Inzidenzwert im Stadtkreis Heilbronn sinkt wieder
Nachdem die wichtige Corona-Kennzahl sich am Samstag in Heilbronn der kritischen Marke von 50 näherte, sank der Inzidenz-Wert am Sonntag wieder. Die Stadt hielt eine Lagebesprechung ab. Währenddessen herrscht Empörung über die Ereignisse auf der Demonstration gegen die Corona-Auflagen in Berlin. Auch Rechtsextreme riefen zu der Demonstration auf.

Bei einem wichtigen Corona-Kennwert näherte sich Heilbronn wieder der kritischen Marke. Am Samstag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Stadtkreis bei 45,2, der höchste Wert seit Wochen. Bei 50 sind weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu erwarten. Die Zahl gab das Landesgesundheitsamt am Samstag, den 29. August in seinem täglichen Kurzbericht zur Covid-19-Lage bekannt. Entwarnung gab es am Sonntag. Der Inzidenz-Wert im Stadtkreis Heilbronn sank auf 37,3. Damit haben sich im Stadtkreis in den letzten sieben Tagen rund 37 von 100.000 Einwohnern neu mit dem Corona-Virus infiziert.
Am Sonntag fand eine Lagebesprechung statt, an der neben Oberbürgermeister Harry Mergel auch Bürgermeisterin Agnes Christner und der Leiter des Städtischen Gesundheitsamts Heilbronn, Dr. Peter Liebert, teilnahmen. Nach Auswertung der Fallzahlen geht die Runde inzwischen davon aus, dass die Sieben-Tages-Inzidenz am Sonntag wieder deutlich unter 40 sinken wird. OB Harry Mergel mahnte: „Wir sehen darin eine Entspannung, aber keinesfalls eine Entwarnung."
Einschränkungen möglich
Am Freitag lag dieser Wert noch bei 38,8. Sollte die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern die Marke 50 erreichen, sind nach Absprache von Bund und Ländern neue Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in den betroffenen Kreisen möglich. Schon Anfang der Woche hatte das Rathaus Heilbronn angekündigt, „weitere Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus" würden ergriffen, sollte der Wert von 50 erreicht werden.
Das bayerische Rosenheim hat die 50er Marke am vergangenen Wochenende gerissen und mit strikten Regeln, etwa für die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen, reagiert. Auch auf Urlaubspläne können die Auswirkungen drastisch sein: Bewohner besonders betroffener Stadt- oder Landkreise müssen in manchen Bundesländer nach Einreise in Quarantäne, etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.
Das Stuttgarter Sozialministerium verschickt an Kreise – dies ist auch in Heilbronn der Fall – Handlungsempfehlungen, sobald der 35er Wert überschritten wird. Darin rät das Ministerium dazu, öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel auf 250 Personen zu begrenzen, private Veranstaltungen mit höchstens 50 Personen zuzulassen, in geschlossenen Räumen, in der Öffentlichkeit sowie im ÖPNV verstärkt den Mindestabstand und die Maskenpflicht zu kontrollieren – und eine Maskenpflicht für Gäste in Restaurants und Bars nach Verlassen des Tisches zu erlassen.
In dem Kurzbericht des Landesgesundheitsamtes heißt es: "Im Stadtkreis Heilbronn liegt der Anteil der reiseassoziierten Fälle an allen gemeldeten Fällen in den letzten sieben Tagen bei 63 Prozent." Ein Großteil der Neuinfektionen sei auf Reisen zurückzuführen. Für den Landkreis Heilbronn liegt der I-Wert bei 12,2 (Vortag 15,4), im Hohenlohekreis bei 7,1 (Vortag 7,1).
Derweil berichten Korrespondenten der Stimme, dass es der Staatsmacht nicht gelungen sei, den Virenschutz auf der aufgelösten Großdemonstration am Samstag in Berlin durchzusetzen:
Zu der Demonstration aufgerufen hatten Gegner der staatlichen Corona-Auflagen von der Stuttgarter Initiative Querdenken 711. Auch die Heilbronner Initiative Querdenken 713 hatte zu der Veranstaltung mobilisiert. Rechtsextreme Gruppierungen nahmen ebenfalls an der Demonstration teil.
Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer kommentiert die Ereignisse wie folgt:
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Kommentare
Rüdiger Peters am 30.08.2020 13:40 Uhr
Es ist schon seltsam, dass Großveranstaltungen wie die Demo in Berlin zugelassen werden, während größere Veranstaltungen wie z.B. Open-Air Veranstaltungen nach wie vor nicht möglich sind.
Die Robenträger bei den VG `s sollten sich der besonderen Verantwortung bei der Genehmigung gerade bei Demos bewusst werden und auch dafür gerade stehen.
Die Freiheit, sprich das Beharren auf die Grundrechte hat da ihre Grenzen wo das Leben anderer in Gefahr gerät.
nico wenzel am 30.08.2020 22:11 Uhr
Grundsätzlich muss eine DEMO höher bewertet werden wie eine Freizeitveranstaltung,
Zudem gab es schon so viele Demos ohne weitere Erkrankungen, somit wurde schon in der realitätz gezeigt es gibt kein Risiko.
Bei einem Konzert wo mItgesungen wird, ist ein ganz kpl. anderes Hygienekonzept notwendig.
Uwe Ulmer am 31.08.2020 17:02 Uhr
Uwe Ulmer
Ach ja,
was ist mit den ganzen Demo Teilnehmern, aktuell am Wochenende in Berlin, die dicht an dicht, ohne Mindestabstand, bewusst ohne Masken
lautstark ihre Parolen rausgerufen haben?
Woher haben sie die Belege dass es dabei kein Risiko gibt? Was ist bei diesen Menschenmassen der Unterschied zu einem Konzert??