Windpark Heuchelberg weckt großes Interesse unter Bürgern
Bislang nur eine Idee, aber noch keine Entscheidung: Der dritte Infoabend über den geplanten Windpark Heuchelberg ist gut besucht.

Es gibt viele Fragen zu klären. Vor allem der Flächenverbrauch, aber auch der Naturschutz treibt die rund 180 Bürger um, die am Mittwochabend in die Nordheimer Festhalle gekommen sind.
Es ist die dritte Infoveranstaltung zum Windpark Heuchelberg mit aktuell angedachten 13 Windkraftanlagen, den Brackenheim, Leingarten, Nordheim, Schwaigern und Waldbesitzer Karl-Eugen Graf Neipperg angehen wollen.
Noch ist alles eine Idee, in keiner Kommune wurden Grundsatzentscheidungen gefällt. Klaus Mandel, Direktor des Regionalverbands Heilbronn-Franken, erläutert, warum es schon rein rechtlich Sinn macht, diese Gedanken zu wälzen. Jede Region Baden-Württembergs muss 1,8 Prozent ihrer Fläche für Windkraft zur Verfügung stellen.
Der Regionalverband muss bis 2025 Vorranggebiete ausweisen, dort ist eine Baugenehmigung quasi garantiert. "Wenn wir das nicht machen, gilt alles als Vorranggebiet, dann bestimmen Investoren, wo sie bauen wollen, und bis auf den Lärmschutz gibt es keine Einschränkungen", macht er deutlich.
Gesellschaften
Angedacht sind in jedem Ort Gesellschaften, etwa eine Bürgerenergie Nordheim GmbH, deren Gesellschafter die jeweilige Kommune, die Zeag und zu gründende Bürger-Energiegenossenschaften wären. Auf Nordheimer Gemarkung sind zwei Windräder angedacht.
"Es gibt keine Abstandsbestimmungen in Baden-Württemberg, aber aus der Erfahrung wissen wir, dass bei etwa 750 Meter die Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden", erläutert Thomas Elmer, Kommunalberater bei der Zeag. Man wolle das aber auf 1000 Meter erweitern. Der angedachte Typ Enercon E-175 arbeitet mit einem getriebelosen Antrieb, was weniger Geräusche verursacht und kein Getriebeöl benötigt. Jedes Windrad könnte zwölf Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen, genug für 4000 Haushalte. Direkt versorgt werden würden die Nordheimer damit nicht.
"Wir haben ein europäisches Stromverbundnetz, da speist jeder ein." Die Anwesenden haben verschiedene Fragen. Dauer des Betriebs? "Wir gehen von 30 Jahren aus", antwortet Harald Endreß, Geschäftsführer Zeag Erneuerbare Energien. Recyclingfähigkeit der Anlagen? "Bis auf die Rotorblätter ist Stand heute alles recycelbar, die werden aktuell geschreddert und zu thermischer Energie verbrannt", erläutert Elmer. Dabei bleiben 42 Tonnen Asche übrig, deutlich weniger als bei Braun- oder Steinkohle. Ein neues Projekt arbeitet daran, die Rotorblätter auch recyceln zu können.
Aufforstung
Das toxische Gas Schwefelhexalflourid? Wird nicht in den Windrädern selbst, sondern in der Schaltanlage eingesetzt, wie in allen Schaltanlagen seit 30 Jahren. "Im Schnitt entweichen pro Anlage 1,5 Gramm im Jahr, das ist dann so klimaschädlich wie das Verbrennen von Braunkohle für 50kWh", erklärt Endreß. Insgesamt wird ein Hektar Nordheimer Wald benötigt, der an anderer Stelle ersetzt werden muss.
Das Forum Naturschutz und Energiewende ist bereits an die Zeag herangetreten. "Sobald es einen Beschluss gibt, setzen wir uns mit denen zusammen bei der Standortauswahl", betont Elmer.
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