Bundesgesundheitsministerin lobt beim Künzelsauer Neujahrsempfang den geplanten Gesundheitscampus
Warken: Gesundheitscampus Medikün ist „mutig, innovativ, vernetzt und konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“. Thema Gesundheit zieht sich als roter Faden durch den Abend.

An einem roten Faden fehlt es dem Neujahrsempfang der Stadt Künzelsau wahrlich nicht: „Gesund in die Zukunft – Künzelsau geht voran“ lautet das aktuelle Jahresmotto, wie Bürgermeister Stefan Neumann den mehr als 350 Gästen in seiner Begrüßung erklärt. Der Empfang bildet seinerseits den offiziellen Startschuss in dieses gesunde neue Jahr. Dabei können die Besucher sich auf den verschiedenen Ebenen des Rathauses beispielsweise über Achtsamkeit im Alltag informieren, mit einer Brille virtuell Gesundheitsübungen testen oder herausfinden, wie ein Defibrillator funktioniert. Bei diesem Programm ist es nur konsequent, dass die Gastrednerin des Abends Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist.
Warken lobt Künzelsauer Gesundheitscampus als „herausragendes Beispiel“
Die Taubertälerin marschiert dabei verbal einmal quer durch den Dschungel an Themen und Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen. Dabei betont sie etwa dass die Versorgungsstrukturen an die demografische Entwicklung im Land angepasst werden müssten: „In der älter werdenden Gesellschaft ist es zwingend notwendig, unsere Versorgungsstrukturen neu auszurichten und auf diese Bedürfnisse einzustellen.“

Der geplante Gesundheitscampus Medikün in Künzelsau auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal sei ein „herausragendes Beispiel dafür, wie man Dinge angehen kann und muss – mutig, innovativ, vernetzt und konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, lobt die Ministerin. Die Bündelung von Kompetenzen, kürzere Wege und eine ganzheitliche Versorgung würden zur besseren Versorgung älterer Menschen und chronisch Erkrankter beitragen, ist Nina Warken überzeugt.
„Der Wohnort darf nicht darüber entscheiden, wie schnell und wie gut Menschen tatsächlich medizinisch versorgt werden.“
Nina Warken
Die Ministerin betont in diesem Zusammenhang auch, dass „gute Qualität“ nicht nur medizinische Exzellenz bedeute, sondern auch „Verlässlichkeit, Orientierung und Nähe“. Nähe auch mit Blick auf geografische Nähe: „Der Wohnort darf nicht darüber entscheiden, wie schnell und wie gut Menschen tatsächlich medizinisch versorgt werden“, sagt Warken.
Nina Warken betont in ihrer Rede in Künzelsau, das Gesundheitssystem sei „ineffizient und teuer“
Allerdings seien dennoch grundlegende Veränderungen in der Kliniklandschaft nötig. „Es ist weder sinnvoll noch dauerhaft finanzierbar, wenn jedes dritte Krankenhaus leer steht.“ Eine Reform müsse die Versorgung verbessern und dennoch regionalen Besonderheiten Rechnung tragen. Dabei seien die übergeordneten Ziele der Reform nach wie vor „mehr Spezialisierung“ und „mehr Kooperation“, aber man wolle eine Reform, die umsetzbar sei und Akzeptanz finde. Wie genau das erreicht werden soll, führt Nina Warken nicht aus. Sie verweist allerdings auf die Notwendigkeit, ein „finanzierbares Gesundheitssystem“ zu schaffen, da das jetzige System „ineffizient und teuer ist“.

Helfen sollen dabei Dinge wie eine gezieltere Patientensteuerung, bei der etwa die Hausarztpraxis – wieder – zur zentralen Anlaufstelle für Patienten wird, die dann bei Bedarf zu Fachärzten weitergeleitet werden. In dem Zusammenhang blickt Warken auch auf den Apotheken-Reform-Entwurf, den das Kabinett bereits beschlossen hat: Die Apotheken sollen demnach stärker in die Gesundheitsversorgung eingebunden werden und mehr Kompetenzen erhalten, etwa im Bereich Impfungen und Blutdruckkontrollen. „In Ausnahmefällen sollen Apotheker auch verschreibungspflichtige Medikamente abgeben können.“
Letztlich fasst Nina Warken mit einem Zitat von Konrad Adenauer zusammen: „Wir können nicht zaubern, aber wir können arbeiten.“ Künzelsau mit seinem Gesundheitscampus Medikün sei dafür ein gutes Beispiel.
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