Wie kann Heilbronns Innenstadt attraktiver werden?
Bei einer Straßenumfrage zur Attraktivität der Heilbronner Innenstadt kommt heraus: Passanten wünschen sich mehr traditionelle, aber auch mehr individuelle Angebote. Studenten-Restaurants, Spielplätze und kleine Geschäfte werden vermisst.

Eine Weinstube, ein schwäbisches Lokal und eines zu Studentenpreisen, mehr öffentliche Aufenthaltsräume wie Bibliotheken, mehr Grün, mehr Spielplätze: Die Wünsche von Bürgern und Passanten für die Wiederbelebung der Heilbronner Innenstadt sind mannigfaltig. Doch es gibt auch Stimmen, die mit dem zufrieden sind, wie sich die Stadt entwickelt hat und derzeit präsentiert.
"Restaurants sind eigentlich genügend vorhanden", sagt Gabi Schwarz. Doch wenn sie sich was wünschen dürfte, "dann wäre das die Ansiedlung eines Kaufhauses wie Peek & Cloppenburg in Stuttgart", sagt die Rentnerin, die vor drei Jahren mit ihrem Mann aus Massenbachhausen nach Heilbronn gezogen ist. "Wir fühlen uns hier sehr wohl", betont ihr Mann Willi. Allerdings gebe es zu wenige individuelle und kleine Geschäfte.
"Die Stadt ist im Grundton sehr grau", findet Melanie Schaefer (31), die mit ihrem Freund Yannick Gerster (35) gerade durch die Stadt bummelt. "Ich würde mir wünschen, dass man den dunkelgrauen Straßenbelag aufhellt, Wasserspiele anlegt und einen besseren Mix aus Cafes, Geschäften und Restaurants hinbekommt", sagt Melanie Schaefer, die in Bad Wimpfen aufgewachsen ist und nun in Frankfurt lebt.
Marktstände in der Innenstadt und nicht nur vor dem Rathaus
Inga Gräfenstein wünscht sich mehr Marktstände in der Innenstadt und nicht nur vorm Rathaus, "vielleicht drei Mal pro Woche mit saisonalem Gemüse, Obst und Blumen", sagt die 32-Jährige. Ansonsten findet sie die Stadtentwicklung "eigentlich besser als früher", sagt Gräfenstein, die 2005 von Gera nach Heilbronn gezogen ist.
"Mehr Spielplätze und mehr Grün" wünscht sich Iordana Bairaktaridou. Sie trinkt gerade mit ihrer Mutter Joanna Karyoti (58) an der Neckarmeile einen Kaffee. "Schön wären auch mehr Bekleidungsgeschäfte und Restaurants", sagt Mutter Joanna Karyoti. Als sie 1972 aus Griechenland nach Heilbronn kam, habe es "mehr Auswahl" gegeben, meint Karyoti. Tochter Iordana hätte gerne "Studenten-Restaurants, die preiswerter sind, ähnlich wie eine Mensa, und öffentliche Aufenthaltsräume wie eine Bibliothek", sagt die 27-Jährige.
Drei Tage Urlaub machen Traudel und Heinz Rübeling aus Marburg in Heilbronn. Sie finden die Stadt "sehr schön, vor allem den Kiliansplatz", sagt Heinz Rübeling. So etwas gebe es in Marburg nicht, "da ist alles etwas enger gebaut".
"Der Kiliansplatz ist eine unsägliche Steinwüste", findet Marianne Götzenberger. Es gebe dort zu viele Barbershops, Dönerläden und Nagelstudios. Stattdessen wünscht sie sich schwäbische Gastwirtschaften oder vielleicht eine Besenwirtschaft, ihr Mann Heinrich hätte gerne eine Weinstube in der Innenstadt. Beiden fehlt "das Traditionelle wie etwa kleine inhabergeführte Geschäfte wie in Öhringen, dies könnte die Attraktivität wieder steigern", meint Marianne Götzenberger.
Auch Karin und Wolfgang Schwarz aus Oberheinriet fehlt die "Tradition wie früher" mit "Kaufhäusern wie einst dem Schuhgeschäft Holzäpfel oder kleinen Einkaufsläden", sagt Karin Schwarz.
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Stimme.de
Kommentare
Rolf Wenzl am 04.01.2022 00:28 Uhr
Hier hätte ein schöner Park und Spielplatz gestaltet werden können und das Deutschordensschloss wäre nicht zugemauert. Auch das Wollhaus hätte nicht so viele Leerstände denn in der Galerie sind doch meist nur kleinere Geschäfte. Die hätten ebenso in der Fleiner-und Sülmerstrasse sein können
Ute Nitsche am 03.01.2022 20:13 Uhr
Die Innenstadt mag attraktiv sein von Montag bis Samstag, am Sonntag ist sie tot. Ich finde es unglaublich, dass beide eigentlich gute Restaurants am Rathaus am Sonntag Ruhetag haben. Kann sowas nicht besser gesteuert werden? Vielleicht wird es ja mal wieder anders nach Corona