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Teil der Demonstranten sucht das Chaos

  
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Selten hat man wohl eine derart gemischte Gruppe demonstrieren sehen wie am Samstag in Berlin. Von Rechts bis Links, von Putin-Freunden bis zu ernsthaft besorgten Bürgern. Doch die Letztgenannten gingen mit ihren Anliegen unter zwischen Rechtsextremisten, Randalierern und Demokratie-Hassern.

Damit war die Chance vertan, ernsthaft Gehör zu finden. Das ist fatal, weil es tatsächlich Diskussionsbedarf gibt. Kritik an teilweise nicht nachvollziehbaren Verbotsorgien und ein Hinterfragen der aktuellen Corona-Zahlen muss möglich sein und ist in einer Demokratie erlaubt. Doch darum geht es einem Teil der Demonstranten nicht. Sie suchen das Chaos, wollen den Staat lächerlich machen und ihn abschaffen.

Es war richtig, dass die Gerichte diese Demonstration erlaubt haben. Ebenso korrekt war aber auch, dass die Polizei sie aufgelöst hat, weil gegen die gesetzlichen Vorgaben massenhaft verstoßen wurde. Was der Kern der Demonstranten wirklich vorhat, wurde beim schäbigen Geschehen am Reichstag deutlich.

In anderen Ländern, in denen Menschen ohne Chance auf medizinische Intensiv-Versorgung in Turnhallen jämmerlich gestorben sind, gibt es keine derartigen Proteste gegen staatliche Vorgaben, die dort um ein Vielfaches härter sind als in Deutschland. Vielleicht fehlen vielen solche Einblicke, damit manche zur Vernunft gelangen.

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