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Angebot für Ganztagesbetreuung an Grundschulen wird Pflicht: Ist Hohenlohe gewappnet?

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Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt: Alle Erstklässler müssen die Möglichkeit haben, ganztags betreut zu werden. Bis 2029 gilt dies für alle Grundschüler bis Klasse vier. Ein Blick nach Öhringen, Künzelsau und Pfedelbach. 


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Alle Kinder, die im Herbst 2026 neu eingeschult werden, haben einen Anspruch, ganztags betreut zu werden. Bis 2029 wird diese Regel für alle vier Grundschulklassen verpflichtend. Sind die 16 Städte und Gemeinden im Hohenlohekreis ausreichend gerüstet, um diese neue Weisung erfüllen zu können? „Ja, die Kommunen sind gut darauf vorbereitet“, sagt Pia Schmitt, Sprecherin des Landratsamts. Nur bei der Ferienbetreuung bestünden noch „Unsicherheiten“. Denn der Rechtsanspruch gilt auch in den Schulferien: mit Ausnahme von zwanzig Werktagen oder vier Wochen im Jahr. 

Etliche Kommunen haben seit Jahren auf diesen Tag X hingearbeitet und das Angebot verbessert. Andere Städte mussten gar nicht groß tätig werden, weil die bestehenden Strukturen bereits mehr oder weniger ausreichen. Das Gesetz wurde im Herbst 2021 beschlossen. Bis 15. März 2026 konnten Eltern ihren Bedarf bei den Schulträgern anmelden. Acht Stunden an fünf Tagen sind das Maximum, sieben Stunden an drei Tagen das Minimum. 

Öhringen hat seine Ganztagesgrundschulen aufgestockt

Wie ist die Lage in den zwei größten Städten des Kreises? „Von den rund 270 Kindern, die im Schuljahr 2026/27 schulpflichtig werden, haben bis 15. März 46 Prozent der Eltern einen grundsätzlichen Betreuungsbedarf für Ihr Kind gemeldet. 17 Prozent gaben an, dass kein Betreuungsbedarf besteht“, erklärt Monika Pfau, Sprecherin der Stadt Öhringen. „Teilweise wurden die Rückmeldungen auch bei den Schulen abgegeben und sind daher noch nicht vollständig bei der Verwaltung eingegangen.“

Die Stadt Öhringen verfüge bereits über drei Grundschulen mit Ganztagesbetrieb in Wahlform. „Im Jahr 2022 wurde ein Bauteil der Schillerschule um zwei zusätzliche Betreuungsräume aufgestockt, zudem wurde die Mensa an der Hungerfeldschule im Jahr 2023 erweitert. Im Oktober 2024 wurde der vierzügige Neubau der Grundschule Limespark in Betrieb genommen.“ An der Schillerschule und Hungerfeldschule „nutzen rund 80 Prozent der Schüler ein ganztägiges Betreuungsangebot“. An der Grundschule Limespark „wird bisher nur in Klasse 1 und 2 die Ganztagesbetreuung angeboten, dort sind es elf Prozent“.

Künzelsau meldet: Es sind ausreichend Plätze vorhanden

Auch Künzelsau ist für die neue Zeit ab dem Schuljahr 2026/27 gewappnet. „Sowohl die Georg-Wagner-Schule am Kocher als auch die Grundschule auf den Taläckern sind Ganztagesschulen in Wahlform“, sagt Alexander Kunz, Sprecher der Stadt Künzelsau. Die Ganztagesbetreuung stünde dort „allen zukünftigen Erstklässlern offen und es sind ausreichend Plätze vorhanden“. Darüber hinaus biete die Stadtverwaltung eine ergänzende Betreuung an.

„Den kompletten Ganztagesbetreuungsanspruch mit fünf Tagen à acht Stunden benötigen nur wenige Eltern. Hierzu gingen bisher lediglich vier Anmeldungen ein“, so Kunz. „Einige Eltern benötigen für ihre Kinder die zusätzliche Betreuung am Freitagnachmittag. Diese wird ab dem kommenden Schuljahr an beiden bestehenden Ganztagesschulen im Kernort angeboten. Hierfür liegen aktuell sechs Anmeldungen der zukünftigen Erstklässler vor.“ 

Bei den Grundschulen in den kleineren Teilorten Amrichshausen, Gaisbach und Kocherstetten biete die Stadtverwaltung eine außerschulische Betreuung bis 14 Uhr an. „Die Rückmeldungen zeigen, dass den meisten Eltern dieses Angebot aktuell ausreicht. Hierfür liegen zum aktuellen Stand rund 30 Anmeldungen der zukünftigen Erstklässler vor. Insgesamt vier Familien benötigen eine umfassendere Betreuung und werden daher ihre Kinder an einer der beiden Ganztagesschulen anmelden.“ 

Pfedelbach muss eine zusätzliche Stelle schaffen

Es gibt aber auch Kommunen, die stärker nachjustieren müssen. Zum Beispiel Pfedelbach. Grundschüler werden auch dort bereits ganztags betreut. Das aktuelle Angebot in Untersteinbach reicht aber nicht aus, um den künftigen Rechtsanspruch zu erfüllen. Die Pestalozzi-Schule im Hauptort erreicht die geforderten Kriterien nur bei der Betreuung in der Schulzeit, aber nicht in den Ferien. Deshalb beschloss der Gemeinderat am 24. Februar, dort die Ganztagesbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 in dem Maße zu konzentrieren, dass der Rechtsanspruch erfüllt wird. Dies gilt also insbesondere in der schwieriger zu managenden Ferienzeit.

Die Kernzeitbetreuung an der Grundschule in Untersteinbach kann im bestehenden Rahmen fortgeführt werden. Dazu bleibt die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort weiter im Boot. Jedoch muss die Gemeinde selbst eine zusätzliche 0,85-Stelle schaffen. Die zusätzlich kalkulierten Ausgaben belaufen sich auf rund 53.000 Euro pro Haushaltsjahr.        

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