„Viele Immobilienkäufer sind zu naiv“ – Fehler kann bis zu 300.000 Euro kosten
Ein günstiger Immobilienkauf kann schnell teuer werden: Experten warnen vor typischen Fehlern – und erklären, worauf Käufer in Heilbronn unbedingt achten sollten.
Ein günstiger Kauf kann schnell teuer werden. Wer in Heilbronn eine Immobilie kauft, unterschätzt oft die Folgekosten. „Es gibt zu viele naive Käufer, die nur auf den Kaufpreis schauen und den Zustand der Immobilie nicht berücksichtigen“, sagt Makler Andreas Franzke von FALC Immobilien.
Gerade bei einem Budget von rund 300.000 Euro kann das zum Problem werden. Viele achten vor allem auf Lage, Grundriss und Preis – und übersehen dabei, wie hoch die zusätzlichen Kosten ausfallen können.
„Da können schnell auch 200.000 bis 300.000 Euro fällig werden“, sagt Franzke mit Blick auf notwendige Sanierungen. Schon kleinere Renovierungen können laut Experten 50.000 bis 100.000 Euro kosten. Ein niedriger Kaufpreis wird so schnell zum Risiko.
Expertentipp für den Immobilienkauf: Fachmann für Besichtigung hinzuziehen
Vor allem ältere Häuser erfordern häufig umfangreiche Modernisierungen. „Den Kauf stark sanierungsbedürftiger Objekte würde ich heute nur eingeschränkt empfehlen“, sagt Makler Niko Spies.
Das gilt vor allem dann, wenn Käufer die Arbeiten nicht selbst übernehmen können. Material- und Handwerkerkosten sind in vielen Fällen hoch. Spies empfiehlt deshalb, bei Besichtigungen einen Fachmann hinzuzuziehen, um den Zustand realistisch einschätzen zu lassen und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Auch Makler Friedhelm Wagner empfiehlt einen Sanierungsbetrieb hinzuziehen und die zu erwartenden Kosten möglichst konkret kalkulieren lassen.
Vor dem Immobilienkauf: Rücklagen und anstehende Sanierungen prüfen
Käufer sollten genau hinschauen: Wie hoch sind die Instandhaltungsrücklagen? Welche Sanierungen sind geplant? Und welche Beschlüsse hat die Eigentümergemeinschaft bereits gefasst?
Wichtig ist auch die monatliche Belastung. Neben dem Kaufpreis fallen laufende Kosten an – das sogenannte Hausgeld. Darin enthalten ist auch die Rücklagenzuführung, also Geld, das für künftige Sanierungen angespart wird.
Diese Informationen erhalten Käufer meist nur über Hausverwaltungen oder aus Protokollen der Eigentümerversammlungen – selten stehen sie bereits in Immobilienanzeigen. Wer sie nicht prüft, riskiert zusätzliche Kosten.
Beim Kauf einer Eigentumswohnung auf das gesamte Gebäude achten
Beim Kauf einer Eigentumswohnung reicht der Blick auf die eigene Einheit nicht aus. „Entscheidend ist nicht nur die Wohnung, sondern das gesamte Gebäude“, betont Spies.
Dazu gehören etwa der Zustand von Dach, Fassade und Fenstern, die Heizungsanlage sowie der energetische Zustand. „Käufer sollten auch auf den Energieausweis achten, da bei einer Erneuerung der Heizung hohe Kosten entstehen können“, sagt Wagner.
Nach Einschätzung der Experten verlassen sich viele Käufer zu stark auf ihr Bauchgefühl. Gerade bei eigengenutzten Immobilien stehen Lage und Grundriss oft im Vordergrund – technische und finanzielle Aspekte geraten in den Hintergrund.
Wer diese Punkte berücksichtigt, kann auch mit begrenztem Budget eine passende Immobilie finden – und vermeidet, dass aus einem vermeintlich günstigen Kauf eine teure Fehlentscheidung wird.
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