Fridays for Future demonstriert in Heilbronn für Verkehrswende
Schule schwänzen ist heute kein Thema mehr: In Heilbronn begann der globale Klimastreik am Freitag (3. März) erst um 16.30 Uhr. Dann folgten rund 250 Umweltschützer unterschiedlichster Organisationen sowie die Gewerkschaft Verdi dem Aufruf von Fridays for Future und gingen für mehr Klimaschutz auf die Straße.
Die Zeiten, in denen überwiegend Jugendliche um die Mittagszeit auf die Straße gingen, um für eine bessere Klimapolitik zu streiken, sind längst vorbei. In Heilbronn begann der globale Klimastreik am Freitag, 3. März, erst um 16.30 Uhr. Rund 250 Klimaaktivisten und Umweltschützer waren dann aber dem bundesweiten Aufruf von Fridays for Future gefolgt und auf den Platz am Bollwerksturm gekommen. Während in Städten wie München, Köln oder Berlin meist junge Teilnehmer eine Verkehrswende und die Einhaltung der Pariser Klimaziele forderten, waren es in Heilbronn überwiegend ältere Personen sowie junge Familien.
Frust bei den Demonstranten
Auch fünf Jahre nachdem sich Greta Thunberg zum ersten Mal aus Protest vor das Parlament in Stockholm gesetzt hat, stellen die Organisatoren der Heilbronner Veranstaltung ernüchtert fest: "Wir reden immer noch über die gleichen Inhalte", so der 15 Jahre alte Matti Krips. Dass es auch immer schwieriger wird, Leute zur Teilnahme an der Umweltbewegung zu motivieren, erklärt Richard Jira aus Heilbronn folgendermaßen: "Am Anfang war es cool, auf die Straße zu gehen. Jetzt sieht man, wie wenig politisch passiert und das ist sehr frustrierend." Umso eindrucksvoller, dass auch in Heilbronn eine Kundgebung gemeinsam mit Organisationen wie unter anderem den Naturfreunden, der Anti-Atombewegung sowie der Gewerkschaft Verdi auf die Beine gestellt wurde.
Letztgenannte waren erstmalig dabei. Doch für Katharina Kaupp, Verdi-Geschäftsführerin für den Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken, kein Widerspruch. Gemeinsam wolle man auf die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kampf gegen die Klimakrise aufmerksam machen. "Wir streiken gemeinsam für diesen Planeten", sagte Kaupp.
Appell an die Bundesregierung
Deutliche Worte fand auch Johannes Müllerschön von den Naturfreunden. "Warum kann der kleinste Koalitionspartner die Richtung der Politik beeinflussen, als hätte er die absolute Mehrheit?", fragt Müllerschön. Er spielte dabei nicht zuletzt auf den Ausbau neuer Autobahnen von Verkehrsminister Wissing (FDP) an. Der Offenauer hofft insgesamt auf eine "Vernetzung des Widerstands", so dass es zu einem "gemeinsamen Handeln" kommt. Zwar tue sich vereinzelt schon etwas, doch das sei noch zu wenig. An die Energiewende und den Atomausstieg endgültig am 15. April zu vollziehen, daran erinnerte Franz Wagner vom Bund der Bürgerinitiative Mittlerer Neckar in seiner Rede.
Fahrraddemo durch Innenstadt
Gut sichtbar und mit ihren Fahrradklingeln auch deutlich hörbar waren die Protestler vor der Abschlussversammlung mit einer Fahrraddemo in der Heilbronner Innenstadt unterwegs.
Politik macht Hausaufgaben nicht
Am Ende bekam die Jugend noch einmal das Wort. Jean-Luc Michi fragte in einer nachdenklichen Rede, warum Jugendliche neben ihren schulischen auch noch die "Hausaufgaben der Politik" machen müssten. Der 16-Jährige nannte eindrucksvolle Zahlen: "Die reichsten zehn Prozent verursachen die Hälfte der weltweiten Treibhausgase."
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Kommentare
Fritz Gommlich am 04.03.2023 08:02 Uhr
Und wie wollen die zur Arbeit kommen ?? Auch mit dem Fahrrad, nach Stuttgart usw. Hauptsache Demo.