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Diskussionen um sexualpräventives Konzept in Künzelsauer Kita eskalieren weiter 

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In Künzelsau wird ein sexualpräventives Konzept im Kindergarten noch immer diskutiert: Beleidigungen und Drohungen bestimmen viele Meinungsäußerungen.

Ein neuer Ansatz zur Aufklärung in einem Kindergarten in Künzelsau erhitzt die Gemüter. Eltern und Erzieher sind schockiert über Beiträge in den sozialen Medien.
Ein neuer Ansatz zur Aufklärung in einem Kindergarten in Künzelsau erhitzt die Gemüter. Eltern und Erzieher sind schockiert über Beiträge in den sozialen Medien.  Foto: Julian Stratenschulte

Die Wogen schlagen noch immer hoch, wenn es um das sexualpräventive Konzept des Kindergartens Taläcker geht. Anfang der Woche hatte ein Post mit einem willkürlichen Auszug aus dem Konzept in den sozialen Netzwerken für Aufruhr gesorgt. Stadt und Kindergarten bemühen sich seither um Aufklärung. Einige Begrifflichkeiten hatten für Verwirrung gesorgt.

Aufklärungskonzept in Künzelsau: Verdrehte Tatsachen und verletzende Beiträge

Dabei ist ein solches Konzept an sich weder eine Neuheit noch ungewöhnlich. Doch im Netz werden dazu weiter Parolen und Halbwahrheiten verbreitet. Kinder werden als Versuchsobjekte betitelt, dabei sollen sie doch geschützt werden, so in etwa werden Tatsachen verdreht. Auch Pädagogen melden sich zu Wort und versuchen den Sachverhalt zu erklären.

Unzählige Kommentare waren so verletzend und beleidigend formuliert worden, dass sie mutmaßlich von den Gruppen-Admins gelöscht wurden. Auch das hat nicht zur Deeskalation beigetragen. Vielmehr wird den Verantwortlichen in Kommentaren nun Ignoranz und Feigheit vorgeworfen.

Reaktionen zu Aufklärungskonzept zeigen: Viele haben sich nicht informiert

Immer wieder wird in den Kommentaren auch zum genaueren Lesen aufgefordert: „Da steht nichts von dem drin, was hier im Netz behauptet wird“, fasst ein Nutzer, der sich näher über das Konzept informiert hat, zusammen.

„Keiner hat sich jemals damit beschäftigt, warum Kinder nicht über Missbrauch sprechen“, schreibt eine weitere Nutzerin und macht damit deutlich, wie wichtig Aufklärung ist. „Aufklärung bieten und Selbstvertrauen schaffen und selbst Grenzen setzten, dafür steht dieses Konzept“, versuchen Menschen die Inhalte zu vermitteln.

Aufklärung im Kindergarten: In Neuenstein hat man seit Jahren ein solches Konzept

Gegner des Konzepts stellen sich aber noch immer vor, dass Kinder aktiv aufgeklärt werden sollen und assoziieren damit ein Angebot, ähnlich einem Bastelnachmittag. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Handlungsleitfaden für die Mitarbeitenden in den Kitas. Sie erhalten Hilfestellung, wie sie kindgerecht auf Fragen antworten sollen, die zwangsläufig im Kindergartenalter aufkommen. So ist es in vielen Fachzeitschriften erklärt und auch eine Kindergartenleiterin aus Neuenstein fasst das so zusammen. In Neuenstein hat man ebenfalls seit Jahren ein solches Konzept.

Aufklärungsarbeit gehört inzwischen zu den Vorsorgemaßnahmen und ist sogar Teil eines Kinderschutzkonzepts in Kitas, das verpflichtend ist. Kinder bestärken, Nein zu sagen, so lautet die Zielsetzung nicht nur in Künzelsau. Aufgeklärte und gestärkte Kinder können sich auch bei Übergriffen zur Wehr setzen oder überhaupt Erwachsenen erklären, was passiert ist.

Bundesweit gibt es zahlreiche Einrichtungen, die so regeln, wie man sich bei Fragen rund um Körper und Aufklärung zu verhalten haben.

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