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Planeten mit Leben füllen

„Eine Welt wie ein Malbuch“: Heilbronner entwickeln Videospiel „Garden Ink“

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Die Welt kann ein chaotischer Ort sein. Videospiele bieten für viele einen Rückzugsort. Einen solchen haben Arne Jürgens und Sven Mehlhorn aus Heilbronn mit „Garden Ink“ geschaffen.


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Die Corona-Pandemie war die Initialzündung: Arne Jürgens und Sven Mehlhorn aus Heilbronn haben das Videospiel „Garden Ink“ entwickelt. Erscheinen soll das Spiel offiziell 2026. Der Programmierer und der Grafiker sprechen über den kreativen Prozess und worum es bei dem Spiel geht.

Heilbronner Videospiel „Garden Ink“ – Herzensprojekt und Zufallsprodukt

Als 2020 Corona die Welt fest im Griff hat, Veranstaltungen abgesagt werden und das Leben vor allem in den eigenen vier Wänden stattfindet, suchen die Menschen nach Ablenkung und sozialer Interaktion. So auch Arne Jürgens. Als der Heilbronner einen Server im Videospiel Minecraft startet, weiß er noch nicht, dass diese Entscheidung sein Leben verändern sollte.

Sven Mehlhorn (links) und Arne Jürgens kombinieren ihre Stärken um "Garden Ink" zu realisieren.
Sven Mehlhorn (links) und Arne Jürgens kombinieren ihre Stärken um "Garden Ink" zu realisieren.  Foto: Frank, Dennis

Dem öffentlichen Server des Kreativspiels tritt nämlich eines Tages Sven Mehlhorn bei. Der 29-jährige Mehlhorn und der 23-jährige Jürgens kommen ins Gespräch und stellen schnell fest, dass sie dieselbe Leidenschaft für Videospiele teilen und über Talente verfügen, die sich ergänzen.

„Wir haben über Gott und die Welt geredet, und irgendwann ist uns aufgefallen: Arne kann programmieren, ich kann malen, daraus könnten wir doch was machen“, erzählt Sven Mehlhorn. So begann die Zusammenarbeit zwischen Arne Jürgens, der Software-Entwicklung bei der Programmierschule 42 in Heilbronn gelernt hat, und Sven Mehlhorn, der der am Kolping-Bildungsinstitut eine Grafiker-Ausbildung absolviert hat.

Die Kreativen Aspekte von "Garden Ink" stammen exklusiv von Sven Mehlhorn. So auch diese Konzeptzeichnung.
Die Kreativen Aspekte von "Garden Ink" stammen exklusiv von Sven Mehlhorn. So auch diese Konzeptzeichnung.  Foto: Frank, Dennis

Eine ungleiche Partnerschaft: Videospiel-Entwickler aus Heilbronn ergänzen sich

Mehlhorn hat zu diesem Zeitpunkt bereits das Konzept für „Garden Ink“ geschaffen. Der 29-Jährige aus Heilbronn zeichnet, malt und musiziert leidenschaftlich. Die Zeichnungen, die musikalische Untermalung und das daraus entstehende Spielerlebnis von „Garden Ink“ entspringen Mehlhorns Kreativität.

Dafür, das Spielmechaniken, Animationen und Abläufe des in Heilbronn entstandenen Videospiels funktionieren, ist Arne Jürgens verantwortlich. Der 23-Jährige programmiert den Code des Spiels und erweckt die Vision seines kongenialen Partners zum Leben.

Arne Jürgens (links) und Sven Mehlhorn haben sich über ihre Leidenschaft für Videospiele kennengelernt.
Arne Jürgens (links) und Sven Mehlhorn haben sich über ihre Leidenschaft für Videospiele kennengelernt.  Foto: Frank, Dennis

Jeden Tag telefonieren die beiden, da Mehlhorn in Hamburg und Jürgens in Heilbronn wohnt und basteln an ihrem Herzensprojekt. „Oft wache ich nachts mit Ideen auf. Das Spiel ist mein Baby und lässt mich nie ganz los“, erzählt Mehlhorn.

„Garden Ink“ – Worum geht es in dem Videospiel aus Heilbronn?

Doch worum geht es bei dem Videospiel aus Heilbronn? In „Garden Ink” schlüpft der Spieler in die Rolle einer Gottheit, die einen verlassenen Planeten mit Leben füllt. Dabei steuert man eine Gruppe von Blattwesen. Mithilfe dieser Blattwesen schafft sich der Spieler ganz nach den eigenen Vorlieben einen Garten, der den kompletten Planeten umfasst.

So bringt der Spieler Farbe in die schwarz-weiße Welt. „Der Spieler füllt eine leere Welt mit Leben und Farbe wie bei einem Malbuch“, erklärt Mehlhorn. Aufgelockert wird das Spielprinzip durch Mini-Spiele wie Memory oder Rhythmus-Spiele zur Musik.

Erfüllt der Spieler seine Rolle als Gottheit in "Garden Ink", füllt er die graue Welt des Videospiels mit Leben.
Erfüllt der Spieler seine Rolle als Gottheit in "Garden Ink", füllt er die graue Welt des Videospiels mit Leben.  Foto: Frank, Dennis

Sven Mehlhorn beschreibt „Garden Ink“ als „Cozy Game“, bei dem man eine leere Welt mit Leben füllt und einfach mal abschalten kann. „Cozy Games“ erfreuen sich in der breit gefächerten Videospiel-Landschaft großer Beliebtheit. Ein bekannter Vertreter des Genres ist „Animal Crossing“, das bis heute laut Statista über 80 Millionen Einheiten verkauft hat. 

„Press Start“- Stipendium – So finanziert sich das Videospiel aus Heilbronn

Finanziert wurde die Entwicklung von „Garden Ink“, das 2026 erscheinen soll, durch das „Press Start“-Stipendium. Das „Press Start: Gründungsstipendium Games“ ist ein Programm, das darauf abzielt, junge Spieleentwickler in der Anfangsphase zu unterstützen. Über einen Zeitraum von 18 Monaten erhalten die Stipendiaten ein monatliches Stipendium von 2750 Euro, um sich voll auf ihre Spielideen zu konzentrieren.

Wie die Finanzierung für ihr nächstes Projekt aussieht, wissen die beiden Entwickler noch nicht, planen tun sie dennoch. „GardenInk war mein Baby, das nächste Projekt denken wir uns gemeinsam aus. Arne pitcht schon fleißig Ideen“, erzählt Mehlhorn.

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Gemeinsam sind die beiden als Entwickler-Duo „Kranich“ auf der Videospielmesse in Gamescom in Köln, um ihr Spiel zu präsentieren. Werbung ist schließlich wichtig, das weiß auch Arne Jürgens: „Ein Spiel zu verkaufen ist genauso wichtig wie es zu entwickeln. Schließlich wollen wir weiter die Möglichkeithaben, das zu tun, was wir lieben.“




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