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Das Technische Hilfswerk Heilbronn hat einen neuen Chef: Daniel Edinger

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Nach Querelen im Leitungsteam des THW Ortsverbands Heilbronn wurde Daniel Edinger ohne viel Öffentlichkeit zum neuen Ortsbeauftragten ernannt. Jetzt formuliert er sein Ziel: Der Ortsverband soll transparenter und offener werden.

Daniel Edinger führt den THW-Ortsverband Heilbronn mit rund 120 Helfern. Seine Karriere im Technischen Hilfswerk ist beispielhaft.
Foto: Stefanie Pfäffle
Daniel Edinger führt den THW-Ortsverband Heilbronn mit rund 120 Helfern. Seine Karriere im Technischen Hilfswerk ist beispielhaft. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Am 29. Mai 2016 schießt eine reißende Welle mit Wassermassen und Geröll durch die Ortsmitte der Gemeinde Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall). Sie hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Diese Naturkatastrophe setzt bei Daniel Edinger etwas frei. Der gebürtige Neckarsulmer, der heute in Kirchardt lebt, entschließt sich, 2017 Mitglied im Ortsverband (OV) Heilbronn des Technischen Hilfswerks (THW) zu werden. "Dieses Ereignis hat mich berührt", sagt er in der Rückschau und ergänzt: "Ich bin von Natur aus ein hilfsbereiter Mensch."



Er findet Gefallen an der Arbeit der Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Er absolviert die Grundausbildung und schließt sich der Fachgruppe "Räumen" an. "Hier wird mit der Hand am Arm gearbeitet", beschreibt der selbstständige Glaser seine Aufgabe. Parallel dazu übernimmt Daniel Edinger den lange verwaisten Posten des Gerätewarts und profiliert sich. 2019 wird dem schmächtigen Mann die Stelle des stellvertretenden Ortsbeauftragten angeboten. Er greift zu und ist unter anderem für den inneren Dienst im Ortsverband und für die Ausbildung sowie für die Einsatzbereitschaft des OV-Stabes verantwortlich.

Die politischen Ansichten passten nicht

Weitgehend geräuschlos wird Erdinger 2022 zum Ortsbeauftragten ernannt, nachdem der THW-Landesverband den bis dahin amtierenden Dienststellenleiter abberufen hat. Vor allem die politischen Ansichten von Andreas Grauli passten nicht mehr zum Selbstverständnis des Technischen Hilfswerks. Seitdem trägt Erdinger die Verantwortung für 120 THW-ler, von denen etwa 70 bis 80 einsatzbefähigt sind. Das heißt: Sie haben die Grundausbildung bestanden und sämtliche Impfungen erhalten.

Auf der Agenda des Ortsbeauftragten steht, das THW in der Öffentlichkeit wieder bekannter zu machen: "In den letzten Jahren wurde dieses Thema stark vernachlässigt. Hier liegt noch viel Arbeit vor uns."


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Neues Logistikzentrum in Ulm ist unverzichtbar

Trotz der neuen Herausforderung meldet sich Daniel Edinger, um in Ulm am Aufbau des neuen THW-Logistikzentrums des Landes mitzuwirken. Neuneinhalb Monate fährt der Kleinunternehmer jeden Dienstag zum Dienst nach Ulm. "Das Logistikzentrum ist die Konsequenz aus der Flutkatastrophe im Ahrtal. Bei der Auswertung der Erkenntnisse war festgestellt worden, dass nicht genug Material für Schadensgebiete vorhanden war", erklärt er die Maßnahme. Aktuell lebt das Zentrum noch von Ehrenamtlichen. Mittelfristig ist jedoch geplant, die Einrichtung auf professionelle Beine zu stellen. "Gesucht werden Logistiker," rührt er die Werbetrommel.Und wie gut der THW-Ortsverband Heilbronn in Schuss ist, wird sich bei einer Übung am 8. und 9. Juli in Neunkirchen zeigen.

Erst das THW, dann die Guggenmusik

Ist Edinger nicht für das THW oder seine Fensterbau-Firma unterwegs, widmet er sich seinem Hobby: der lauten und schrägen Musik. Er ist Vorsitzender der Guggenmusikgruppe Sulmanafetza Neckarsulm. "Wir sind eine bunte Truppe, die es liebt, gemeinsam zu musizieren", sagt Edinger, der aus einem musikalischen Elternhaus stammt. Das Posaunen- und Trompetenspiel hat er beim Spielmanns- und Fanfarenzug Böckingen erlernt: "Musik hat mir schon immer viel Freude bereitet", sagt er. Ein Lied will er nicht anstimmen.

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