Verschlankung zwingend nötig: Heilbronns Innenstadt-Initiative droht zu versanden
Heilbronns Projekt „Aufbruch Innenstadt“ kommt trotz großer Ankündigungen kaum voran. Die doppelten Strukturen in der Verwaltung müssen sofort auf den Prüfstand, fordert unser Autor.
Der Aufbruch Innenstadt steht wahrlich unter keinem guten Stern. Das ehrgeizige Projekt, das eine parteiübergreifende Mehrheit im Heilbronner Gemeinderat gegen den Widerstand von Teilen der Verwaltung durchgesetzt hat, kommt nicht in die Gänge. Seit der Verabschiedung der ersten Pläne Ende 2024 bis heute ist, außer einiger sozialen Wohltaten, nicht viel geschehen.
Der Innovationsfabrik Handel, Investitionen in städtische Schlüsselobjekte und dem Gründerwettbewerb Innenstadt 2.0 ist die Stadt keinen Schritt näher gekommen. Stattdessen ist die spät gefundene Leiterin des Kompetenzzentrums Innenstadt nach zwei Monaten von der Fahne gegangen und wird Leiterin der städtischen Pressestelle. Eine vorausschauende Planung sieht anders aus.
Heilbronn leidet unter aufgeblähten Doppel- und Dreifachstrukturen
Viel schlimmer ist aber, wie der Tanker Heilbronn unter seinen aufgeblähten Doppel- und Dreifachstrukturen leidet. Die kleine Großstadt leistet sich eine Wirtschaftsförderung, eine HMG mit Citymanagement, mehrere Pressestellen und jetzt eine Kompetenzstelle Innenstadt. In diesem Wirrwarr von Personen und Ämtern, die sich alle für eminent wichtig halten, muss jede Effizienz auf der Strecke bleiben. Diese Strukturen sind weder bezahlbar noch zeitgemäß. Sie hemmen gerade das, was sie fördern sollen. Deshalb müssen die Behörden schleunigst verschlankt werden, sonst wird aus dem Aufbruch ein Siechtum Innenstadt.
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Kommentare
Oskar Munk am 30.01.2026 09:40 Uhr
Heilbronn soll so weiter machen.
Heilbronn wird das Schlußßlicht in BW.
am 29.01.2026 11:22 Uhr
Bravo Herr Zimmermann,
das habe ich schon vor 20 Jahren gesagt. Wobei man OB Himmelsbach keinen Vorwurf machen konnte. Er war besten Willens Reformen und Konsolidierungen vorzunehmen. Gescheitert ist es immer an der allmächtigen Personalvertretung, dem Gemeinderat und an den Mitarbeitern der Verwaltung selbst.
Es wird sich erst dann etwas ändern, wenn der Geldhahnen nichts mehr hergibt. Und dann wird erst dort gekürzt wo es der Bürger am eigenen Leib zu spüren bekommt. Müllabfuhr, ÖPNV, Schulen und Kitas, Schwimmbäder u. s.w..
Man kann ja schließlich nicht Geld, Mitarbeiter und Bürokratie dort einsparen wo es keinerlei Auswirkungen auf den Output unserer Verwaltung hätte.
Herr Mergel macht das schon richtig - alles in Butter, keine Probleme, wird schon werden. Null Konfrontation ist die beste Strategie. Die Bezüge und Pensionen sind ja nicht wie in der freien Wirtschaft mit dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens verknüpft. Wozu sich denn Ärger einhandeln?
Jürgen Mosthaf