkverfahren in Betracht, und es werden auch die bewirtschafteten Anlagen Hohenlohe Nord und Süd einbezogen“, so die Autobahn GmbH. Lkw-Stellplätze seien derzeit auf dieser Strecke weder geschlossen noch würden aktuell welche modernisiert oder ausgebaut.

Fehlende Toiletten und Mülleimer: Lkw-Fahrer hinterlassen unschöne Dinge an der A6
Beim verkehrspolitischen Dialog mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am 18. Februar in Gaisbach monierte der Kupferzeller Gemeinderat Peter Lemke, dass immer mehr Lasterfahrer das Gewerbegebiet Hohenlohe direkt an der A6 ansteuern, ihre Lkw dort abstellen und nächtigen und immer wieder unschöne Dinge hinterlassen, weil es weder Toiletten noch Waschräume und Mülleimer gebe. „Der Parkdruck ist bekannt und wird uns auch von den Gemeinden gespiegelt“, schreibt die Autobahn GmbH.
Hohenloher Rastanlagen in den Nachtstunden völlig ausgelastet
Viele Lasterfahrer, die dringend Pause machen müssen, weichen nicht nur auf autobahnnahe Gewerbegebiete aus, sondern steuern selbst dann offizielle Autobahn-Parkplätze an, wenn diese hoffnungslos überlastet sind. Dies führt immer wieder zu unfallträchtigen Situationen, etwa wenn Laster die Ein- und Ausfahrtspuren verstopfen oder Standstreifen zuparken. Was tut die Autobahn GmbH dagegen? „Die Problematik ist bundesweit bekannt. Entlang der A6 im Abschnitt Hohenlohe sind die offiziellen Rastanlagen regelmäßig in den Nachtstunden zwischen 20 Uhr und 6 Uhr vollständig ausgelastet, und es kann in verkehrsintensiven Zeiten – insbesondere Montag bis Donnerstag – zu Überbelegungen kommen.“
Die Autobahn GmbH stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei, den Landkreisen und Städten entlang der A6 sowie den Gewerbegebieten, die besonders vom Ausweichverkehr betroffen seien. „Dabei geht es sowohl um kurzfristige Entlastungen als auch um langfristige infrastrukturelle Lösungen. In Abstimmung mit der Polizei werden Bereiche, in denen ordnungswidrig abgestellte Lkw sicherheitsrelevant sind, besonders überwacht. Die Verkehrssicherheit hat oberste Priorität.“
Neue Warnanlage soll Unfallgefahr an Rastanlagen bannen
Um die Unfallgefahr an Rastanlagen zu verringern, habe die Autobahn GmbH an der Tank- und Rastanlage Denkendorf (A8) eine neu entwickelte Warnanlage getestet. „Damit werden falsch parkende Fahrzeuge im Einfahrtsbereich der Rastanlage mittels Laser erfasst und Verkehrsteilnehmende auf der A8 automatisch gewarnt. Dazu wurde 300 Meter vor Beginn der Ausfahrtsspur eine digitale Anzeigentafel installiert. Die Testphase dauerte von 2024 bis 2025. Das System hat sich bewährt, und die Anlage ist aus dem Pilotprojekt in einen regulären Betrieb übergegangen. Es ist geplant, weitere Rastanlagen mit diesem System auszustatten, zum Beispiel Wunnenstein auf der A81 in beiden Fahrtrichtungen.“
Bundesverkehrsminister Schnieder bestätigte bei dem Termin in Gaisbach, dass es in ganz Deutschland zu wenige Lkw-Parkplätze gebe und seit Jahren zu wenig geschaffen würden. Es sei geplant, die Zahl pro Jahr um 350 zu erhöhen und dies in das neue Infrastruktur-Zukunftsgesetz zu schreiben – samt der Priorisierung im Sinne eines überragenden öffentlichen Interesses. Schnieder sagte auch, dass bis 2030 an 50 Rastplätzen eine neue Telematik-Technik installiert werde, die das Parkplatz-Management digitalisiere.
Neue Telematik-Technik: Was steckt dahinter?
Was steckt genau dahinter? Die Autobahn GmbH präzisiert: „Beim telematischen Parken können die vorhandenen und geplanten Parkplatzflächen besser ausgenutzt werden, da mehrere Lkw, die zur gleichen Zeit wieder abfahren, hintereinander in einer Parkreihe aufgestellt werden. Gesteuert wird dies entweder über ein Terminal mit Schranke, an dem Lkw-Fahrer ihre geplante Abfahrzeit angeben und vom System eine bestimmte Parkreihe zugewiesen bekommen. Oder digitale Anzeigetafeln über den Parkreihen zeigen die möglichen Abfahrzeiten an, so dass sich Lkw-Fahrer die passende Parkreihe selbst aussuchen können. Für die Rastanlagen Hohenlohe Nord und Süd sind die Planungen für ein derartiges System vor kurzem gestartet.“
Belegungsdaten immer auf dem aktuellen Stand
Schließlich kündigte Schnieder an, die Mautdaten und Belegungsdaten von Raststätten in der Datenbank des Bundesverkehrsministeriums zur Verfügung zu stellen, damit alle sehen könnten, wo Parkplätze frei seien oder nicht. Gilt das auch für alle Park- und Rastplätze entlang der A6? „Neben Rastanlagen, die mit einer örtlichen Erfassung ausgestattet sind, werden im Probebetrieb seit Dezember 2025 Belegungsinformationen aller 1.850 Rastanlagen auf Basis der Lkw-Mauten direkt in die Mobilithek des Bundes gesendet und stehen dort Unternehmen zur Verfügung – somit auch für alle Rastanlagen an der A6“, antwortet die Autobahn GmbH. „Anbieter von Lkw-Navigationsanwendungen und Service-Providern können so auf die Daten zugreifen und in ihre eigenen digitalen Anwendungen einfließen lassen. Das wird künftig zu einer noch effizienteren Nutzung des vorhandenen Parkraums und zur Reduzierung des Lkw-Parksuchverkehrs beitragen.“
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