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Heilbronn

Polarforscher Arved Fuchs fordert Steigerungen im Bereich Klimaschutz

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Arved Fuchs, der vielleicht bekannteste Abenteurer Deutschlands, ist zum Zeitzeugen wider Willen geworden. Seit mehr als 40 Jahren erlebt der Polarforscher bei seinen Expeditionen die Auswirkungen des Klimawandels hautnah mit. Bei einem Vortrag in der Kreissparkasse Heilbronn fordert der 70-Jährige ein modernes Naturmanagement.

von Milva-Katharina Klöppel
Polarforscher Arved Fuchs berichtete von seinen Expeditionen in die Arktis und Veränderungen im Klima, die gravierende Auswirkungen haben.
Foto: Ralf Seidel
Polarforscher Arved Fuchs berichtete von seinen Expeditionen in die Arktis und Veränderungen im Klima, die gravierende Auswirkungen haben. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Was einst als großes Abenteuer startete, wurde im Laufe der Zeit für Arved Fuchs zu einer wahren Mission. Eindrucksvoll berichtet der Schleswig-Holsteiner beim Auftakt der neuen Vortragsreihe "Blickpunkt Finanzen" der Kreissparkasse Heilbronn von seinen Expeditionen in die Arktis und dem dort deutlich sichtbaren Klimawandel. Passend zum ersten Themenschwerpunkt unter der ausgebuchten Pyramide: Nachhaltigkeit.

Geschlossene Eisdecke ist verschwunden

Weltruhm erlangte Arved Fuchs 1989 - als erster Mensch, der in einem Jahr sowohl den Nordpol als auch den Südpol zu Fuß erreichte. Eine Expedition, die in dieser Form heute nicht mehr möglich wäre - die geschlossene Eisdecke ist verschwunden. Damals, als junger Mann mit 35 Jahren, lernte Fuchs, die Kälte zu lieben.


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Insbesondere Grönland mit seinen Permafrostböden hat es ihm seither angetan. Die Arktis ist für Fuchs zum Frühwarnsystem der Erde geworden - gar nicht so weit von uns entfernt, wie wir immer glauben. "Häufig ist der Eisbär ein Symbol für die Eisschmelze", sagt der Polarforscher. Doch es hänge so viel mehr daran als dieses wohlgemerkt majestätische Tier. Die Permafrostküsten trifft der Klimawandel besonders hart. Über Jahrtausende hielt das Eis die Sedimente fest zusammen. Jetzt, wo die Temperaturen vermehrt über null Grad klettern, werden diese Küsten instabil, die Küstenlinie verschiebt sich landeinwärts. "Die Kultur der dort lebenden Menschen basiert auf Kälte", erklärt der 70-Jährige. Klimawandel habe auch etwas mit Menschenrechten zu tun.

Alles hängt zusammen

"Alles hängt mit allem zusammen" - darauf legt der Klimaschützer am Ende seines 45-minütigen Vortrags großen Wert. Wenn Schwarzer Heilbutt beispielsweise in Unmengen aus dem Atlantik gefischt werde, man mit den natürlichen Ressourcen viel zu verschwenderisch umgehe, bräuchte man sich in Europa nicht wundern, wenn Menschen im globalen Süden aus Hunger und Not ihre Heimat Richtung Norden verlassen. "Wir benötigen ein aktuelles und modernes Naturmanagement", fasst Arved Fuchs es zusammen. "Wir haben nur diesen einen Planeten - ihn zu bewahren, darum geht es."


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Anstrengungen müssen erhöht werden

Arved Fuchs stellte deutlich fest, dass die Bemühungen im Bereich Klimaschutz deutlich erhöht werden müssen. Die Welt hätte bereits eine Reihe von Kipppunkten bei Polarsystemen erlebt und weitere seien in nächster Zeit wahrscheinlich. Die dadurch ausgelösten Umweltveränderungen dürfte die Menschheit über Generationen, wenn nicht Jahrtausende nicht mehr in den Griff bekommen.

Diskussion über nachhaltiges Investieren

Im Anschluss an den eindrucksvollen Vortrag des Polar-Abenteurers sprach der Moderator des Abends Anno Knüttgen, SWR-Studioleiter Heilbronn, mit Tanja Sander (Vertriebsdirektorin Deka-Immobilien Investment), Markus Wurm (Energieberater) und Dominik Vogt (DekaBank) über die Möglichkeiten, die jeder einzelne hat, nachhaltig zu renovieren oder aber zu investieren.

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