Wer ist in welchem Maße vom Ausbau der A6 durch Hohenlohe betroffen? Welche Flächen werden benötigt, wo verläuft die neue Trasse? Um all diese Fragen der Grundstückseigentümer zu beantworten, gibt es die Seite www.autobahn.de/A6-Erweiterung. 3-D-Ansichten folgen bis Mitte 2026, die Darstellung der Betroffenheiten bis Anfang 2027.
A6-Ausbau: Genügend Flächen für Abschnitt zwischen Bretzfeld und Neuenstein
Beim A6-Ausbau in Hohenlohe erzielen Autobahn GmbH, Bauernverband und Flurneuordnungsamt eine Einigung. Wird das Modell zur Blaupause für weitere Abschnitte?
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Nach diesem Prinzip arbeitet die Autobahn GmbH, um die Flächen für den sechsspurigen Ausbau der A6 durch Hohenlohe zu planen und zu erwerben. Das betrifft vor allem die Landwirtschaft entlang der neuen Trasse zwischen dem Weinsberger Kreuz und der Grenze zu Bayern.
A6-Ausbau: Autobahn GmbH will mit mildesten Mitteln zum Ziel kommen
Viele Bauern wehrten sich lange Zeit gegen diese Form der Landnahme, deren schärfstes Schwert die Enteignung wäre. Doch die Autobahn GmbH ist guter Dinge, mit den mildesten Mitteln zum Ziel zu kommen. Am Donnerstag (26. März) informierte die für den gesamten Planungsprozess zuständige Bundesbehörde in Öhringen über eine Einigung mit dem hiesigen Bauernverband und dem Flurneuordnungsamt Hohenlohekreis für den am weitesten fortgeschrittenen Bauabschnitt zwei zwischen Bretzfeld und Neuenstein, der zu einer Art Blaupause für die anderen fünf Teilabschnitte werden soll.
A6-Ausbau in Hohenlohe: Betroffene Landwirte bekommen Tauschflächen
Quintessenz: Die Hohenloher Landwirte ziehen jetzt auch bei der Flurbereinigung voll mit, die eingeleitet wird, wenn der Baustart absehbar ist. Dann werden die Flächen in den vom Ausbau betroffenen Bereichen neu geordnet und zugeschnitten, damit die Autobahn GmbH das Projekt umsetzen kann. Das heißt: Landwirte, die dadurch Flächen verlieren und diese nicht von sich aus verkaufen wollen, bekommen adäquate Tauschflächen. Dafür wurden seit 2019 kontinuierlich Flächen gekauft: im Rahmen des sogenannten „vorgezogenen Grunderwerbs“.

Landwirtschaftliche Flächen: Verkaufspreise für alle betroffenen Kommunen identisch
Bis 2021 war das Regierungspräsidium Stuttgart dafür zuständig, dann übernahm die Autobahn GmbH. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Landwirte ihre Flächen schon in diesem frühen Stadium freiwillig verkaufen. Sowohl für den Flächentausch im Rahmen des späteren Flurbereinigungsverfahren als auch für den direkten Verkauf gelten identische Preise, die „Findungskommissionen“ der drei betroffen Landkreise Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Heilbronn bereits für die gesamte Ausbaustrecke festgelegt haben: also für alle 16 betroffenen Städte und Gemeinden von Weinsberg bis Satteldorf. Diese reichen von 8,00 Euro pro Quadratmeter (Öhringen) über 7,80 Euro (neun Kommunen, unter anderem alle fünf weiteren im Hohenlohekreis) bis 7,00 Euro (Kirchberg) und 6,00 Euro (Crailsheim, Satteldorf).
Zweiter A6-Bauabschnitt: „Wir konnten bisher annähernd ausreichend Flächen erwerben“
Für den zweiten Bauabschnitt zwischen Bretzfeld und Neuenstein gilt: „Wir konnten bisher annähernd ausreichend Flächen erwerben“, sagt Jakob Ruopp, Projektleiter „Erweiterung A6-Ost“ der Autobahn GmbH, Niederlassung Südwest. Sprich: Dem Ausbau auf diesem etwas mehr als zehn Kilometer langen Abschnitt steht zumindest flächenmäßig nichts mehr im Wege. „Insgesamt haben wir 90 Hektar für die Bauabschnitte zwei, drei und vier gewinnen können. Für den zweiten Abschnitt benötigten wir 45 Hektar.“ Abschnitt drei ist Neuenstein bis Kupferzell. Abschnitt vier Kupferzell bis Ilshofen/Wolpertshausen.
Ende 2026 werden die Planungen an die Genehmigungsbehörde übergeben
Das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Abschnitt wurde zuletzt unterbrochen, weil die Pläne wegen der neuen Verkehrsprognose des Bundes für 2040 überarbeitet werden mussten. „Wir haben dieses Paket jetzt noch einmal ganz neu geschnürt“, sagt Ruopp. Und es bleibt dabei: „Ende 2026 werden wir wieder in das Verfahren einsteigen und die aktualisieren Planungen an das Regierungspräsidium Stuttgart übergeben.“ Erst wenn von dort grünes Licht kommt, ist das Genehmigungsverfahren beendet und Baurecht vorhanden. Wann dies sein wird, kann keiner sagen.
„Mitte 2028 werden wir die überarbeiteten Planungen für den dritten Abschnitt einreichen“, so Ruopp. Letzter Stand war, dass dies Ende 2027 der Fall ist.
Wie es mit den vier anderen Abschnitten weitergeht, bleibt unklar
Weder zu einem möglichen Baustart auf dem zweiten Abschnitt noch zum konkreten zeitlichen Ablauf der Planungen für die Abschnitte vier bis sechs im Landkreis Hall sowie eins im Landkreis Heilbronn will sich die Autobahn GmbH äußern. Schritt für Schritt soll es vorangehen und das positive Beispiel vom zweiten Abschnitt beim Grunderwerb auf die anderen abfärben.

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