"Sehr erleichtert": Standort für neue Heilbronner Innenstadt-Grundschule ist gefunden

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Die Stadt Heilbronn braucht eine weitere Grundschule, doch es gab Zoff um den richtigen Standort. Für das heikle Thema zeichnet sich nun eine Lösung ab.

Der Standort der Grundschule war ein sehr umstrittenes Thema. Weniger aus Sicht des Rathauses, sondern aus Sicht des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) und des Mönchsee-Gymnasiums (MSG). Grund: Als erste Diskussionsgrundlage sollte die Schule auf dem Hartplatz des MSG errichtet werden. Der Aufschrei war groß, benötigte Pausenfläche fiele weg.

Beide Schulen brachten das Gelände der Alten Kelter ins Spiel. Und darauf läuft es hinaus, wie nach dem jüngsten Treffen, das ohne einen Vertreter der Heilbronner Stimme stattgefunden hat, zu hören ist. Teilnehmer äußern sich, ohne namentlich genannt werden zu wollen.

Aus Teilnehmerkreisen klingt Jubel nach draußen. "Das beauftragte Büro hat einen tollen Job gemacht und die Machbarkeitsstudie für die Alte Kelter durchgeführt", so eine erste Einschätzung gegenüber unserer Redaktion. "In der gemeinsamen Analyse der beiden Standorte kam raus, dass die Alte Kelter der bessere Standort ist." Alte Schuppen sollen abgerissen werden, die eigentliche Kelter erhalten bleiben.

Neue Heilbronner Grundschule bei der Alten Kelter: Entwicklung des gesamten Schulareals

Gerade die zukünftigen Nachbarn seien froh: "Die Schulgemeinschaft MSG und THG ist sehr erleichtert, dass die anfänglichen Widerstände der Stadt doch durch gute Argumente überwunden werden konnten." Sogar das beauftragte Büro habe sich im Workshop für den Standort ausgesprochen.

Zu den wichtigen Vorteilen gehörten unter anderen: Es gehe um die Entwicklung des Campus, also nicht nur um den Bau der Grundschule, sondern um die Entwicklung des gesamten Areals inklusive Pausenhof des MSG. Dafür hatte sich gerade das MSG sehr stark gemacht. Ein Knackpunkt bleibt: "Die Problematik der fehlenden Sporthallenkapazitäten bleibt ungelöst, und die Stadt nimmt dies als offenen Punkt mit." Die neue Grundschule soll dem Vernehmen nach eine Aula bekommen, die auch von MSG und THG mitbenutzt werden kann. Als positiv bewertet wird aus MSG-Kreisen, wie zu hören ist, dass in der nun angedachten Lösung der MSG-Pausenhof als Einheit erhalten bleibt.  

Von einer "Kehrtwende um 180 Grad" ist aus Teilnehmerkreisen zu hören. "Wir waren sehr angetan, wie die Verwaltung es durchgeführt hat." Zuletzt hieß es wiederholt, dass das Rathaus auf dem Hartplatz bauen wolle. Nun sei "ganz objektiv über beide Alternativen" gesprochen worden, so eine Einschätzung gegenüber unserer Zeitung. Bei dem Treffen habe es Pläne gegeben, die Beteiligten konnten sich dazu äußern. Anwesende Mitglieder aus dem Gemeinderat hätten nicht abgestimmt, die anderen hätten sich einstimmig für die Lösung bei der Alten Kelter ausgesprochen. Die Schuppen müssten eh abgerissen werden, die eigentliche Kelter solle stehen bleiben. "Alle sind glücklich. Es geht in die richtige Richtung."

Campus für drei Schulen in Heilbronner Zentrum: Es könnte eng werden

Für Teilnehmer kam der Vorschlag überraschend. "Wir haben nicht damit gerechnet", so eine Einschätzung gegenüber stimme.de. Der jetzige Vorschlag habe sogar Vorteile gegenüber der Variante, den Hartplatz zu bebauen. Grundschüler säßen nicht direkt neben einer Hauptverkehrsstraße und Stadtbahngleisen. Auch die Gymnasien und Grundschule störten sich im Tagesablauf nicht.

Teilnehmer freuen sich zwar, dass es auf den Vorschlag hinausläuft, den die Gymnasien gefordert haben. Aus Schulkreisen ist aber zu hören, dass es mit drei Schulen dennoch eng sei. "Der Campus für drei Schulen ist zu klein." Dennoch: Die Freude sei da, zumal auch eine Campus-Lösung für alle angegangen werden soll. Lob gibt es in Richtung Stadtverwaltung: "Das sei ein positives Beispiel für Bürgerbeteiligung."

Für einen Baubeschluss ist der Heilbronner Gemeinderat zuständig

Beim Treffen, Workshop genannt, hat es keinen eigentlichen Baubeschluss gegeben. Dafür ist der Gemeinderat verantwortlich. Im April soll das Thema in die Ausschüsse gehen, in den Gemeinderat im Mai, so Bürgermeisterin Agnes Christner im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie sei von Beginn an überzeugt gewesen, mit den Beteiligten ein gutes Ergebnis zu finden. "Das hat sich bestätigt." Die Grundschule dürfte 2029 fertig sein.

Eltern von angehenden Erstklässlern rätseln: Zahlreiche Innenstadt-Eltern haben ihre Kinder an der noch sehr jungen Gerhart-Hauptmann-Schule angemeldet, ein Teil von ihnen wird aber die neue Grundschule besuchen. Die neue Bildungsstätte startet als Interim in Containern auf dem Gelände der Fritz-Ulrich-Schule. Welches Kind welche Grundschule besucht, erführen Eltern nach den Osterferien, so Christner. Dann lägen die endgültigen Anmeldezahlen für die Erstklässler vor. 

 

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