Es gibt auch in Klingenberg keine einfachen Lösungen
In der Turnhalle der Grundschule Klingenberg bezog Oberbürgermeister Harry Mergel bei der Bürgerversammlung Stellung zu zahlreichen Vorhaben im Stadtteil. Trotz Flüsterasphalt gilt vorerst nachts weiter Tempo 30 in der Theodor-Heuss-Straße.

Vor 51 Jahren hat Klingenberg Heilbronn zur Großstadt gemacht. In diesen fünf Jahrzehnten hat sich der Stadtteil zu einem beliebten und attraktiven Vorort entwickelt. Bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Turnhalle der Grundschule machte Oberbürgermeister Harry Mergel vor 60 Besuchern jedoch auch deutlich: "Die weiteren Entwicklungschancen, die sich hier bieten, müssen von Verwaltung, Gemeinderat, Bezirksbeirat und Bürgerschaft im Dialog wahrgenommen und vorangetrieben werden."
Ende des Jahres geht Schulcontainer in Betrieb
Seinen 16-minütigen Streifzug durch Klingenberg startete der Heilbronner Verwaltungschef bei der Grundschule: "Um die Raumsituation zu entlasten, wird ab November neben dem bereits stehenden Klassenraum-Container ein weiterer Container aufgestellt. Er wird ein Büro für die Schulsozialarbeit sowie Eingangs-, Sanitär- und Technikbereiche beherbergen." Derzeit entsteht das Fundament, die Inbetriebnahme der 300 000 Euro-Investition soll Ende des Jahres erfolgen.
ASB baut ein Mehrgenerationenhaus

Voraussichtlich in der ersten Hälfte des kommenden Jahres wird nach den Worten von Mergel mit dem Bau eines Mehrgenerationenhauses durch den ASB an der Albert-Wagner-Straße begonnen. Bestandteil sind ein zweizügiger Kindergarten mit 30 Plätzen, zehn davon für Kleinkinder, und eine betreute Wohngemeinschaft für zwölf Senioren. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 vorgesehen. Sobald das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück an der Theodor-Heuss-Straße 15 frei ist, wird die Verwaltung an diesem Standort die Planungen für ein neues Magazin für die Freiwillige Feuerwehr Klingenberg vorantreiben.
Zwei Ampeln und zwei Fußgängerüberwege
Trotz der Fertigstellung des Flüsterasphalts in der Theodor-Heuss-Straße mit Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro bleibt entgegen ursprünglicher Überlegungen die nächtliche Tempo-30-Regelung vorerst bestehen. "Wir wollen die Ergebnisse des neuen Lärmaktionsplans abwarten und dann entscheiden, ob Tempo 30 nachts bleibt oder nicht", erklärte Mergel. "Sinnvoll" ist für ihn, dass an der Kreuzung Leingartener Straße/Theodor-Heuss-Straße für 160.000 Euro zwei zusätzliche Ampeln und Fußgängerfurten geschaffen wurden: "Das sorgt für mehr Sicherheit und beschleunigt zudem den Busverkehr."
Mobilitätskonzept kommt 2022

Unter dem Aspekt "Schlaglöcher" wird die Bauverwaltung den Radweg an der Bahnlinie Richtung Böckingen, der während der Sperrung der Theodor-Heuss-Straße als Pkw-Umleitungsstrecke genutzt wurde, unter die Lupe nehmen und bei Bedarf erneuern. Für 2022 kündigte der Oberbürgermeister ein Mobilitäts-Teilkonzept für Klingenberg an. Eine "erste Antwort" auf die Klimakrise ist für ihn die E-Ladesäule auf dem Parkplatz des Bürgeramts.
Land beteiligt sich nicht an Felssicherung

Gute und schlechte Nachrichten hatte Mergel zum Thema "Nagelfluhfelsen" mit nach Klingenberg gebracht: "Noch in diesem Monat sollen die Unterlagen für die Felssicherung der Umweltbehörde vorgelegt werden. Sobald die Genehmigung vorliegt, werden wir die Eigentümer informieren." Positiv sei, dass keine Gefahr im Verzug sei. Zur Kostenteilung bei der Felssicherung sagte der OB: "Das Regierungspräsidium und das Landesamt für Geologie wollen sich nicht an den Kosten beteiligen." Experten gehen von Aufwendungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Über die Aufteilung werden die Stadt und die Eigentümer demnächst reden müssen.
Hochwasserschutz am Klingenbach
Investieren wird die Stadt auch in den Hochwasserschutz. So sind Maßnahmen beim Übergang vom verdolten Klingenbach in den Neckar-Altarm geplant.




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