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Erste Bezahlkarten an Geflüchtete im Hohenlohekreis ausgegeben – ab Februar kein Bargeld mehr

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Der Hohenlohekreis nimmt an einem Pilotprojekt teil: Er gehört mit zu den ersten in Baden-Württemberg, der Bezahlkarten an Geflüchtete ausgibt. Ab Februar erhalten jene ihre Asylleistungen nur noch bargeldlos. Jetzt wurden die ersten Karten überreicht.


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Das Amt für Ordnung und Zuwanderung des Landratsamtes hat am Mittwoch, 22. Januar, die ersten Bezahlkarten an leistungsberechtigte Geflüchtete im Hohenlohekreis ausgegeben. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit. „Wir haben uns im letzten Jahr beim Land als Pilot-Landkreis für die Einführung der Bezahlkarte gemeldet und freuen uns, dass wir die Bezahlkarte nun so zeitnah nach der Bereitstellung durch den Dienstleister einführen können“, verkündet Landrat Ian Schölzel – auch, wenn Mitarbeiter Überstunden hätten leisten müssen.

Bezahlkarte im Hohenlohekreis: Alleiniges Zahlungsmittel für Geflüchtete 

Die Geflüchteten erhalten ab Februar ihre Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auf solche Bezahlkarten gebucht. Bis 31. Januar soll die Ausgabe von über 450 Bezahlkarten abgeschlossen sein, so dass Geflüchtete im Kreis ab Februar ihre Zahlungen nur noch über dieses Zahlungsmittel abwickeln könnten. Leistungsempfänger erhalten künftig kein Geld mehr bar ausgezahlt oder auf ein Konto überwiesen.

Die Bezahlkarte für Flüchtlinge wird in den kommenden Monaten in 14 Bundesländern einheitlich eingeführt. In Baden-Württemberg wurden die ersten Karten im Dezember in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung bei Karlsruhe ausgegeben. Der Hohenlohekreis ist einer der ersten, in dem das System angewendet wird. Im März vergangenen Jahres hatte das Landratsamt sein Interesse bekundet, einer der Pilotlandkreise sein zu wollen. Stadt und Landkreis Heilbronn sind keine Pilotkreise und folgen mit der Einführung der Karte später. Dort laufen gerade die Vorbereitungen dafür.

Schölzel sieht die Einführung als Entlastung: „Die Bezahlkarte ist ein weiterer Baustein in der Digitalisierung der Verwaltung.“ Durch ihre Einführung werde die Behörde entlastet, es müssten keine Bargeldbestände mehr vorgehalten und ausgegeben werden: „Wir können Leistungen direkt auf die Karte buchen.“

Mit der Bezahlkarte erhalten Geflüchtete Sozialleistungen künftig als Guthaben auf einer Visa-Debitkarte. nur 50 Euro im Monat können sie bar abheben. Foto: dpa
Mit der Bezahlkarte erhalten Geflüchtete Sozialleistungen künftig als Guthaben auf einer Visa-Debitkarte. nur 50 Euro im Monat können sie bar abheben. Foto: dpa  Foto: Andreas Arnold

Bezahlkarte für Geflüchtete im Hohenlohekreis: Nutzung funktioniert wie mit Visa-Debitkarte

Die Zahlungsabwicklung erfolgt über die Firma Secupay AG. Eine Bezahlung mit der Karte ist in allen Geschäften möglich, die Visa-Debitkarten akzeptieren. Die Nutzern können damit auch Überweisungen tätigen und Lastschriften begleichen. Auch für den Onlinehandel ist die Karte grundsätzlich zugelassen. Einzelne Händlerkategorien werden aber über sogenannte Negativlisten ausgeschlossen: Bestimmte Finanztransfer-Dienstleistungen, Kryptowährungs-Angebote oder Online-Plattformen, die Geldtransfers ins Ausland anbieten, könnten Geflüchtete mit der Bezahlkarte nicht wahrnehmen.

Was die Bezahlkarte für Geflüchtete bringen soll

Im Regelfall können Geflüchtete 50 Euro im Monat bar abheben, ansonsten muss mit der Karte bargeldlos bezahlt werden. Zum Abheben könnten die Nutzer die Abhebefunktion beim Bezahlen an Kassen im Einzelhandel kostenlos wahrnehmen. Die Bezahlkarte soll unter anderem verhindern, dass Geflüchtete Geld in ihre Heimatländer überweisen – an Verwandte oder auch an Schleuser. Nicht zuletzt soll sie Anreize für illegale Migration senken.

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