Athleten feiern Abschluss der Special Olympics in Heilbronn – „Es war mega“
Die große Flamme im Frankenstadion ist aus, Fahne und Fackel gehen nach Baiersbronn: Die Special-Olympics-Landesspiele in Heilbronn und Neckarsulm enden mit einer bewegenden Feier. So lautet das Fazit.
Die Athleten sind stolz auf ihre Leistungen. Viele tragen ihre Auszeichnungen um den Hals, zeigen glücklich Gold-, Silber- und Bronzemedaille, als die Special-Olympics-Landesspiele im Frankenstadion zu Ende gehen.
Special-Olympics-Landesspiele in Heilbronn und Neckarsulm: Das erzählen Athleten
Drei Mal Gold, einmal Bronze hat Danyeel von der Bunten Sportgemeinschaft Neckarsulm in den vergangenen Tagen beim Schwimmen abgeräumt. „Es war schön“, sagt der Sportler, der bereits mehrfach an solchen Wettkämpfen teilgenommen hat. In Berlin war er zum Beispiel schon, aber in der Heimat anzutreten, das sei doch etwas Besonderes. „Man kennt sich aus.“ Die Stimmung bei den Wettkämpfen sei gut gewesen. „Alle freuen sich“, erzählt er. Und dass er dann gleich so viele Medaillen bekommt, „damit habe ich nicht gerechnet“.
Die Stimmung im Frankenstadion ist bestens. Mehrmals schwappt eine La-Ola-Welle durch die sehr gut besetzte Tribüne. Athleten, Betreuer und Zuschauer singen mit, als die Band Tollhousegang beispielsweise „Marmor, Stein und Eisen bricht“ spielt. Irgendwie passend auch das Lied „Eine Insel mit zwei Bergen“ – die Insel Special Olympics mit den beiden Sport-Bergen Neckarsulm und Heilbronn.
Bei den Special-Olympics-Landesspielen stand nicht nur Sport auf dem Programm
Auch dabei sind die Schwimmer der DLRG aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis). „Die Stimmung war toll“, erzählt Fabian, der im Freistil über 25 Meter den dritten Platz belegt hat. Nicht nur Sportliches stand für die Athleten an, zum Rahmenprogramm gehörte auch eine Disco in der Ballei. „Die war gut.“
Matthis, Schwimmer aus Bad Cannstatt, nimmt zum ersten Mal an den Wettkämpfen teil, und auch er hat sich eine Medaille erkämpft. „Es war toll.“ Was er auch auf die Vorbereitung und die vielen Helfer im Hintergrund zurückführt. „Danke an die Organisatoren“, sagt er.
Inklusion in Orte getragen: So lautet das Fazit der Special-Olympics-Organisatoren
Die Special Olympics kamen mit Bühnen und Wettkämpfen wie Beachvolleyball nach Heilbronn zum Bollwerksturm oder auf den Kiliansplatz, Wettkämpfe fanden aber auch in Sportstätten in den beiden Städten statt. „Es war mega“, sagt Beate Slavetinsky. Mit offenen Stätten und Begegnungspunkten in den Städten sei Inklusion in die beiden Orte getragen worden, so die Präsidentin von Special Olympics in Baden-Württemberg.
Nur: So gut besucht diese Punkte und die dortigen Wettkämpfe teilweise auch gewesen waren, abseits der Zentren in den übrigen Sportstätten seien die Sportler weitestgehend unter sich gewesen. Beate Slavetinsky führt das auf den Trend in der Gesellschaft zurück. Man könne nicht erwarten, dass Besucher von allein kommen. Man müsse sich öffnen, auch mehr zu den Menschen kommen. „Nur wer sichtbar ist, findet statt.“ Das sieht sie auch als Aufgabe für die nächsten Special-Olympics-Landesspiele an, die im Winter 2027 in Baiersbronn stattfinden. „Wir müssen schauen, dass wir wahrgenommen werden.“
Special Olympics: Oberbürgermeister aus Neckarsulm und Heilbronn geben ein Versprechen
„Schwer beeindruckt“ von den Leistungen der Sportler ist Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel. „Ich sehe viele zufriedene, glückliche Gesichter“, sagt er. Auch durch solche Wettkämpfe bekomme Inklusion im Sport einen hohen Stellenwert, sagt der Oberbürgermeister. Den Athleten und ihren Betreuern verspricht Harry Mergel, dass Inklusion nicht mit Abschluss des Sommermärchens ende. „Inklusion bleibt eine Top-Aufgabe“, betont er. „Wir wollen, dass die Menschen friedlich in allen Bereichen zusammenleben.“
Steffen Hertwig, Neckarsulms Oberbürgermeister, sieht das genauso. „Wir geben hier alles“, verspricht auch er den Besuchern der Abschlussveranstaltung. Dass Neckarsulm und Heilbronn die Wettkämpfe austragen durften, bezeichnet er als ein Geschenk. Die Athleten hätten Lebensfreude vermittelt. Inklusion finde in der Stadt Neckarsulm zwar schon statt. Doch man könne noch mehr tun. „Das hängt von vielen Akteuren ab“, sagt der Oberbürgermeister. Er hofft, dass beispielsweise noch mehr Vereine darüber nachdenken, auch sogenannte Unified-Mannschaften zusammenzustellen. Also Teams, in denen jeder mitspielt – egal ob mit Beeinträchtigung oder ohne. „Dann wäre ganz viel gewonnen“, betont Steffen Hertwig.
Die Special-Olympics-Landesspiele haben in den Augen von Steffen Hertwig hier einen wichtigen Beitrag geleistet. „Es hat eine Annäherung stattgefunden.“
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