Kontroverse um Sexualpädagogik in Künzelsau: jetzt äußert sich Bürgermeister Neumann
An der Debatte ums sexualpädagogische Konzept an einem Künzelsauer Kindergarten beteiligen sich viele, die die Einrichtung nicht kennen. Jetzt meldet sich Bürgermeister Stefan Neumann zu Wort – und stellt manches klar.
Rund um den Kindergarten im Künzelsauer Stadtteil Taläcker wird es nur langsam etwas ruhiger. Seit einer Woche beschäftigt das neue sexualpädagogische Konzept Eltern, Erzieher und auch die Stadtverwaltung, die sich rechtfertigen müssen. Einige missverständliche Begriffe und ein Beitrag in sozialen Netzwerken hatten die Welle losgetreten. Nun meldet sich Bürgermeister Stefan Neumann in einem zunächst exklusiven Statement für unsere Redaktion zu Wort.
Sexualpädagogisches Konzept in Künzelsau – Bürgermeister stellt klar: keine Masturbationsräume
„In den letzten Tagen wurde in den Sozialen Medien über das sexualpräventive Konzept der Kindergärten Taläcker I und II kritisch berichtet. Die Inhalte sind aus dem Kontext gerissen und enthalten falsche Vorwürfe“, heißt es darin. Er stellt klar: Es gebe keine Masturbationsräume in den städtischenKindertageseinrichtungen in Künzelsau, ebenso nicht in anderen städtischen Einrichtungen, fügt er noch hinzu.
Einige Diskussionen und Kommentare zum Konzept waren in sozialen Netzwerken so verletzend, dass sie vermutlich von Gruppenadministratoren gelöscht wurden. Auch irreführende Auszüge sind gelöscht und letztlich dann doch wieder geteilt worden. Neumann meint: Durch ständiges Teilen der Posts würden jene auch nicht richtig. Er bemängelt auch reißerische Überschriften im Netz.
Nochmals betont er, dass Kindertagesstätten ein Kinderschutzkonzept benötigen. Das sexualpädagogische Konzept sei ein Teil. Denn das Thema werfe im Alltag viele Fragen auf – auch für die Fachkräfte und wie sie sich verhalten sollen. Die Konzepte seien mit den Elternbeiräten besprochen und inzwischen sogar auf mehreren Elternabenden präsentiert.
Sexualpädagogisches Konzept hilft Kindergarten-Mitarbeitern im Kita-Alltag
Das Sprechen über Sexualität sei häufig mit Unsicherheiten verbunden, führt Neumann weiter aus. Fragen wie: Wie erkenne ich sexuelle Grenzverletzungen und Übergriffe von Kindern und/oder Erwachsenen? Wie interveniere und reagiere ich im Rahmen des Schutzauftrages? Diese Fragen werden abschließend in den Kinderschutzkonzepten beantwortet und sollen für einen verständnisvollen Umgang und ein somit vertrauensvolles Gesprächsklima sorgen. Dies soll die Chance erhöhen, dass sich Kinder bei Übergriffen – soweit dies möglich ist – zu äußern.
Kindergarten in Künzelsau seit Jahren ohne Gebühren
Künzelsau setzt seit Jahren besonderes Augenmerk auf die Kindergartenarbeit. Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Schule ist der Kindergarten gebührenfrei. Damit war Künzelsau Vorreiter in Baden-Württemberg. Im November 2018 wurde dies vom Gemeinderat für die 17 städtischen Einrichtungen beschlossen.
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