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Innerstädtische Nachverdichtung
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Bezahlbarer Wohnraum: Stadtsiedlung Heilbronn setzt auf serielles Bauen

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Um den geförderten Wohnbau voranzutreiben, setzt die Stadtsiedlung Heilbronn auf seriell gefertigte Mietshäuser. Die Bauweise ist kompakt. Die Förderquote liegt bei 100 Prozent.


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Mit dem Ausbau des Hochschulcampus und der Entwicklung des Innovationsparks für Künstliche Intelligenz (Ipai) ist die Stadt Heilbronn auf Wachstumskurs. Damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum. Mit acht seriell gefertigten Wohnhäusern schaffe die städtische Tochter Stadtsiedlung „kostengünstigen und zugleich attraktiven Wohnraum“, sagte Oberbürgermeister Harry Mergel am Montag, 31. März, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Auf einer Grundfläche von zwölf auf zwölf Metern ist jeder dieser kubischen sogenannten Stadtbausteine konzipiert. Die Gebäude werden von der Firma Nokera AG bei Magdeburg in Holzbauweise vorgefertigt und vor Ort in Heilbronn wie in einem Baukastensystem zusammengesetzt. Jedes Gebäude hat sechs Wohnungen, verteilt auf drei Stockwerke.

Die seriell gefertigten Wohnhäuser haben drei Stockwerke und eine Grundfläche von zwölf auf zwölf Meter.
Die seriell gefertigten Wohnhäuser haben drei Stockwerke und eine Grundfläche von zwölf auf zwölf Meter.  Foto: privat

Die Wände werden bereits im Werk hergestellt. Bad und Küche sind ebenfalls vorgefertigt. Alle Zwei-Zimmer-Wohnungen haben die gleiche Raumkonzeption. Das Konzept bietet quasi „Wohnen von der Stange“, sieht aber nicht so aus und fühlt sich für die Bewohner auch nicht so an, betont Dominik Buchta, Geschäftsführer der Stadtsiedlung Heilbronn.

Wohnraum in Heilbronn: Serielle Wohnhäuser haben keine Unterkellerung

Die Gebäude werden weder einen Aufzug noch Kellerräume haben. Auch eine Tiefgarage wird es nicht geben. „Wir sprechen über bezahlbaren Wohnraum“, so Buchta. Kleinere Nebengebäude sollen aber Abstellmöglichkeiten bieten.

Die Wohnhäuser sind für die innerstädtische Nachverdichtung konzipiert. Sie sollen in möglichst kurzer Zeit ohne langwierige Bebauungsplanverfahren auf bereits bestehende Grundstücke gebaut werden, so Buchta.

Die Standorte für die ersten fünf der insgesamt acht bestellten Wohnhäuser stehen bereits fest. Zwei Gebäude sollen im Kaulbachweg/Sontheimer Straße gebaut werden. Drei weitere sind in der Christophstraße vorgesehen. „Im Mai reichen wir die Bauanträge ein“, sagt Buchta. Bereits im ersten Quartal 2026 sollen die Häuser stehen. Vertraglich sei festgelegt, dass die Gebäude 203 Kalendertage nach der Abrufung fertiggestellt sein müssen. 

Einkaufsgemeinschaft bietet Stuttgart und Heilbronn Preisvorteile

„Wir reden hier über ein Pilotprojekt“, sagte OB Mergel. Gemeinsam mit der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) hat die Heilbronner Stadtsiedlung eine Einkaufsgemeinschaft für ein Modul gebildet. Um größere Stückzahlen zu günstigeren Preisen bestellen zu können. Stuttgart hat zehn Stadtbausteine bestellt, Heilbronn acht. Anfragen umliegender Kommunen, sich anzuschließen, sind beim Heilbronner Stadtoberhaupt willkommen.

Für Buchta sind die seriell gefertigten Wohnhäuser eine Antwort auf den großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Die Kosten liegen bei 815.000 Euro pro gefertigtem Wohnwürfel. Bei fünf Drei-Zimmer-Wohnungen mit knapp 52 Quadratmetern und einer Ein-Zimmer-Wohnung mit 36 Quadratmetern Wohnfläche liege der Preis pro Quadratmeter demnach bei rund 2800 Euro.

Oberbürgermeister Harry Mergel (rechts) und Dominik Buchta, Geschäftsführer der Stadtsiedlung, sehen im seriellen Bauen einen innovativen Ansatz, schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Oberbürgermeister Harry Mergel (rechts) und Dominik Buchta, Geschäftsführer der Stadtsiedlung, sehen im seriellen Bauen einen innovativen Ansatz, schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.  Foto: Seidel, Ralf

Günstig wohnen in Heilbronn: Mietpreis soll bei unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen

Die Förderquote liegt laut Buchta bei 100 Prozent. Damit könnte der Mietpreis zwischen 8,70 Euro und 9,10 Euro pro Quadratmeter liegen, sagt der Geschäftsführer der Stadtsiedlung. Das variiere je nachdem, welche Zusatzkosten für jedes Haus dazukommen könnten. Etwa bei der Gestaltung der Außenanlage oder je nach Topografie auf der das Haus fertiggestellt wird. Wenn etwa in Hanglage Höhenunterschiede ausgeglichen werden müssen.

„Wir brauchen günstigen Wohnraum in unseren Städten. Die Stadtsiedlung und die SWSG zeigen mit ihrem innovativen Lösungsansatz, wie sich Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und architektonischer Anspruch auch zu den aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen umsetzen lassen“, sagte Mergel. Insgesamt sieht die Stadtsiedlung einen Bedarf von 150 Wohnungen in serieller Bauweise. Mit den ersten acht Würfeln würden bereits 48 Wohneinheiten fertiggestellt. 

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