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Unstimmigkeiten über Zusammenarbeit? Wollhaus-Architekt wartet auf das Startsignal

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Gibt es ein Zerwürfnis zwischen Investor und Architekt bei den ehrgeizigen Plänen zur Wollhaus-Umgestaltung? Das Immobilienunternehmen Neufeld widerspricht.

Das Wollhaus in Heilbronn: Die Firma Neufeld, Eigentümerin eines Großteils der Flächen und das Stuttgarter Architekturbüro Blocher Partners, präsentierten im Juli ihre Pläne für die Umgestaltung (rechts).
Das Wollhaus in Heilbronn: Die Firma Neufeld, Eigentümerin eines Großteils der Flächen und das Stuttgarter Architekturbüro Blocher Partners, präsentierten im Juli ihre Pläne für die Umgestaltung (rechts).  Foto: Seidel, Neufeld Immobilien GmbH

Im Juli hat Investor Arthur Neufeld seine Pläne für das Wollhaus vorgestellt - und dafür viel Zustimmung geerntet. "Die Konzeptphase ist abgeschlossen", sagt der Unternehmer. Jetzt werde der Entwurf für das Projekt vorbereitet.

Doch das Architekturbüro Blocher Partners, das an Neufelds Seite das Konzept präsentiert hat, wartet nach eigener Aussage "auf das Go des Investors".


Weitere Zusammenarbeit zwischen Neufeld und Architekten noch nicht entschieden

Man sei davon ausgegangen, den Entwurf zu erstellen, heißt es. Doch das ist offenbar noch nicht entschieden. Laut Investor sei es üblich bei Projekten dieser Größe mit verschiedenen Spezialisten zusammenzuarbeiten. Typischerweise gebe es eine Vielzahl von Phasen: "In den seltensten Fällen macht ein Architekt alles", sagt Neufeld.

Die Entscheidung liege beim Investor. Das renommierte Stuttgarter Büro Blocher Partners schließt der Bauherr dabei ausdrücklich nicht aus: Es sei weiterhin ein wichtiger Partner, "mit dem wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen können", sagt Arthur Neufeld, der nach wie vor von dem Konzept überzeugt ist, das neben Wohnungen, einer Markthalle, grünen Aufenthaltsbereichen, Gastronomie und Büros auch einen Hotelneubau vorsieht. Alles Ideen des Architekturbüros, das üblicherweise dafür das Urheberrecht hat.

Grundsätzlich kann aber vertraglich geregelt werden, dass alle Rechte am Konzept an den Auftraggeber übergehen. Ob das im Wollhaus geschehen ist, beantworten die Partner nicht.

Investor Neufeld: Es gibt keine Unstimmigkeiten

Es gebe keine Unstimmigkeiten, widerspricht Arthur Neufeld Gerüchten über ein Zerwürfnis mit den Architekten. "Wir arbeiten an der nächsten Phase", sagt der Investor. Bevor die Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit fällt, seien Einzelthemen zu klären. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Grundlagen für das Baurecht zu schaffen.

Grundsätzlich braucht das Architekturbüro Schlüsseldetails, um den Entwurf zu entwickeln. Diese liegen nach Stimme-Informationen noch nicht vor. Auch Neufeld sagt: "Wir sind noch nicht in der nächsten Planungsphase." Das Wollhaus soll mit einer Investitionssumme von mehr als 100 Millionen Euro das bisher größte Projekt der Oedheimer Neufeld Immobilien GmbH werden.

Das Wollhaus war jahrelang Sorgenkind der Innenstadt, könnte aber mit Neufeld Konzept das Stadtbild neu prägen. Die Stadt äußert sich auf Nachfrage nicht konkret zu den Zeitplänen und antwortet ausweichend: "Die Firma Neufeld hat uns bisher qualitativ hochwertige Pläne präsentiert, sowohl was die Architektur als auch den Inhalt betrifft. Wir gehen davon aus, dass dieses hohe Niveau auch in Zukunft gehalten wird - gleich mit welchem Partner die Zusammenarbeit erfolgt", sagt Oberbürgermeister Harry Mergel. Die Verwaltung begleitet das Projekt seit 2012 und hatte im Vorfeld der Konzeption mit einer eigenen Projektgruppe Ideen eingebracht.

Stuttgarter Architekt hat Stadtgalerie mitgeplant

Die Architekten von Blocher Partners haben in Heilbronn bereits seine Visitenkarte abgegeben und unter anderem die Fassade der 2008 eröffneten Stadtgalerie geplant. Auch die Filiale von Möbel Rieger in Heilbronn trägt die Handschrift des Stuttgarter Büros, das auch für die Flächengestaltung im Modehaus Palm verantwortlich zeichnete. Sein Konzept für das Wollhaus werde den Stadtraum maßgeblich verbessern, hatte Architekt Benjamin Blocher bei der Präsentation seines Konzepts im Juli gesagt.

Unterdessen arbeitet Neufeld auch an der Zwischennutzung weiter, nachdem im Erdgeschoss zuletzt ein Sopo-Markt eröffnet hat. Der Investor würde gerne weitere Flächen belegen und arbeitet dabei nach eigener Aussage dabei eng mit der Stadtverwaltung zusammen. Die Zwischennutzung sei eine Herausforderung, da Voraussetzung sei, dass Mietverhältnisse zum Baubeginn wieder beendet werden. 2026 soll es losgehen mit der Sanierung.

Dann soll unter anderem der Turm aufgestockt werden, das sei statisch kein Problem. Im Büroturm könnte der Umbau eventuell auch im laufenden Betrieb stattfinden, sagt Neufeld, mietrechtlich sei das möglich. "Die Flexibilität lassen wir uns im ganzen Objekt", sagt Neufeld.

 

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