Verdi-Warnstreik mit Auswirkungen auf Stadtbahn – Demozug durch Heilbronn
In den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst macht die Gewerkschaft weiter Druck. Am Dienstag sind zahlreiche Beschäftigte zum ganztägigen Streik aufgerufen. Das hat auch wieder Auswirkungen auf den ÖPNV und andere Bereiche.
Nachdem die Gewerkschaft Verdi in Heilbronn sowie in den Landkreisen Hohenlohe und Heilbronn in der ersten Februarwoche zum Streik aufgerufen hatte, geht es am Dienstag, 11. Februar, in die nächste Runde. Diesmal sind allerdings nicht nur einzelne Kommunen oder öffentliche Einrichtungen betroffen.
„Wir haben alle Städte im Landkreis aufgerufen“, sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Katharina Kaupp. Außerdem werden Mitarbeiter des Jobcenters, der Kreissparkasse Heilbronn, des Wasser- und Schifffahrtsamts oder des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Unteres Kochertal die Arbeit niederlegen.

Stadtbahnen fahren nicht durch die Heilbronner Innenstadt
Auch die Beschäftigten der Stadtwerke Heilbronn (SWHN) im kommunalen Nahverkehr sind zum Streik aufgerufen. Das hat Auswirkungen auf den Stadtbahnverkehr der Albtal Verkehrs-Gesellschaft (AVG), da über die SWHN-Leitstelle der Bahnverkehr der AVG im Raum Heilbronn abgewickelt wird und die SWHN auch Fahrpersonal für die AVG-Stadtbahnen stellen. Betroffen sind laut Pressemitteilung die S4, S41 und S42. Die Bahnen fahren am Dienstag wie bereits am Montag vergangener Woche nicht durch die Heilbronner Innenstadt und werden über den Hauptbahnhof und die DB-Strecken umgeleitet. Zudem könne es zu einzelnen Fahrtausfällen kommen, so die AVG.
Alle anderen Stadtbahnlinien der AVG sind von dem Warnstreik der Gewerkschaft nicht betroffen und sollen regulär verkehren. Wegen der beschränkten Kapazitäten für den Bahnverkehr im Heilbronner Hauptbahnhof und der dynamischen Verkehrslage am Streiktag könne es aufgrund der Umleitungsverkehre zu Verspätungen bei den AVG-Stadtbahnen kommen.
Inwiefern die Öffnungszeiten der Heilbronner Bäder vom Streik betroffen sein werden, wird kurzfristig über die Social Media Kanäle der Stadtwerke Heilbronn sowie auf der Website bekanntgegeben.
Ämter, Entsorgungszentrum und Recyclinghöfe in Heilbronn betroffen
Geschlossen haben am Dienstag das Entsorgungszentrum Heilbronn mit dem Recyclinghof Plus sowie die Recyclinghöfe Böckingen und Kirchhausen. Ebenfalls geschlossen ist das Zentrale Bürgeramt im Rathaus. Kunden, die bei der Kfz-Zulassungsstelle einen Termin vereinbart haben, können ihre Zulassungen abgeben. Es muss jedoch mit Wartezeiten gerechnet werden.
Darüber hinaus ist nach Angaben der Stadt Heilbronn mit weiteren Schließungen und Einschränkungen bei den städtischen Ämtern und Dienststellen zu rechnen.
Wegen Streiks im privaten Busgewerbe: Busse im Hohenlohekreis fallen aus
In der laufenden Tarifauseinandersetzung im privaten Busgewerbe wird auch im Hohenlohekreis gestreikt. Für Dienstag, 11. Februar, ruft die Gewerkschaft Verdi erneut zum Ausstand auf. Der NVH warnt davor, dass erneut „einzelne Fahrten“ der Hohenloher Buslinien 1, 2, 4, 6, 7, 15, 25, 28, 33, 35, 40, 50, 51 und 71 ausfallen können.
Verdi-Streik: Schlusskundgebung auf Heilbronner Kiliansplatz
In der Agentur für Arbeit geht man hingegen nur von wenigen Einschränkungen aus. „Involviert sind nur einzelne Mitarbeiter“, sagt Pressesprecher Mario Keller. Da am Dienstag eine bereits seit längerem geplante Veranstaltung stattfindet, sei die Agentur für Arbeit sowieso nur für Kunden mit einem Beratungstermin geöffnet, so Keller weiter. Die Service-Hotline für Arbeitnehmer ist wie gewohnt von 8 bis 18 Uhr erreichbar.
Der Auftakt des Streiks ist für 9 Uhr auf dem Berliner Platz geplant. Dann setzt sich der Zug in Bewegung, läuft über die Allee bis zur Kreissparkasse und trifft sich schließlich zur Schlusskundgebung auf dem Kiliansplatz. Katharina Kaupp rechnet mit deutlich mehr Teilnehmern als bei den Streiks in der ersten Februarwoche. Man habe in den vergangenen Jahren eine große Streikbeteiligung aufgebaut. Auch aus kleineren und mittleren Kommunen seien mehr Personen mit an Bord.
SLK-Kliniken Heilbronn sichern Versorgung von Notfällen an allen Standorten zu
Der Verbund der SLK-Kliniken ist laut Pressesprecher Mathias Burkhardt auf Dienstag vorbereitet und kann seinem Versorgungsauftrag im Rahmen der Notfallversorgung auch während des Streiks nachkommen. „In einer gemeinsam mit Verdi abgeschlossenen Notdienstvereinbarung ist festgehalten, dass – über den kompletten Streikzeitraum hinweg – die Versorgung von Notfällen an allen SLK-Standorten jederzeit gesichert ist und dementsprechende OP-Kapazitäten je Standort vorgehalten werden“, so der Sprecher. Dies bedeute, dass sowohl Unfallverletzte als auch Patientinnen in der Geburtshilfe jederzeit ohne Einschränkungen versorgt werden.
Darüber hinaus seien medizinisch notwendige stationäre und ambulante Versorgungen von Patienten, dringliche Krebstherapien sowie eingeleitete Therapien von Tumor- und Schmerzpatienten ohne Einschränkungen jederzeit gewährleistet.
Keine Notbetreuungsangebote im Falle von geschlossenen Kitas
Auch innerhalb der Stadtverwaltung Eppingen und aller städtischen Einrichtungen kann es am Dienstag zu Einschränkungen kommen. Im Falle der Kindertagesstätten werden die Eltern durch die Einrichtungsleitungen über Schließungen informiert. „Es wird keine Notbetreuungsangebote für diese Einrichtungen geben“, teilt Pressesprecherin Vanessa Heitz mit. Da die Mitarbeiter auch das Recht haben, ihre Arbeit spontan niederzulegen, könne es auch kurzfristig zu Schließungen kommen.
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