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Behauptungen um neue Bäckerei-Filiale in Niedernhall sorgen für Ärger

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Eine ehemalige Niedernhaller Apothekerin wendet sich per Aushang an die Bevölkerung, um der Gerüchteküche Paroli zu bieten. Das sagen Stadt und Bäckerei-Betreiber dazu.


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Zwei große Plakate hängen im Schaufenster der ehemaligen Morstein-Apotheke in der Niedernhaller Hauptstraße. In Großbuchstaben ist zu lesen: „Klare Fakten gegen Gerüchte“, zwei Ausrufezeichen säumen das Statement, ein Megaphon ist in der unteren Ecke des Plakats zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Apothekerin Sabine Lechler und ihr Mann Philipp Wagner richten sich mit einer Botschaft an die Niedernhaller Bevölkerung. Thema ist die Ansiedlung einer Bäckerei-Filiale der Hohenloher Bauerngenossenschaft (LBV) in Niedernhall. In dem Zusammenhang sehe sich das Ehepaar „immer wieder mit Gerüchten konfrontiert.“

Fast nahtlos gelang der Übergang von der Bäckerei Gockner zur LBV-Filiale in Niedernhall

Hintergrund ist: Seit dem 1. Dezember hat die Bäckerei Gockner in Niedernhall geschlossen (wir berichteten). Bäcker Klaus Gockner hatte das Geschäft mit Café in der Hauptstraße insgesamt 28 Jahre lang betrieben und sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Dass in Gockners Räume keine Bäckerei mehr einziehen würde, war da bereits klar. Denn: „Die Vermieter wollen keinen Backbetrieb mehr in dem Gebäude“, hatte Klaus Gockner gegenüber unserer Redaktion kurz vor der Schließung erklärt. Dennoch ist es gelungen, fast nahtlos, eine neue Bäckerei in die Altstadt zu holen: Bereits am 12. Dezember öffnete die LBV aus Schrozberg ein Bäckerei-Café ein Stück weiter oben in der Hauptstraße 61, in den Räumen der früheren Metzgerei.

In den ehemaligen Räumen der Metzgerei ist nur das Bäckerei-Café der Hohenloher Bauerngenossenschaft.
Fotos: Tamara Ludwig
In den ehemaligen Räumen der Metzgerei ist nur das Bäckerei-Café der Hohenloher Bauerngenossenschaft. Fotos: Tamara Ludwig  Foto: Ludwig, Tamara

Planungen in ehemaliger Niedernhaller Apotheke waren schon weit fortgeschritten

Doch der Standort war offenbar nicht die erste Wahl der Hohenloher Bauerngenossenschaft. Das geht aus dem Aushang von Lechler und Wagner hervor. Stattdessen hatte es wohl Pläne gegeben, gegenüber in die ehemaligen Räumen der Morstein-Apotheke einzuziehen, die seit 2023 geschlossen ist. „Das Vorhaben war, was die Planung angeht, sehr weit fortgeschritten, die Verträge waren von unserer Seite alle unterschrieben“, berichten Lechler und Wagner auf ihrem Plakat. „Dann kam es seitens der LBV zu einer erneuten Marktanalyse, die alle Pläne zunichte machte“, ist zu lesen. Den Gerüchten zufolge, gegen die sich das Ehepaar wehrt, seien die Pläne hingegen an zu hohen Mietforderungen gescheitert. Das wollen Lechler und Wagner so nicht stehen lassen: „Für das Projekt hätten sowohl die LBV als auch wir in einen Umbau investiert. Der daraus entstandene Mietvertrag wurde uns von der LBV vorgelegt, wir haben ihn so akzeptiert und nie verhandelt.“

Darüber, dass „das Projekt von heute auf morgen stillgelegt und auf der anderen Straßenseite nun mit Fördermitteln der Stadt doch realisiert“ wurde, sei man sehr enttäuscht. Eine Veröffentlichung des Statements im Bekanntmachungsblatt habe die Stadt Niedernhall abgelehnt, begründen die beiden, weshalb sie mit diesem Aushang an die Öffentlichkeit getreten sind. Und was sagt die Stadtverwaltung dazu?

Mit zwei großen Plakaten im Schaufenster der leeren Geschäftsräume wendet sich die frühere Inhaberin der Morstein-Apotheke an die Öffentlichkeit.
Mit zwei großen Plakaten im Schaufenster der leeren Geschäftsräume wendet sich die frühere Inhaberin der Morstein-Apotheke an die Öffentlichkeit.  Foto: Ludwig, Tamara

Was sagen Stadt Niedernhall und die Hohenloher Bauerngenossenschaft zu den Gerüchten?

Bürgermeister Achim Beck schreibt auf HZ-Nachfrage: „Wir sind sehr froh, dass es uns allen gelungen ist, eine Bäckerei-Filiale in der Hauptstraße anzusiedeln. Dazu haben wir als Stadt Niedernhall gerne einen Zuschuss von 80.000 Euro für die Sanierung der Räumlichkeiten gewährt und das Projekt somit unterstützt. Die Ausgangslage an dem jetzigen Standort waren dafür ideal. Alle Akteure, also Betreiber, Eigentümer und Stadtverwaltung hatten die gleichen sachlichen und finanziellen Vorstellungen.“ Auf die Kritik im Statement von Sabine Lechler und Philipp Wagner geht er jedoch nicht ein.

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Die LBV bestätigt auf Nachfrage der Redaktion Lechlers und Wagners Erklärung, wie es zur Wahl des Standorts gekommen ist:  „Wir freuen uns sehr, in Niedernhall erneut eine Bäckereifiliale mit integriertem Café betreiben zu dürfen“, sagt Geschäftsführer Gerd Kastler. „Im Rahmen unserer Expansion haben wir mehrere potenzielle Standorte in Niedernhall einer Prüfung unterzogen.“

Die Entscheidung für die Filiale in der Hauptstraße 61 basiere auf einer umfassenden Standortanalyse mit Entwicklungspotential. „Grundlage hierzu ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Objekts anhand von Umsatzprognosen, Kostenstruktur und Synergieeffekten mit unserem bestehenden Filialnetz im Kochertal.“

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