Fridays for Future demonstriert in Heilbronn für Verkehrswende

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Schule schwänzen ist heute kein Thema mehr: In Heilbronn begann der globale Klimastreik am Freitag (3. März) erst um 16.30 Uhr. Dann folgten rund 250 Umweltschützer unterschiedlichster Organisationen sowie die Gewerkschaft Verdi dem Aufruf von Fridays for Future und gingen für mehr Klimaschutz auf die Straße.

von Milva-Katharina Klöppel

Die Zeiten, in denen überwiegend Jugendliche um die Mittagszeit auf die Straße gingen, um für eine bessere Klimapolitik zu streiken, sind längst vorbei. In Heilbronn begann der globale Klimastreik am Freitag, 3. März, erst um 16.30 Uhr. Rund 250 Klimaaktivisten und Umweltschützer waren dann aber dem bundesweiten Aufruf von Fridays for Future gefolgt und auf den Platz am Bollwerksturm gekommen. Während in Städten wie München, Köln oder Berlin meist junge Teilnehmer eine Verkehrswende und die Einhaltung der Pariser Klimaziele forderten, waren es in Heilbronn überwiegend ältere Personen sowie junge Familien.


Frust bei den Demonstranten

Auch fünf Jahre nachdem sich Greta Thunberg zum ersten Mal aus Protest vor das Parlament in Stockholm gesetzt hat, stellen die Organisatoren der Heilbronner Veranstaltung ernüchtert fest: "Wir reden immer noch über die gleichen Inhalte", so der 15 Jahre alte Matti Krips. Dass es auch immer schwieriger wird, Leute zur Teilnahme an der Umweltbewegung zu motivieren, erklärt Richard Jira aus Heilbronn folgendermaßen: "Am Anfang war es cool, auf die Straße zu gehen. Jetzt sieht man, wie wenig politisch passiert und das ist sehr frustrierend." Umso eindrucksvoller, dass auch in Heilbronn eine Kundgebung gemeinsam mit Organisationen wie unter anderem den Naturfreunden, der Anti-Atombewegung sowie der Gewerkschaft Verdi auf die Beine gestellt wurde.


Mehr zum Thema


Letztgenannte waren erstmalig dabei. Doch für Katharina Kaupp, Verdi-Geschäftsführerin für den Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken, kein Widerspruch. Gemeinsam wolle man auf die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kampf gegen die Klimakrise aufmerksam machen. "Wir streiken gemeinsam für diesen Planeten", sagte Kaupp.

Appell an die Bundesregierung

Deutliche Worte fand auch Johannes Müllerschön von den Naturfreunden. "Warum kann der kleinste Koalitionspartner die Richtung der Politik beeinflussen, als hätte er die absolute Mehrheit?", fragt Müllerschön. Er spielte dabei nicht zuletzt auf den Ausbau neuer Autobahnen von Verkehrsminister Wissing (FDP) an. Der Offenauer hofft insgesamt auf eine "Vernetzung des Widerstands", so dass es zu einem "gemeinsamen Handeln" kommt. Zwar tue sich vereinzelt schon etwas, doch das sei noch zu wenig. An die Energiewende und den Atomausstieg endgültig am 15. April zu vollziehen, daran erinnerte Franz Wagner vom Bund der Bürgerinitiative Mittlerer Neckar in seiner Rede.


Mehr zum Thema

Mit einer roten Karte für den Ausbau von Straßen haben die Menschen auf der Demonstration am Freitag für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs demonstriert.
Foto: Götz Greiner
Stimme+
Hohenlohe
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Klimastreik in Öhringen: Verkehrswende soll Politik werden


Fahrraddemo durch Innenstadt

Gut sichtbar und mit ihren Fahrradklingeln auch deutlich hörbar waren die Protestler vor der Abschlussversammlung mit einer Fahrraddemo in der Heilbronner Innenstadt unterwegs.

Politik macht Hausaufgaben nicht

Am Ende bekam die Jugend noch einmal das Wort. Jean-Luc Michi fragte in einer nachdenklichen Rede, warum Jugendliche neben ihren schulischen auch noch die "Hausaufgaben der Politik" machen müssten. Der 16-Jährige nannte eindrucksvolle Zahlen: "Die reichsten zehn Prozent verursachen die Hälfte der weltweiten Treibhausgase."

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben