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Aktuell nur Notbetreuung? Droht Naturkindergarten in Pfedelbach-Heuberg das Aus?

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Der Kindergarten in Pfedelbach-Heuberg kämpft massiv mit Personalnot. Bis zu den Sommerferien gilt eine Notbetreuung, wie es danach weitergeht, ist offen. 


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Mit seinem kaum fünfjährigen Bestehen ist der Naturkindergarten im Pfedelbacher Ortsteil Heuberg jünger als einige seiner Besucher. Ob er seinen fünften Geburtstag feiern kann, ist derzeit unklar. Bereits seit geraumer Zeit  kämpft man im Kindergarten Heuberg, zu dem auch der Regelkindergarten gehört, mit Personalnot. Derzeit sind beide Erzieherinnen der Naturgruppe ausgefallen. Eine Stelle wird ab Oktober frei, sie ist ausgeschrieben.

Bis zu den Sommerferien wird der Betrieb nur in Notbetreuung im Regelkindergarten aufrecht erhalten. Eltern müssen nachweisen, dass sie arbeiten, um ihre Kinder abgeben zu können. Es herrscht ein striktes Auswahlverfahren. Wie es nach den Ferien weitergeht, weiß man nicht, heißt es in einem drei Seite langen Schreiben an die Eltern.  

Notbetreuung in Pfedelbach-Heuberg: Zukunft des Naturkindergartens offen

„Das, was man von allen Seiten hört, hat nun in Heuberg voll zugeschlagen“, kommentiert Pfedelbachs Bürgermeister Torsten Kunkel die Lage. Zu Abgängen und Stellenwechseln kommen noch Krankheitswellen hinzu, das habe schließlich zu der Situation geführt. Derzeit sind drei von insgesamt fünf Stellen unbesetzt. Zudem sei es in Naturkindergärten grundsätzlich schwierig, Personal zu finden. Schon bei der Stellenbesetzungen in der Vergangenheit habe es kaum Bewerbungen gegeben.

Ein Kindergarten, zwei Konzepte in Pfedelbach-Heuberg

Die Naturgruppe gehört zum regulären Kindergarten in Heuberg. Das Gelände liegt liegt direkt neben dem Kindergartengebäude. Fällt Personal aus, werden die beiden Gruppen mit 20 und 28 Kindern zusammen auf dem Gelände des Regelkindergartens betreut. Das Gelände der Naturgruppe, das einst mit Herzblut auch von ehemaligem Personal gestaltet wurde, konnte so in der Vergangenheit oft nicht genutzt werden. Das missfällt auch vielen Eltern, die sich bewusst für eine Betreuung ihrer Kinder im Freien entschieden haben.

Eltern befürchten, dass der Naturkindergarten ganz geschlossen werden muss. Kunkel kann ihnen die Sorgen nicht nehmen. „Wir werden nach jedem Strohhalm greifen, damit die Naturgruppe weiter funktioniert“, sagt Kunkel. Bei einem Elternabend am Montag will er die Eltern informieren, wie es weitergehen könnte. 

Personalsituation in anderen Wald- und Naturkindergärten 

Andere Einrichtungen Wie ist die Lage in den anderen Einrichtungen? Der Waldkindergarten in Verrenberg startete im Juni 2022 seinen Betrieb. Einen größeren personellen Engpass gab es auch dort. Von 15. April bis zu den Sommerferien Ende Juli vergangenen Jahres konnten Kinder nur von Montag bis Donnerstag betreut werden, erinnert sich Stadtsprecherin Monika Pfau. In der Zeit seien die Elternbeiträge um ein Fünftel reduziert worden. Sie ergänzt: „Aber es war tatsächlich das Netzwerk der Mitarbeitenden, das geholfen hat, den Engpass zu beheben und das der Einrichtung zu diesem beständigen Team verholfen hat.“ Derzeit sei man personell gut aufgestellt.

Einer der größten Waldkindergärten mit Platz für bis zu 50 Kindern ist in Künzelsau. Marion Hannig-Dümmler von der Stadtverwaltung ist zufrieden: „Das Personal ist für die aktuelle Belegung sichergestellt. Viele junge Menschen interessieren sich für eine Tätigkeit im Wald.“ Ein großer Pool an Vertretungskräften sorge für Entlastung. 

Der Waldkindergarten Eulennest wurde schon 2000 eröffnet. Im Moment sei man mit neun Erzieherinnen und einer Zusatzkraft in unterschiedlichen Stellenumfängen gut ausgestattet. Auch in den letzten Jahren mussten äußerst selten Öffnungszeiten wegen Krankheitsfällen verkürzt werden, sagt Matthias Widmann von der Stadtverwaltung Neuenstein. 


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Nicht nur Gemeinden sind Träger der Kindergärten. Der Natur- Erlebniskindergarten Schwalbennest in Ulrichsberg (Kupferzell) steht unter Trägerschaft der Elterninitiative Schwalbennest Naturkindergarten Kupferzell. Derzeit ist man auch dort personell mit drei Erziehern und einer Auszubildenden gut aufgestellt, berichtet Leiterin Rebecca Meister. Krankheitstage können gut aufgefangen werden, eng werde es höchstens mal an drei Tagen im Jahr, zeigt sie sich erleichtert.

Der Kindergarten Wurzelknirpse in Unterheimbach steht unter Trägerschaft des Vereins Waldkindergarten Unterheimbach. Seit seinem Bestehen 2021 „hatten wir noch keine Probleme, Stellen zu besetzen“, sagt Stefanie Paspa, die den Kindergarten mit gegründet hat. Im Moment sei man personell voll besetzt. Falls es bei Krankheitswellen zu Engpässen kommt, ist es selbstverständlich, dass Eltern einspringen. „Das ist auch für die Kinder von Vorteil, da sie Eltern kennen.“

Natur- und Waldkindergärten sind beliebt 

An Kindern mangelt es Natur- und Waldkindergärten nicht. Zum Teil gibt es Wartelisten. Insbesondere im Waldkindergarten Eulennest, weil Eltern ihre Kinder nur dort unterbringen möchten, so heißt es aus Neuenstein. In Pfedelbach hatte man im vergangenen Jahr überlegt, einen weiteren Naturkindergarten ins Leben zu rufen. Wegen fehlender Fachkräfte wurde das auf Eis gelegt. 

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