Unsere Redaktion hat die Airline Iberia mit den Vorwürfen konfrontiert und um Stellungnahme gebeten. Bis Redaktionsschluss beantwortete das Unternehmen die Fragen unserer Redaktion nicht.
Ärger mit Airline: Heilbronner Familien sitzen mit Kindern in Thailand fest
Wegen der Lage im Nahen Osten sitzen zwei Heilbronner Familien mit kleinen Kindern in Bangkok in Thailand fest. Sie bemängeln die Kommunikation mit ihrer Airline. Geht’s nun voran?
Seit Tagen sitzen zwei Familien aus Heilbronn-Horkheim in Bangkok fest und wissen nicht, wie sie dort wegkommen sollen. Der Grund: Nach dem Angriff von Israel und den USA hat der Iran als Reaktion mehrere Ziele in Nachbarländern angegriffen. Auch wichtige Flughäfen wie Dubai und Doha geraten ins Visier. Letzterer Flughafen ist der, an dem die Heilbronner Familien auf ihrem Rückflug nach Zürich hätten umsteigen müssen.
Familien mit Kleinkindern: Heilbronner sitzen wegen Nahost-Konflikt in Bangkok fest
„Wir waren in Thailand im Urlaub unterwegs und dann kam die Info, dass der Flughafen Doha den Betrieb einstellt“, erzählt Nelly Nagel. Die 40-Jährige ist mit ihrem Mann Stephan dort. Ebenfalls mitgereist sind die Freunde Angelika Fischer, deren Mann sowie die Kleinkinder der beiden Familien im Alter von drei und vier Jahren.
Der Rückflug ungewiss, der Flughafen zum Umsteigen gesperrt: Die Gruppe hat sich nach der Neuigkeit trotzdem auf den Weg nach Bangkok gemacht, um dort bereit für die Heimreise zu sein. „Wir hatten die Hoffnung, dass Doha wieder öffnet“, erzählt Nelly Nagel. Doch dazu kommt es nicht, weshalb die Horkheimer bei ihrer Fluggesellschaft einen anderen Rückflug verlangen. „Anfangs hieß es, wir sollen einfach stornieren und bekommen das Geld erstattet.“
Rückflug aus Thailand: Heilbronner Familien wollten in Doha umsteigen
Das Problem: Wegen der unklaren Lage sind die Flugpreise in die Höhe geschossen. Für den ursprünglichen Preis des Rückflugs sei aktuell nur ein Flug für eine Person zu haben, sagt Nelly Nagel. „Für die Airline ist das natürlich bequem. Wir fanden das super ärgerlich.“ Ohnehin steht den Familien nach EU-Recht zu, dass die Airline einen Ersatzflug anbietet. Eine weitere Mitreisende hat den Weg über einen teureren Rückflug trotzdem gewählt, weil sie zurückfliegen musste.
Natürlich gebe es schlimmere Lagen, in denen man sich befinden kann. „Wir sind in einer komfortablen Situation, in einem sicheren Land.“ Anders so mancher Nahost-Urlauber: Ein Dubai-Tourist aus Steinheim schilderte der Stimme, er hätte Raketen fliegen sehen. Dennoch hätten die beiden Heilbronner Familien am 8. März zurückfliegen sollen und sind nun schon einige Tage länger in Thailand als geplant.
Der verlängerte Aufenthalt schlägt ins Kontor: Kosten für das Hotel, zusätzliche Urlaubstage, die die Sechs nehmen müssen, und Parkkosten für die Autos, die in Zürich stehen. Da komme einiges zusammen, erzählt Nagel. „Wir wollen und müssen einfach nach Hause.“
Gestrandete Heilbronner Urlauber mit Telefon-Marathon mit der Airline
Um die Rückreise zu organisieren, ist die Gruppe „quasi in Dauerschleife“ mit der Kunden-Hotline von Iberia in Kontakt. Allein 38 Mal habe sie selbst dort angerufen, sagt Nelly Nagel. „Das Problem ist: Man wird immer wieder mit anderen Mitarbeitern verbunden, denen man den Fall wieder neu schildern muss.“
Dann werde man wieder in Warteschleifen geschickt, die gerne mal 20 Minuten dauern. Selten sei ein Anruf kürzer als anderthalb Stunden, berichtet die 40-Jährige. „Zum Teil ist es so, dass die Mitarbeiter einfach auflegen.“ Am Flughafen waren die Heilbronner nicht erfolgreicher. Zwar habe es Schalter von Iberia gegeben, die jedoch geschlossen waren.
Nun gibt es für die Familien zumindest einen kleinen Lichtblick. Familie Nagel könnte offenbar zu dritt am Samstagabend nach Wien und dann nach Zürich fliegen. „Wenn das so stattfinden würde, wäre es natürlich gut. Dann wären wir eine Woche länger in Thailand gewesen als geplant.“
Warum die drei allerdings auf einen Flug gebucht wurden ohne ihre Freunde und ohne dazu eingewilligt zu haben, versteht Nelly Nagel nicht. „Das ist natürlich nicht schön, wenn man zusammen in Urlaub fährt und dann alleine zurückreist, ohne zu wissen, was mit den anderen ist.“
Kann die Heilbronner Familie am Samstag aus Thailand zurückfliegen?
Der Familie Fischer hat die Airline derweil einen Rückflug in der nächsten Woche, am 19. März angeboten. „Wir wollen aber nicht so spät erst zurückfliegen“, betont Angelika Fischer. Das Problem hierbei: Die Mitarbeiterin am Telefon habe den Flug bereits fest umgebucht, weshalb nun angeblich nicht noch mal kostenlos umgebucht werden kann. „Da sind einfach gravierende Fehler passiert.“
Anfangs sei die Freundesgruppe noch entspannt an die Sache herangegangen. „Wir dachten, die werden ein paar Tage brauchen, bis sie sich sortiert haben.“ Immerhin sei Iberia eine große Airline, sagt Nelly Nagel. Doch inzwischen sind sie eines Besseren belehrt worden, müssen hoffen und immer weiter telefonieren. „Wir sind rund um die Uhr damit beschäftigt, es zu organisieren, irgendwie nach Hause zu kommen.“
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Kommentare
Christian Kühnle am 13.03.2026 20:41 Uhr
Das sind Luxusprobleme