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Neue Grundschule: Fritz-Ulrich-Schule sieht bei Container-Lösung Konfliktpotenzial

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Die Pläne der Stadt Heilbronn, die Containeranlage der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule interimsweise für die neue Grundschule zu nutzen, sorgt in Elternvertreter-Kreisen für Kritik. Die Verwaltung hält an den Plänen fest.

Ein Schulhof der Heilbronner Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule.
Ein Schulhof der Heilbronner Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule.  Foto: Archiv/Berger

Nach der Kritik von Schulleitung und Eltern des Heilbronner Mönchsee-Gymnasiums an den Plänen der Stadt, den Sportplatz als möglichen Standort für die neue Grundschule in der Innenstadt in Erwägung zu ziehen, kommen auch bei der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule (FUS) Bedenken auf. Denn es gibt Überlegungen, ob die neue Grundschule in der Innenstadt, die ab September 2024 entstehen soll, interimsmäßig in der angemieteten Containeranlage auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule starten soll. Die Stadt will weitere Alternativen prüfen.

Die Container mit acht Klassenräumen wurden während der jahrelangen Sanierungs- und Umbauarbeiten von der FUS für den Unterricht genutzt. Die Anlage könnte nach deren Auszug für die Grundschule umgestaltet werden. Von den Vorstellungen ist man an der FUS nach Stimme-Informationen aber alles andere als begeistert. Auf Nachfrage möchte sich die Schulleitung nicht äußern. Aus Elternvertreterkreisen ist aber zu erfahren, dass die Skepsis vor allem mit der bewegten Geschichte der Gemeinschaftsschule zu tun hat. Und die besteht, seit aus der ehemaligen Werkreal- und Hauptschule 2012 die erste Gemeinschaftsschule im Land wurde.

Fritz-Ulrich-Schule: Kräfteraubender Umzug von Böckingen nach Heilbronn

Die Entscheidung im Heilbronner Gemeinderat fiel damals knapp aus. Für Schulleitung, Lehrer und Eltern sei es immer auch darum gegangen, die Anerkennung für die Schulform zu erkämpfen, einheitlich an einem Strang zu ziehen, ist zu erfahren. Vieles befand sich im Umbruch: zahlreiche Wechsel bei der Schulleitung, der Umzug von Böckingen in das Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Schule, das Zug um Zug bei laufendem Schulbetrieb den neuen Bedürfnissen angepasst und saniert wird. Dann noch die Corona-Pandemie.

Für die Schule sei das kräfteraubend gewesen, man habe an vielen Stellen zurückstecken müssen, heißt es. Nach jahrelangem Auf und Ab wünsche man sich, dass endlich Ruhe einkehrt. Doch die Pläne für eine Grundschule in den Containeranlagen würden viel Konfliktpotenzial bergen. Etwa wenn sich Grund- und Gemeinschaftsschüler das Schulgelände oder im Ganztagesbetrieb die Mensa teilen müssten. Das sei auch eine Frage der Kapazitäten und der Schulbetreuung im Alltag. Der Stadt wolle man keine Vorwürfe machen, sondern Verständnis für die Lage an der Schule schaffen.

 


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Stadtverwaltung hat Verständnis – bleibt aber bei Entscheidung

Die Stadtverwaltung könne gut nachvollziehen, dass die FUS nach einer langen und bewegten Bauzeit nun erst einmal Ruhe haben will, teilt Karin Schüttler, die das Schul-, Kultur- und Sportamt leitet, schriftlich mit. Der dringende Bedarf an zusätzlichen Grundschulplätzen im dortigen Einzugsbereich lasse jedoch keine andere Wahl. „Wir kennen die Schulgemeinschaft der FUS als kooperativ, professionell und partnerschaftlich und sind deshalb überzeugt, dass sie ein gutes Miteinander mit der vorübergehenden Gastschule auf ihrem Schulgrundstück pflegen wird“, so Schüttler. Möglicherweise seien unter den Grundschülern der neuen Innenstadtgrundschule auch künftige Schüler der FUS.

Nach intensiver Prüfung erscheine die vorübergehende Weiternutzung der Containeranlage aber als eine „angemessene und sinnvolle Zwischenlösung“. Es würden auch Lösungen für das Mittagessen, die Abgrenzung einer Pausenfläche, der Zugang zum Gebäude und Sporthallenflächen entwickelt. Der Verwaltung sei bewusst, „dass Räume und Flächen der FUS keine Mitnutzung durch eine weitere Schule zulassen“. Für das Mittagessen der Grundschule werde es zunächst ausreichend Platz in den Containern geben und zum Hallensport ein Shuttle in eine Stadtteilhalle eingesetzt. Schüttler betont: „Alle Vorschläge werden selbstverständlich mit der Schulleitung abgestimmt.“

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