So geht der Glasfaserausbau in Kirchhausen voran
In den Heilbronner Stadtteilen Kirchhausen und Biberach gibt es beim Thema Glasfaserausbau eine Sondersituation. Bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Kirchhausen informierten die Deutsche Giganetz und die Wisotel GmbH über den aktuellen Stand.

Wie schon bei der vergangenen Bezirksbeiratssitzung in Biberach ging es auch in Kirchhausen am Donnerstagabend (13.10.2022) im ersten Sitzungspunkt ums Thema Glasfaserausbau. Rund 30 Zuhörer waren gekommen. Auch Juri Jacobi von der Stabstelle Stadtentwicklung und Zukunftsfragen der Stadt Heilbronn war vor Ort. Vor allem Homeschooling zu Hochzeiten der Pandemie hätte gezeigt, wie wichtig schnelles Internet ist, so Jacobi. Der Glasfaserausbau sei ein Teil der Daseinsfürsorge.
Warum es eine Sondersituation gibt
In den zwei Heilbronner Stadtteilen kam es beim Thema Glasfaserausbau zu einer Sondersituation, seit das schwäbische Telekommunikationsunternehmen Wisotel Anfang August verkündete, das DSL-Telekommunikationsnetz von der Zeag Energie AG zu übernehmen. Bürger, die im nächsten Jahr eigentlich zur Deutschen Giganetz wechseln wollten, müssen demnach erst einen neuen Vertrag abschließen. Denn: Mit Wisotels Übernahmeplänen ging ein vorläufiges Kündigungsschreiben von Zeag einher. Der bestehende Anschluss könne von Wisotel nur dann weiterbetrieben werden, wenn ein entsprechender Auftrag vorliegt.
Wisotel-Geschäftsführer Ralf Straßberger informierte am Donnerstagabend, dass man aus datenschutzrechtlichen Gründen die Kunden der Zeag nicht kenne. Um in der Übergangszeit bei der Wisotel GmbH unterzukommen, müsste also aktiv ein Auftrag erteilt werden.
Wegen dieser Sondersituation befürchteten einige Bürger eine Doppelbelastung. So weit wird es laut Martin Herkommer, Regionalleiter Süd der Deutschen Giganetz, aber nicht kommen.
Warum es für Kunden zu keiner Doppelbelastung kommen soll
Martin Herkommer erklärte, dass aufgrund dieser Sondersituation und der Verunsicherung vieler Bürger der Baustart der Deutschen Giganetz in Biberach und Kirchhausen vom Sommer 2023 auf voraussichtlich Ende dieses Jahres vorgezogen wird. Auch soll es keine Doppelbelastung geben. Wer sich zum Aktivierungsdatum in einem laufenden Vertrag mit Wisotel befinde, habe die Möglichkeit, den dann kommunizierten Aktivierungstermin einmalig auf den 1. Januar 2024 zu verschieben. Für alle Kunden gelte weiterhin das Angebot, bis zu zwölf Monate zwischen der Aktivierung des neuen Anschlusses und der Restvertragslaufzeit des alten Anbieters keine zweite Gebühr zu zahlen.
Auf die Frage von Bezirksbeiratssprecher Theo Rappold, wann die ersten Kirchhausener ans Glasfasernetz angeschlossen sein werden, nannte Martin Herkommer als möglichen Start Mitte des nächsten Jahres. Er betonte aber auch: "Nageln Sie mich da nicht fest. Tiefbau und Winter vertragen sich nicht immer." Die Bauarbeiten seien stark von den Wetterbedingungen abhängig. Und: Voraussetzung für den Ausbau ist, dass mindestens 35 Prozent der Haushalte einen zweijährigen Nutzervertrag mit der DGN abschließen. Ob diese Quote erreicht wird, wollte Aydin Melke (FDP) wissen. Martin Herkommer gab sich zuversichtlich: "Wir sind nah dran. Das Ziel wird erreicht." Der Baustart sei demnach nur noch abhängig vom Wetter.
Nur innerhalb der Vorvermarktung ist Glasfaseranschluss kostenlos
Martin Herkommer nutzte zudem die Gunst der Stunde, um darüber zu informieren, dass jeder, der der Deutschen Giganetz während der Vorvermarktung einen Auftrag erteilt, Glasfaser kostenlos bis ins Haus verlegt bekommt, ohne zusätzliche Kosten für den Anschluss. Wenn sich ein Haushalt in zwei Jahren für Glasfaser entscheiden sollte, müssten die Kosten von knapp 2000 Euro selbst getragen werden, da der Gehweg wieder aufgerissen und die Baugeräte vor Ort gebracht werden müssten. Auch könnte es in Zukunft teurer werden, da sich die Baupreise laut Herkommer derzeit rasant ändern.
DSL-Netz-Übernahme und Co.: Wisotels weiteren Pläne
Wisotel-Geschäftsführer Ralf Straßberger informierte, dass bestehende Glasfaserleitungen und fertige Hausanschlüsse ebenfalls von der Zeag übernommen wurden und man in den kommenden Wochen allen Bewohnern von Gebäuden, die bereits angeschlossen sind oder in Kürze angeschlossen werden, Angebote für Anschlüsse bis zu 1000 Mbit/s machen wird. Der Kundenservice sei in dieser Hinsicht allerdings noch nicht auf dem aktuellsten Stand.
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