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„Hier kommt nichts“: So wirkt sich der Verdi-Streik in Heilbronn aus 

  
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Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Verdi hat auch Heilbronn und die Region getroffen. Die Haltestellen waren am Morgen teils verwaist, viele Pendler mussten auf das Auto oder den Bus umsteigen.


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Der Verdi-Streik hat in der Heilbronner Innenstadt den Verkehr von Stadtbahnen und Stadtbussen lahmgelegt. Die Haltestellen waren größtenteils verwaist, wer in der Kälte bei Schneeregen wartete, nahm einen der Regionalbusse. Sie waren vom Streik in öffentlichen Verkehrsunternehmen nicht tangiert, auch Regionalbahnen fuhren. In der Innenstadt sah es anders aus. Egal ob am Finanzamt, an der Harmonie oder am Marktplatz: Auf die Bahn wartete hier niemand, die Pendler wussten in aller Regel Bescheid. 

Lediglich am Heilbronner Hauptbahnhof sorgte der Streik bei manchen für Verwirrung, die gerade mit dem Zug angekommen waren: Die Anzeigetafeln des HNV zeigten im Wechsel die normale Ankunftszeit der Stadtbahnen und dann wieder einen Schriftzug „Fällt aus!“.

Keine Bahn wegen Streik in Heilbronn: Anzeigetafeln sorgen für Verwirrung

Ein Berufsschüler, der heute in Richtung Leingarten muss, hat die Tafel nicht so genau angeschaut und flucht. „Keine Bahnen?“ fragt er, zückt Handy sowie Thermoskanne und macht sich auf die Suche nach einem Bus. Ein weiterer Passant macht die Wartenden am Gleis auf den Streik aufmerksam. „Hier kommt heute nichts.“ 

Ullrich Kneisel aus Nordheim will zu einem Termin ins Rathaus und weiß nun nicht, wann der nächste Bus zum Marktplatz fährt. „An bewegungseingeschränkte Menschen denkt bei sowas niemand“, sagt der 65-Jährige. Nachvollziehen kann er den Streik trotzdem. „Die Mitarbeiter können ja auch nichts dafür.“

Verdi ruft zu Streik auf: Nächste Verhandlungsrunde am 11. Februar 

Aktuell läuft die Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter in Nahverkehrsunternehmen bundesweit zum Streik aufgerufen, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde brachte kein Ergebnis, die nächsten Verhandlungen finden am 11. Februar in Potsdam statt. Zum Streik aufgerufen waren rund 100.000 Beschäftigte in 150 Verkehrs- und Busbetrieben.

Wie der Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert der Deutschen Presse-Agentur mitteilt, seien derzeit keine weiteren Streiktage geplant. Allerdings hänge das von den weiteren Verhandlungen ab.

Eine Gruppe Schüler ist zu spät für die erste Stunde, weil ihre übliche Stadtbahn S4 nicht gekommen ist. Einer der Jungen hat seine Mutter angerufen, auf die die Gruppe jetzt an der Bushaltestelle wartet. „Unsere Lehrerin hat uns geschrieben, dass es okay ist, wenn wir später kommen.“ 




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