Ganztagesbetreuung in Öhringen nicht in den Außenstellen
Die Stadtverwaltung informiert den Gemeinderat am Dienstag, wie die Ganztagesbetreuung an Grundschulen umgesetzt werden soll. Ab Herbst haben die Erstklässler einen Rechtsanspruch. Die Evangelische Jugendhilfe weitet ihr Angebot aus.

Im Herbst kommen 280 Erstklässler neu an eine Grundschule in Öhringen. Bis Mitte März müssen ihre Eltern der Stadt mitteilen, ob und in welchem Umfang sie künftig ihre Kinder betreut haben wollen. Ab Herbst sind es die Erstklässler, die einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung haben. Bis zum Schuljahr 2029/30 werden es rund 1050 Schüler in den Klassen eins bis vier sein. Über die bereits vorhandenen Angebote und die Möglichkeit, den Rechtsanspruch zu gewährleisten, informiert die Stadtverwaltung am Dienstag den Gemeinderat.
Über die Hälfte der Grundschüler schon jetzt in Ganztagesbetreuung
Bereits heute nutzen rund 60 Prozent der Grundschulkinder in der Großen Kreisstadt ein ganztägiges Betreuungsangebot. Das ist zum Teil kostenfrei, wenn es innerhalb der Ganztagesschule ist. 38 Prozent der Grundschüler werden kostenpflichtig mit flexiblen Angeboten der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort betreut.
Die Jugendhilfe Friedenshort ist es auch, die die noch existierenden Lücken im Versorgungsangebot der Stadt decken wird. Die Lücken bestehen an Freitagnachmittagen und in den Ferien. Künftig soll es für die Kinder mit Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung nur 20 Schließtage geben. Der Rechtsanspruch umfasst acht Zeitstunden pro Tag.
Mehr Betreuung verursacht mehr Kosten
Klar ist, dass die Stadt für mehr Angebote mehr Geld braucht. Wie viel genau, das lasse sich aktuell noch nicht abschätzen, da es auch davon abhänge, welche Betreuungsformen und -zeiten die Eltern wählen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Land übernimmt 68 Prozent der Kosten für die Ganztagesbetreuung.
Einen großen Teil der Angebote stellt die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort. Die Angebote im Rahmen des Ganztagesbetriebs, die von städtischen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Jugendbegleitern unterbreitet werden, verursachen Personalkosten von rund 170.000 Euro pro Jahr.
Seit 25 Jahren deckt die Jugendhilfe einen großen Teil der Angebote ab. Für das Jahr 2024 hat die Stadt der Jugendhilfe einen Abmangel von rund 125.460 Euro bezahlt, durch die Erweiterung des Angebots an der Grundschule Limespark und der Albert-Schweitzer-Schule wird für 2025 mit einer Steigerung auf über 200.000 Euro gerechnet.
Rechtsanspruch auf Betreuung während acht Zeitstunden pro Tag
Auch wenn die Stadt Öhringen möglichst alle Nachfragen nach Ganztagesbetreuung erfüllen will: Bevorzugt kommen die Kinder in die Ganztagesbetreuung, die einen Rechtsanspruch haben. Der Rechtsanspruch umfasst acht Zeitstunden pro Tag.
In städtischer Trägerschaft sind drei Grundschulen mit zwei Außenstellen und mit der Albert-Schweitzer-Schule ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Primarstufe. Die drei Grundschulen sind Ganztagesschulen in verschiedenen Modellen: an Schiller- und Hungerfeldschule können die Eltern wählen, ob die Kinder am Ganztagesbetrieb teilnehmen oder nicht. Auch ist es von Montag bis Donnerstag nur an einzelnen Tagen möglich. An der Limespark-Grundschule dagegen können die Eltern nur für oder gegen Ganztagesbetreuung votieren. Wenn sie sich für Ganztagesbetreuung entscheiden, besteht von Montag bis Freitag Schulpflicht bis 16 Uhr. Wird nur an einzelnen Tagen eine Betreuung gewünscht, gibt es die Möglichkeit der kostenpflichtigen Kernzeit.
Drei Grundschulen erfüllen Rechtsanspruch
Die drei Grundschulen erfüllen den Rechtsanspruch, nur für die Freitage muss noch ein zusätzliches Angebot formuliert werden. Kinder, die eigentlich in Michelbach oder Verrenberg eingeschult werden sollten, aber Ganztagesbetreuung benötigen, müssen an die jeweilige Stammschule.
Die Angebote im Überblick: Die Schillerschule öffnet jeden Morgen um 7.15 Uhr für Brotzeit ihre Türen und bietet bis Unterrichtsbeginn Betreuung und nach Schulende bis 14 Uhr. Die Nachmittagsbetreuung ist flexibel. Die Außenstelle Verrenberg ist verlässliche Grundschule zwischen 7.15 und 14 Uhr. Das gilt auch für die Grundschule Michelbach, die Außenstelle der Hungerfeldschule ist. Die startet den Tag auch um 7.15 Uhr, verlässlich betreut wird bis 14 Uhr, Ganztagesbetreuung ist als Wahlform möglich. Verlässliche Grundschule bietet auch die Albert-Schweitzer-Schule. Sollten Erstklässler dort ihren Rechtsanspruch geltend machen, müsste die Schule dort das Betreuungsangebot anpassen.
Info zur Finanzierung der Ganztagesbetreuung
Für die Schuljahre bis einschließlich 2029/2030 werden kalkulatorische Gesamtbetriebskosten je Betreuungsstunde und Kind angesetzt. Diese betragen im Grundschulbereich 4,12 Euro und beim SBBZ Lernen 8,87 Euro. Das Land wird sich für diese vier Schuljahre mit 68 Prozent der kalkulierten Betriebskosten an den Kosten der Stadt beteiligen. Ab 2030 dann, wenn die Jahrgangsstufen eins bis vier komplett vom Rechtsanspruch umfasst sind, werden 68 Prozent der Realkosten übernommen.
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