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Unruhe im Heilbronner Gefängnis

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Der Leiter der Justizvollzugsanstalt sieht sich Anschuldigungen ausgesetzt, die der Verfasser von anonymen E-Mails äußert. Er erstattet Anzeige gegen Unbekannt.

Wann sind die Zellen offen, wann ist Arbeitsbeginn, wann haben die Insassen Freizeit? Der Alltag im Heilbronner Gefängnis ist minutiös durchgeplant.
Foto: Archiv/Berger
Wann sind die Zellen offen, wann ist Arbeitsbeginn, wann haben die Insassen Freizeit? Der Alltag im Heilbronner Gefängnis ist minutiös durchgeplant. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger

Der Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Heilbronn, Andreas Vesenmaier, sieht sich in anonymen E-Mails schweren Vorwürfen ausgesetzt. Hintergrund sind Einschränkungen von Freiheiten innerhalb der Gefängnismauern. Offenbar stößt das Insassen sauer auf. In den E-Mails heißt es unter anderem, die Drogenkriminalität habe unter seiner Leitung zugenommen. Vesenmaier hat bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Der Gefängnisleiter vermutet hinter den Schmähbriefen einen, oder ein paar Rädelsführer, die auf diese Weise Unruhe stiften. Was ihr eigentliches Ziel ist, sei unbekannt.

Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Die Heilbronner Staatsanwaltschaft bestätigt den Eingang der Anzeige. Sprecherin Mareike Hafendörfer zufolge ist die Polizei mit Ermittlungen beauftragt. Zunächst gehe es darum herauszufinden, wer der Urheber des anonymen Schreibens ist. Erkenntnisse gebe es dazu noch keine.


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Vesenmaier toleriert nach eigenen Angaben keine Verstöße oder "unerwünschtes Verhalten". Er gehe gegen Körperverletzungen vor, die wie in jedem Gefängnis vorkommen können, und er dulde es nicht, wenn Insassen versuchten, Macht auszuüben oder andere zu erpressen. "Es ist mein Anliegen, standhaft zu sein", sagt er. Würden Grenzen überschritten, schreite er ein. Drogendelikte bringe er - anders als in den anonymen Schreiben behauptet - konsequent zur Anzeige. Unter Vesenmaiers Vorgänger hatte sich im Knast ein schwunghafter Handel mit Handys und Drogen etabliert. Das illegale Treiben flog 2018 auf.

Vollzugsmitarbeiter standen wegen Bestechlichkeit und Drogenhandels vor Gericht. In der Folge wurden in der JVA an der Steinstraße Veränderungen getroffen, um derartige Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern. Corona brachte weitere Einschränkungen.


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Anstaltsleitung meldet Verdächtiges

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigt, dass die Anstaltsleitung immer wieder Verdachtsmomente melde. Eine konkrete Anzahl könne sie nicht nennen, teilt Hafendörfer auf Stimme-Anfrage mit. "Den Anzeigen wird bei zureichenden Anhaltspunkten nachgegangen." Die Ermittlungen führten jedoch oft nicht zu einem hinreichenden Tatverdacht. Das liege beispielsweise bei tätlichen Übergriffen an der mangelnden Kooperation der Beteiligten. In anderen angezeigten Fällen erhärten sich laut Hafendörfer die Verdachtsmomente nicht. Des Weiteren sei nicht auszuschließen, dass einzelne Gefangene aus taktischen Erwägungen heraus Sachverhalte meldeten, ohne dass diese tatsächlich zutreffen.

Wie sich die Freizeiten verändert haben

Der Drogenschmuggel 2018 und Corona haben den Alltag der Insassen im Heilbronner Gefängnis verändert. Die Zeiten, in denen sich Gefangene nachmittags und an den Wochenenden frei auf ihrem Stockwerk bewegen dürfen, sind gekürzt worden. Besuche von Familienangehörigen sind weiterhin möglich. Sie dürfen inzwischen auch unter Aufsicht skypen. Nach Angaben der Anstaltsleitung ist außerdem die Suchthilfe ausgebaut worden.

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