Entlassung von Klinik-Chefarzt in Öhringen: Betriebsrat und Betroffener schweigen
Die Trennung von Frank A. Wenger, der die chirurgische Fachabteilung in Öhringen leitete, beschäftigt die Bürger weiter. Die Krankenhaus-Leitung sagt weiter nichts, so wie der Betriebsrat und der Entlassene. Dafür äußerst sich Landrat Ian Schölzel.
Nach der Entlassung von Frank A. Wenger als Chefarzt der Chirurgie am Hohenloher Krankenhaus fragen sich weiterhin viele Bürger, was der Auslöser für diese Trennung gewesen ist. Bei der Anlieferung aller radiologischen Großgeräte für den Klinik-Neubau am Dienstagvormittag hieß es von allen Seiten erneut: kein Kommentar.
Auch der Betroffene selbst steht derzeit für keine Auskunft zur Verfügung. Die Heilbronner Stimme hatte Frank A. Wenger kontaktiert und um ein Statement gebeten. Gleiches gilt für den Betriebsrat des Hohenloher Krankenhauses, der auf mehrmalige Stimme-Anfragen allerdings gar nicht reagierte und schweigt.

Nach Entlassung von Chefarzt Wenger: Ehemalige und aktuelle Patienten äußern weiter Unmut
Nach wie vor melden sich ehemalige und aktuelle Patienten und bringen ihren Unmut über diese Entscheidung zum Ausdruck. Die einen verstehen nicht, wie man einen solchen Fachmann, der sie bestens betreut und operiert habe, gehen lassen könne; die anderen fragen sich, wer sie jetzt behandeln soll.
Vor allem solche Patienten, die nur von Wenger operiert werden wollten und einen festen Termin hatten, sorgen sich nun, wie es weitergeht.
Weder der entlassene Chefarzt noch der Betriebsrat geben derzeit ein Statement ab
Die Krankenhaus-Leitung um den Mehrheitseigentümer BBT bleibt bei ihrem Kurs, nichts zu sagen aufgrund der „juristischen Implikationen“. Die medizinische Versorgung der Patienten sei jederzeit gesichert. Viele Bürger lassen wie die Stimme trotzdem nicht locker und wollen wissen: Was sind die Gründe für die Entlassung?
Landrat hat Sondersitzung der Gesellschafterversammlung veranlasst
Der Hohenlohekreis ist Minderheitsgesellschafter der Klinik-GmbH. Was weiß Landrat Ian Schölzel? „Das operative Geschäft liegt in den Händen der BBT-Geschäftsführung, weshalb wir seitens des Kreises um Verständnis bitten, dass wir uns nicht zu einzelnen Personalfragen äußern können.“ Über Personalveränderungen werde er als Vertreter des Landkreises immer umgehend informiert.
„Als Landrat habe ich veranlasst, dass unsere Mitglieder der Gesellschaftsversammlung in einer gesonderten Sitzung von Seiten der BBT-Geschäftsführung über die Hintergründe der Trennung informiert werden.“ Menschlich gesehen seien solche Trennungen immer schmerzlich. „Als Landrat des Hohenlohekreis ist es mir wichtig, dass unsere Patientinnen und Patienten sich über eine weiterhin gute medizinische Behandlung keine Sorgen machen müssen. Dafür setzen sich alle Beteiligten nach Kräften ein.“
Ian Schölzel sorgt sich nicht um das Image des Krankenhauses
Der Hohenlohekreis ist Mitgesellschafter und vor allem Mitfinanzier. Als solcher will er die Klinik in Öhringen positiv weiterentwickeln. Mancher Bürger sieht ihr Image nun akut bedroht. Zumal die Entlassung in eine Zeit der Transformation fällt: einerseits durch die Klinikreform, andererseits durch den bevorstehenden Umzug in den Neubau.
Dazu Schölzel: „Ich bin überzeugt, dass mit dem Neubau in Öhringen, den wir seitens des Kreises sehr eng begleiten, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gesichert sein wird. Mir war von Anfang an daran gelegen, dass wir seitens des Kreises an der Erarbeitung des durch die Krankenhausreform erforderlichen neuen Medizinkonzepts aktiv mit eingebunden werden. Hier haben wir sehr frühzeitig die Weichen gestellt und stehen deswegen auch schon in engem Austausch mit dem Ministerium.“
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