Theater Heilbronn blickt optimistisch in 2023
Im nächsten Jahr will das Theater Heilbronn wieder Ergebnisse wie vor der Corona-Pandemie erzielen. Dafür muss jedoch der freie Verkauf von Eintrittskarten gesteigert werden, zumal die Erlöse im Abonnement stagnieren. Investitionen stehen auch an.

Beim Theater Heilbronn setzt man auf das Prinzip Optimismus. Wie aus dem jetzt dem Gemeinderat vorgelegten Wirtschaftsplan 2023 hervorgeht, rechnet die Theaterleitung auf der Einnahmenseite wieder mit Ergebnissen wie im Vor-Corona-Jahr 2019. „Das bedeutet vor allem vor dem Hintergrund sinkender Abonnementszahlen aufgrund pandemiebedingter Zurückhaltung bei den Besuchern eine enorme Herausforderung“, weiß Intendant Axel Vornam um die Schwere.
Freien Verkauf steigern
Für ihn heißt das: „Die Erlöse aus dem freien Verkauf müssen gesteigert werden.“ Zumindest die im Wirtschaftsplan zugrunde gelegten Zahlen sprechen ein klares Bild: Beim freien Verkauf erwartet man am Berliner Platz Einnahmen von rund 1,6 Millionen Euro (2022: 1,2 Millionen), bei den Abonnements von 805.000 Euro (733.000 Euro). Die nächste Anhebung der Theater-Eintrittspreise ist für die Spielzeit 2023/2024 geplant.
Finanzierungslücke
Auskommen muss das Theater im kommenden Jahr noch einmal mit dem seit 2018 vereinbarten städtischen Budget plus Zuschuss von insgesamt 8,53 Millionen Euro. Ganz auskömmlich wird der Betrag nicht sein. So zeichnet sich eine Finanzierungslücke von knapp 100.000 Euro ab, die über Rücklagen geschlossen werden muss. Das Reservekapital sinkt demzufolge auf knapp 635.000 Euro.
Neues Budget vereinbart
Für das Wirtschaftsjahr 2024 und Folgejahre muss zwischen der Stadt Heilbronn und dem Theater ein neues Budget vereinbart werden. Beim Theater kalkuliert man hier mit 8,08 Millionen Euro und mit einem Zuschuss von rund 980.000 Euro. Bei der Landesförderung rechnet die kaufmännische Theaterleitung wie 2022 mit einer Zuwendung in Höhe von 4,2 Millionen Euro.
Der Personalaufwand ist mit rund 9,65 Millionen Euro kalkuliert. Enthalten sind darin soziale Abgaben und Aufwendungen für die Alterversorgung. Zugrunde gelegt hat die Theaterleitung bei den Personalkosten eine Tarifsteigerung von 2,5 Prozent. Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Geld. Berücksichtigt ist in den Personalaufwendungen auch die Anhebung der Mindestgage in drei Schritten bis September des kommenden Jahres um insgesamt 915 Euro.
Für 2023 sind im Vermögensplan des Theaters Investitionen in Höhe von 585 000 Euro geplant. Von diesem Betrag fließen 215 000 Euro in die Erneuerung defekter Geräte und Maschinen und 220 000 Euro werden für den Kauf von Scheinwerfern und Beleuchtungsausrüstung benötigt. In den Austausch der mehr als 20 Jahre alten Bühnenbeschallung im Komödienhaus und im Großen Haus müssen 150 000 Euro investiert werden. Derzeit wird, um eine hohe Klangqualität zu erreichen, Equipment angemietet.
Relevanz
Nicht länger aufschiebbar ist nach Einschätzung von Intendant Vornam die Sanierung der Bühnenmaschinerie im Großen Haus. „Die Maßnahme ist dringend notwendig, da es für die alte Anlage keine Ersatzteile mehr gibt“, erklärt er seine Forderung. Aufrecht erhalten werden kann der Betrieb nur, weil vom Theater in Hannover, das seine baugleiche Maschinerie erneuert, brauchbare Teile erworben wurden.
Sanierung muss langfristig geplant werden
Druck auf das Projekt macht Vornam auch deshalb, weil es europaweit nur wenige Firmen gibt, die seinen Worten zufolge in der Lage sind, die Arbeiten durchzuführen. „Es muss schon 2023 darüber entschieden werden, ob die rund 1,2 Millionen Euro für die 2024 geplante Sanierung der Bühnenmaschinerie zur Verfügung gestellt werden“, kennt der Theaterintendant den engen zeitlichen Rahmen für Ausschreibung und Vergabe.
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