Tablets für Schüler in Heilbronn: So reagiert Stadt auf zurückhaltende Gymnasien
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Die ersten Schulen in Heilbronn haben iPads für alle Schüler erhalten. Mit nach Hause nehmen? Für jüngere Kinder ist das an manchen Gymnasien tabu. Das sagt das Rathaus dazu.
Schüler in Heilbronn können mit Tablets arbeiten, nicht alle Gymnasien händigen die Geräte für den Gebrauch zu Hause aus.
Foto: Marcus Brandt
Alle Kinder an allen staatlichen Schulen in Heilbronn können eigene Tablets erhalten. An Heilbronner Schulen sind schon Hunderte Geräte über die digitale Bildungsoffensive verteilt worden, mit weiterführenden Schulen ging es los. Stadt und Dieter-Schwarz-Stiftung finanzieren die Ausstattung gemeinsam, nehmen mehrere Millionen Euro für Geräte und Systeme in die Hand.
Kritik, auch aus Reihen von Eltern, kommt am Verhalten einzelner Gymnasien: Am Mönchsee-Gymnasium (MSG) dürfen erst Kinder ab Klasse acht die Geräte mit nach Hause nehmen, am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) sogar erst ab Klasse zehn.
Tablets für zu Hause: Warum manches Gymnasium das den Jüngeren nicht erlaubt
Die Schulen begründen dies unter anderem damit, dass ein Jugendschutz-Filter außerhalb des Schul-WLANs fehle. Das MSG will außerdem laut Schulleiterin Grit Steiner unter anderem die jüngeren Kinder an die Geräte heranführen – in einem „begleiteten Prozess“, wie sie betont.
Das Robert-Mayer-Gymnasium und die Heinrich-von-Kleist-Realschule Heilbronn sehen es lockerer, geben die Geräte auch den Jüngeren mit nach Hause. Karin Schüttler, die im Rathaus das Schul-, Kultur- und Sportamt leitet, hat dazu ebenfalls eine klare Haltung.
Rathaus Heilbronn: Schulen sollten Tablets auch zur Nutzung zu Hause ausgeben
Im Sinne von Stadt und Dieter-Schwarz-Stiftung sei es, dass Kinder „den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien“ lernen. Karin Schüttler betont gegenüber stimme.de: „Dafür sollten die Tablets an die Schülerinnen und Schüler auch zur Nutzung zu Hause ausgegeben werden.“
Karin Schüttler erinnert zugleich an die Vorgaben. Damit Schulen an der „Digitalen Bildungsoffensive“ teilnehmen können, müssten sie „ein pädagogisch sinnvolles Nutzungskonzept durch die Schulen“ beim Schul-, Kultur- und Sportamt der Stadt Heilbronn vorlegen. „Ist diese Voraussetzung erfüllt, liegt die Verantwortung für die Nutzung der digitalen Endgeräte ausschließlich in der Verantwortung der Schulen. Stadt und Stiftung mischen sich hier nicht ein“, so die Amtsleiterin.
Gymnasien fordern besseren Jugendschutz: Das ist der Stand der Dinge
Schulen fordern einen besseren Jugendschutzfilter, daran wird gearbeitet. Dazu sagt Karin Schüttler: „Die aktuelle Testphase war aus Sicht der Schulen nicht ausreichend erfolgreich. Es werden weitere Varianten getestet.“
Kürzlich hat sich Karin Schüttler auch per Mail an einen Vater gewandt, dessen Kinder das Theodor-Heuss-Gymnasiums besuchen. Der Briefwechsel ging ebenfalls an stimme.de. Auch darin geht es um die Jugendschutzfilter, an denen Schwarz-IT arbeite und bei der Testung mit den Schulen kooperiere. Die Amtsleiterin schreibt: „Allen gemeinsam ist daran gelegen, sehr zeitnah eine befriedigende Lösung zu erreichen.“
Leichte Schulranzen: So sieht es bei digitalen Schulbüchern aus
Schulen wollen Tablets dann einsetzen, wenn es pädagogisch sinnvoll ist. Hefte, Stifte und Bücher bleiben weiterhin wichtig. Dennoch setzen gerade die Jugendlichen darauf, dass die Schulranzen leichter werden – weil Schulbücher digital sind.
Die Stadt, die für die Finanzierung von Büchern verantwortlich ist, zeigt sich hier offen. „Die Nutzung von Lehrbüchern und die Entscheidung, ob analoge oder digitale Versionen verwendet werden, trifft die Schule in Abhängigkeit von den Bildungsplänen“, so Karin Schüttler. „Von unserer Seite besteht die Bereitschaft, alle digitalisierten Varianten und Schulbücher bereitzustellen und dafür auch die Möglichkeit von Schulträgerlizenzen zu nutzen.“
Das ist geregelt
Was eine missbräuliche Nutzung der Geräte angeht, so gibt es klare Regeln. „Mit den Eltern aller Schülerinnen und Schüler wird ein Leihvertrag für die Endgeräte abgeschlossen. Volljährige Schülerinnen und Schulen schließen den Vertrag mit der Stadt selbst ab“, so Karin Schüttler, die im Rathaus das Schul-, Kultur- und Sportamt leitet. „Bei nachgewiesener missbräuchlicher Nutzung müssen finanzielle Eigenanteile an der Reparatur beziehungsweise Neubeschaffung durch die Eltern beziehungsweise Schülerinnen und Schüler geleistet werden.“
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