Niedernhaller Bäcker Gockner hört nach 45 Jahren auf – Kette LBV öffnet in Altstadt
|
2 Min
Anhören
00:00 / 00:00
Erfolgreich kopiert!
Nach fast 45 Jahren geht Bäcker Klaus Gockner in den Ruhestand. Seine traditionsreiche Bäckerei bleibt ohne Nachfolger. Derweil wird unweit seines Geschäfts in der Niedernhaller Altstadt ein Laden für eine Bäckereifiliale ausgebaut.
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
Der Großteil der Einrichtung der Bäckerei Gockner in der Niedernhaller Altstadt ist schon verkauft. „Der Flohmarkt lief gut“, sagt Klaus Gockner: Mitte November hatte er seinen Kunden Deko und Utensilien angeboten. „Die meisten Geräte aus der Backstube haben wir anderweitig verkauft“, sagt er. Nach dem kommenden Samstag kann er das alles nicht mehr brauchen – denn dann werden zum letzten Mal Backwaren über die Theke gereicht.
„Ich habe fast 45 Jahre als Bäcker geschafft“, sagt Gockner am Mittwochmorgen um 8 Uhr, als er Feierabend macht. Nun schließt er seine Bäckerei in Niedernhall (Hohenlohekreis) und geht in den Ruhestand.
Kein Nachfolger für Niedernhaller Bäckerei Gockner: „Vermieter wollen keinen Backbetrieb mehr“
Vor 28 Jahren hatte er das Geschäft übernommen, nachdem der vorige Pächter erkrankt war. Jetzt ist Gockner 60 Jahre alt, „alt genug um aufzuhören“, bekundet er. Für den Laden hätte er sogar einen Nachfolger gehabt. „Jemanden von außerhalb“ – aber „die Vermieter wollen keinen Backbetrieb mehr in dem Gebäude“, bedauert Gockner.
Noch drei Tage hat die Bäckerei Gockner in der Niedernhaller Hauptstraße geöffnet. Wenige Wochen später wird unweit davon eine andere Bäckerei eröffnen.
Foto: Götz Greiner
Die Entscheidung für den Ruhestand habe er bereits Anfang des Jahres getroffen. In der Kundschaft seien viele traurig, „aber was soll ich machen?“, fragt er rhetorisch. „Ich bin sehr dankbar für die Kunden und die Mitarbeiter, die bis zum Schluss durchgehalten haben.“ Die etwa ein Dutzend Beschäftigten seien alle bei anderen Unternehmen untergekommen, sagt er. Außer ihm hat zuletzt noch ein Bäcker dort gearbeitet, die anderen waren Verkäuferinnen „und zwei Damen, die Butterbrezeln schmieren“.
Er habe noch im Dezember Zeit, die Bäckerei auszuräumen. „Wir verschrotten, was nicht verkauft ist und übergeben dann die Räume besenrein.“ Was er im Ruhestand machen wird? Konkretes sagt er nicht. Nur: „Ich glaube nicht, dass es mir langweilig wird.“ Jedenfalls werde er erstmal oft ausschlafen. „An den Schlafrhythmus von normalen Leuten werde ich mich hoffentlich dann gewöhnen“, sagt er lachend.
Hohenloher Filialbäckerei eröffnet in der Niedernhaller Altstadt
Zwar wird es in dem Laden in der Hauptstraße 42 keine Bäckerei mehr geben. In der ehemaligen Metzgerei, 50 Meter weiter oben in der Hauptstraße, wird aber schon bald ein Bäckereigeschäft der Schrozberger Kette LBV einziehen. Das Gebäude gehört dem Ehepaar Edith und Ulrich Pfeffer. „Wir peilen eine Öffnung Mitte Dezember an“, berichtet er. Sie betont: „Wenn Gockner noch länger da gewesen wäre, hätten wir hier wahrscheinlich keine Bäckerei gewollt.“
LBV-Bäckereien
Die Bäckereien der LBV Schrozberg tragen seit drei Jahren den Namen „Hohenloher Bauerngenossenschaft“. Sie hat in vielen Gemeinden im Kocher- und Jagsttal Filialen. Auch in Niedernhall gab es bereits eine: im Edeka. Doch der Supermarkt verkauft inzwischen die Backwaren eines eigenen Betriebs. göz
Dann hätten die beiden sich wieder um einen Metzger bemüht, wie ihr Vater eine dort betrieben hatte. „Das Ehepaar hat sich bereits einige Zeit um Nachfolger bemüht“, erzählt Ulrich Pfeffer. „Das ist aber immer am Personal gescheitert“. Nachdem bekannt wurde, dass Gockner schließen würde, habe er „mehrere Bäckereien abtelefoniert“, erzählt er, „einer hat gesagt, er weiß nicht ob er das Geschäft satt hat“. Aber die LBV habe Interesse gezeigt.
Niedernhaller wollen etwas gegen Verödung der Innenstadt tun
Die beiden seien wahre „Distelfinken“, wie die Niedernhaller sich bezeichnen. Sie ist in dem Haus geboren, in dem die väterliche Metzgerei war, er im Haus daneben, berichten sie. Mit dem Einzug der neuen Bäckerei wolle das Ehepaar etwas gegen die Verödung der Innenstadt tun. „Früher gab es hier zwei Metzgereien, drei Bäcker und drei Schuhgeschäfte“, die meisten davon seien nun geschlossen. Auch gegenüber ihres Geschäfts steht seit einiger Zeit die Apotheke leer. Die Stadtverwaltung hat sich bislang vergeblich um einen Nachfolger dafür bemüht – und nun für den Bäcker in Pfeiffers Laden: „Der Bürgermeister und der Gemeinderat haben uns sehr unterstützt“, sagt Edith Pfeffer.
Der Umbau hat Mitte Oktober begonnen und ist noch in vollem Gange: Am Mittwochvormittag sind Handwerker in den Räumen – die einen brechen gerade die Türrahmen heraus, während andere schon die Wände neu machen und einer denBoden fliest. Das neue Geschäft soll ein Café haben, als Treffpunkt für die Niedernhaller.
Von dem Vorschlag, den die Gestalter der LBV dem Ehepaar unterbreitet hat, sind die Edith und Ulrich Pfeffer begeistert. „Es gibt eine Überraschung für die Niedernhaller“, sagen sie – mehr wollen sie aber nicht verraten.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare