Meinung: Unzufriedene wollen dem JVA-Leiter schaden
An den Vorwürfen gegen den Leiter des Heilbronner Gefängnisses scheint nichts dran zu sein, kommentiert unsere Autorin. Doch das Vollzugswesen im Land steckt in einer Krise.
Nach der Affäre 2018 um Drogen und Handys, die in das Heilbronner Gefängnis geschmuggelt wurden, schrecken erneute Behauptungen über vermeintliche Missstände und kriminelle Machenschaften auf. Der Skandal damals und die Anschuldigungen heute lassen sich nicht gleichsetzen. Damals haben Inhaftierte durch wahre Aussagen gegenüber dieser Zeitung den Skandal öffentlich gemacht. Dieses Mal versuchen vermutlich einige wenige Unzufriedene, dem Leiter der Justizvollzugsanstalt zu schaden. Sie betreiben ein falsches Spiel. Der Gefängnisleiter geht in die Offensive und wendet sich an die Staatsanwaltschaft. Ein kluger Schritt.
Der Knastalltag ist für Insassen sicher nicht leicht – und gewiss nicht für die dort beschäftigten Vollzugsbediensteten. Der Drogenskandal vor drei Jahren, das knappe Personal und Corona machen Veränderungen im Gefängnis erforderlich. Man kann verstehen, dass Einschränkungen von Freiheiten Frust hervorrufen. Doch sie sind zumutbar. Angaben des Landesjustizministeriums zeigen, dass die Haftbedingungen anderswo weitaus schlechter als in Heilbronn sind. Sie machen aber auch deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Personalnot, Überbelegung und Suchtprobleme führen im Vollzugswesen zu unliebsamen Entwicklungen.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare