Gemeinderat macht Weg frei für eine neue Grundschule in der Heilbronner Innenstadt
Neben Lob gab es auch Kritik von den Gemeinderäten zur neuen geplanten Grundschule in Heilbronn. Die Schulzeit werden Erstklässler voraussichtlich in Containern starten. Die Frage nach dem Standort ist noch ungeklärt.

Die Heilbronner Innenstadt soll eine neue Grundschule bekommen. Der Gemeinderat hat nun in seiner Sitzung am Donnerstag den Weg frei gemacht und seine Zustimmung zum formalen Antrag nach dem Schulgesetz erteilt, der bei der staatlichen Schulverwaltung zu stellen ist.
Ab September 2024 soll demnach eine neue, eigenständige, dreizügige Grundschule entstehen. Bis 2027/2028 soll die Bildungsstätte, die aktuell den Namen "Grundschule in der Innenstadt" trägt, mit zwölf Klassen und bis zu zwei Vorbereitungsklassen für zugewanderte Grundschulkinder ihre endgültige Größe erreicht haben. "Nachdem ab 1. August 2026 ohnehin ein Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplätze bestehen wird, soll die neue Grundschule in den Ganztagsbetrieb gehen."
"Intensive Suche" nach Standort für neue Grundschule in Heilbronn
Wo genau sie entstehen wird, ist derzeit aber noch unklar. Man sei "intensiv auf der Suche", erklärte Bürgermeisterin Agnes Christner. Als ein möglicher Standort wird das Grundstück der Alten Kelter im Bereich Gymnasiumstraße/Moltkestraße geprüft sowie das Sportfeld beim Mönchsee-Gymnasium.
Ihre Schulzeit werden die Erstklässler nach jetzigem Stand in angemieteten Containern auf dem Schulgrundstück der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule starten, informierte Christner. Die Anlage mit acht Klassenräumen und sanitäre Einrichtungen stünden nach Fertigstellung der Sanierungs- und Umbauarbeiten der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule im Herbst dieses Jahres zur Verfügung.
Schule in Containern: "Die Vorstellung tut mir weh"
Die Vorstellung, dass Kinder ihre Grundschulzeit in Containern verbringen müssen, "tut mir weh", sagte Nico Weinmann (FDP). Er wünsche sich daher eine schnelle Abwicklung. Das war auch der Tenor des gesamten Gemeinderats, der sich einstimmig für die Grundschule aussprach. Eine neue Schule spreche für eine Stadt, die jünger wird, sagte etwa Thomas Randecker (CDU).
Es wäre sträflich, nicht zu reagieren, betonte Steven Häusinger (Grüne) mit Blick auf die Zahlen: Schon in diesem Schuljahr gab es laut Melderegister 461 Kinder, ihnen stehen aber im Zentrum nur 420 Grundschulplätze zur Verfügung.
Sind Container gut oder "höchst sanierungsbedürftig"?
Es gab aber auch kritische Stimmen. Das Grundstück der Alten Kelter oder das Sportfeld beim Mönchsee-Gymnasium (MSG) als möglichen Standort heranzuziehen, "überzeugt mich nicht", kritisierte Erhard Jöst (Linke). Der Standortfrage müsse nochmal nachgegangen werden.
Raphael Benner (AfD) kündigte an, den Containern einen Besuch abstatten zu wollen und sich ein Bild von deren Zustand zu machen. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass sie "höchst sanierungsbedürftig" seien. Und Marion Rathgeber-Roth (UfHN) betonte in Richtung Stadtverwaltung, bei den künftigen Planungen alle Beteiligten miteinzubeziehen, auch Eltern oder Lehrer.
Standortfrage hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt
Vor allem die Standortfrage hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt. MSG-Direktorin Grit Steiner äußerte unserer Redaktion gegenüber Bedenken und sprach von einem "hohen Konfliktpotenzial".
Es gebe nicht genügend Platz, die neue Grundschule auf dem Sportfeld beim Mönchsee-Gymnasium zu errichten. Schon jetzt besuchten 700 Kinder und Jugendliche das Gymnasium. Und das Feld sei im Notfall als Evakuierungsfläche vorgesehen.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare