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Heilbronn

Wie die Heilbronner Schwangerenberatung Familien unterstützt

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Die Heilbronner Beratungsstelle der Diakonie für Themen rund um die Schwangerschaft hilft Menschen in schwierigen Lebenslagen. Oft sorgen sich besonders Familien mit geringem Einkommen um die Zukunft mit Kind. Aber nicht nur hier setzt die Beratungsstelle mit unterstützenden Angeboten an.

von Annika Heffter
Laura Rumig ist die neue Abteilungsleiterin der Schwangerenberatung der Diakonie Heilbronn. Die Angebote rund um Themen vor, während und nach der Schwangerschaft sind vielfältig.
Foto: Mario Berger
Laura Rumig ist die neue Abteilungsleiterin der Schwangerenberatung der Diakonie Heilbronn. Die Angebote rund um Themen vor, während und nach der Schwangerschaft sind vielfältig. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Eine Schwangerschaft bedeutet für viele Familien riesige Freude und großes Glück. Sie kann aber auch beängstigend und belastend sein. Besonders Menschen mit geringem Einkommen machen sich oft Sorgen um die Zukunft als Familie.

Aufgrund der psychischen Belastung sind für Frauen in der Schwangerschaft und für Familien Beratung, ein offenes Ohr und Unterstützung wichtig. So haben Betroffene das Gefühl, das Leben mit Kind meistern zu können.

Eine Anlaufstelle in solchen Situationen ist die Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und besondere Lebenssituationen der Diakonie Heilbronn, die auch vom Verein Menschen in Not finanziell unterstützt wird. Laura Rumig ist seit Frühjahr die neue Ableitungsleiterin der Beratungsstelle.


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Zukunftsängste nehmen

"Vor kurzem war eine Frau in der Beratung, die während der Schwangerschaft ihren Job verlor und ein Kind mit Behinderung hat", erzählt Rumig. In solchen Fällen gehe es dann schnell um existenzielle Fragen und Zukunftsängste. Finanzielle Notlagen gebe es häufig bei den Menschen, die die Beratungsstelle aufsuchen. "Oft ist zum Beispiel die Frage: Wie kann ich mir die Erstausstattung für das Baby überhaupt leisten?"

Zusammen mit ihrem Team zeigt Laura Rumig Betroffenen dann auch auf, welche Unterstützungsmöglichkeiten bei Staat und Kirche existieren, worauf betroffene Familien mit geringem Einkommen zum Beispiel Anspruch haben und so weiter. Unter anderem durch Mittel der Bundesstiftung Mutter und Kind kann etwa bei der Erstausstattung geholfen werden.

Frauen sollten wissen, dass sie nicht allein sind

"Wir möchten in diesen bewegten Zeiten die Hoffnung aufrechterhalten", sagt Rumig. Viele Betroffene hätten einfach "keine Kraft mehr zu kämpfen, für sich und für ihren Lebensunterhalt". Dann versuchen Rumig und ihre Mitarbeiter, neben ganz praktischen Tipps auch Zuversicht zu geben. "Frauen sollten wissen, dass sie nicht allein dastehen."


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Seit kurzem hat die Beratungsstelle ein neues Projekt am Start, eine Energiesprechstunde. Dabei werden besonders Familien beraten, die sich bei steigenden Kosten in allen Lebensbereichen den Alltag nicht mehr leisten können. Die Nachfrage nach Terminen, erklärt Laura Rumig, sei sehr hoch. Gleich zu Beginn sei alles auf vier Wochen ausgebucht gewesen.

Bei der Sprechstunde würde sich eine Beraterin mit den Familien zusammensetzen und sich deren Ausgaben anschauen, überlegen, wo noch gespart werden könnte, damit Familien nicht in die Schuldenfalle geraten und auch Kontakte, etwa zur Schuldnerberatung, vermitteln. Gern würde Rumig das Angebot ausbauen, damit Menschen in Notlagen nicht so lange auf einen Termin warten müssen. Ob das klappt, hänge unter anderem von den Mitteln ab, die der Beratungsstelle im kommenden Jahr zur Verfügung stehen werden.

Vielfältige Angebote bei der Beratungsstelle

Neben konkreten Hilfen bei finanziellen Sorgen und Nöten bietet die Beratungsstelle alle möglichen Angebote vor, während und nach einer Schwangerschaft an: eine Hebammensprechstunde, Rückbildungskurse für Mütter von Schmetterlingskindern, die rechtlich vorgeschriebene Beratung bei einem Schwangerschaftskonflikt, Unterstützung, wenn man ungewollt kinderlos ist und vieles mehr.

"Frauen schaffen so unglaubliche Dinge", sagt Rumig. Ihr großer Wunsch für die Gesellschaft: dass Kinder nicht als "anstrengend" angesehen würden, dass Familien Wertschätzung erfahren. "Wenn Menschen sich trotz aller Herausforderungen und Krisen dazu entscheiden, Kinder großzuziehen, dann sollten wir das als Gesellschaft feiern", appelliert Laura Rumig.

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