Leerstandsbekämpfung kann die Wohnungsnot in Heilbronn nicht lösen

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Um die Wohnungsnot, wie es sie auch in Heilbronn gibt, zu mindern, werden immer wieder Forderungen laut, Leerstand zu bekämpfen. Doch so einfach ist das nicht, meint unsere Redakteurin.

Heilbronn avanciert mit innovativen Zukunftsprojekten wie dem Ipai und dem Bildungscampus zur Boom-Stadt, und wo neue Arbeitsplätze geschaffen und Top-Köpfe angezogen werden sollen, braucht es Wohnraum. Der wird allerdings rar – vor allem für Menschen, die eine monatliche Kaltmiete ab 800 Euro aufwärts nicht stemmen können. 

Wohnungnot in Heilbronn: Steigende Mieten treffen auch Alteingesessene

Mieten, die immer teurer werden, sind eine Entwicklung, wie man sie seit Jahren aus Städten wie Stuttgart, Heidelberg oder München kennt, in die immer mehr Menschen auf immer weniger Wohnraum drängen. Vielen ringt die Nachricht deshalb oftmals nur noch ein Schulterzucken ab.

Doch mit Plattitüden wie: „Dann zieht halt nicht in die Stadt“ ist es nicht getan: Steigende Mieten treffen auch Alteingesessene und greifen immer mehr ins Heilbronner Umland über. 

Debatte über Leerstandsbekämpfung: Auch Eigentümer haben ein Mitspracherecht

Um den Druck aus dem Heilbronner Wohnungsmarkt zu nehmen, baut die Stadt zwar neu. Doch das dauert und schafft keine kurzfristige Lösung. Einige schielen zusätzlich auf Leerstände, fordern eine Bekämpfung und eine Aktivierung der Wohnungen. Eine solche Diskussion findet aktuell etwa in Stuttgart statt, angestoßen vom Mieterverein. Etwa 11.000 Wohnungen stehen dort leer, wie der SWR kürzlich berichtet hat. In Heilbronn waren es im Jahr 2022 über 2500, aus vielerlei Gründen.

Doch sollen Eigentümer wirklich ausbaden müssen, dass der Neubau generell so schleppend vorankommt? Auch sie haben ein Mitspracherecht, wen sie in ihre Wohnungen lassen wollen und wen nicht. Und in vielen Fällen wohl auch nachvollziehbare Gründe, warum sie ihre Wohnungen länger leer stehen lassen.

Bekämpfung von Leerstand ist keine effektive Lösung für Wohnungsnot

Ob eine aktive Leerstandsbekämpfung die Wohnungsnot mindern könnte, ist zudem fraglich. Denn nur, weil eine Wohnung leer steht, heißt das nicht, dass sie dem Markt sofort zur Verfügung steht.

Teilweise sind etwa teure Sanierungen nötig – und zu welchem Preis diese Wohnungen dann wieder vermietet würden, steht in den Sternen. Die Diskussion rund um Leerstände ist zwar gut gemeint, eine effektive Lösung für die Wohnungsnot ist sie aber nicht.




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