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Wilde Böllerei
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Silvester-Chaos in Heilbronn: Warum die Polizei-Ermittlungen noch andauern

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In der Silvesternacht kam es in der Heilbronner Innenstadt zeitweise zu chaotischen Szenen: Junge Menschen warfen Passanten Böller zwischen die Beine. Die Ermittlungen der Polizei dauern seitdem an. Warum die Auswertung der Kamerabilder aufwendig ist.


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Die Silvesternacht in Heilbronn beschäftigt das Polizeipräsidium Heilbronn weiterhin. Am Abend des Jahreswechsels hatten sich vorwiegend junge Menschen in der Innenstadt versammelt und mit Böllern und Raketen um sich geschossen. Teilweise wurden die Geschosse Passanten zwischen die Beine geworfen und Raketen unkontrolliert abgefeuert.

Unterschiedliche Bewertungen nach Silvester-Vorfällen in Heilbronn

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und schickte Randalierer weg. Diese kamen der Aufforderung laut Polizeiangaben nach, ohne Widerstand zu leisten. Hinweise auf Straftaten sowie Anzeigen von Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen gab es nicht. Im Anschluss gab es unterschiedliche Bewertungen. Augenzeugen zeigten sich schockiert, derweil sprachen Stadt und Polizei von einer relativ ruhigen Silvesternacht.


Das Heilbronner Polizeipräsidium kündigte dennoch an, die Videoaufnahmen der Kameras am Marktplatz auswerten zu wollen – und zu prüfen, ob sich dabei Hinweise auf Straftaten ergeben.

Polizei wertet Bilder der Heilbronner Silvesternacht aus: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit

Heute, rund vier Wochen später, dauern diese Ermittlungen noch immer an, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt: „Wir bitten um Verständnis, dass zum momentanen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar ist, bis wann mit konkreten Ergebnissen gerechnet werden kann und dass wir derzeit noch keine Auskünfte über begangene Straftaten geben können.“ 

Bei Ermittlungen zu Straftaten würden die Beamten ausreichend Zeit für eine sorgfältige Analyse benötigen. „Die Polizei muss alle verfügbaren Beweise sammeln und auswerten, Zeugen befragen und die Geschehnisse rekonstruieren, um eine umfassende Untersuchung durchzuführen.“ Auch das Bildmaterial der Kameras müsse gesichert, angeschaut und strukturiert ausgewertet werden. „Sorgfalt und rechtliche Vorgaben haben hierbei Vorrang vor Geschwindigkeit“, betont die Sprecherin.

Bei Verdacht auf Straftaten darf die Polizei die Identität ermitteln

Doch wie genau funktioniert die Auswertung der Videoaufnahmen? Wenn es den Verdacht gibt, dass eine Straftat begangen wurde, darf die Polizei die Identität der entsprechenden Person ermitteln. Wie gut das gelingt, hängt laut der Polizeisprecherin von vielen Faktoren ab. „Wenn die Aufnahmen gut sind, die Gesichter der Personen klar erkennbar sind und es Vergleichsbilder in den Datensystemen gibt, kann die Identifizierung relativ einfach sein.“

Der Abgleich passiere mit Polizeidatenbanken, sozialen Medien oder öffentlich zugänglichen Quellen. „In einigen Fällen können auch unsere Spezialisten für Gesichtserkennung eingesetzt werden, um Personen zu identifizieren, indem ihre Gesichtszüge mit denen in den polizeilichen Datenbanken abgeglichen werden“, so die Sprecherin.

Erschwert wird das Ganze durch unscharfe Bilder, eine schlechte Beleuchtung, wenn das Gesicht verdeckt wird oder Personen nicht polizeibekannt sind. Auch schnelle Bewegungen oder Menschenmassen erschweren die Auswertung der Kamerabilder.

In der Silvesternacht schossen Menschen in der Innenstadt teils wild mit Böllern und Raketen um sich. Die Heilbronner Polizei wertet derzeit noch Kamerabilder aus dieser Nacht aus.
In der Silvesternacht schossen Menschen in der Innenstadt teils wild mit Böllern und Raketen um sich. Die Heilbronner Polizei wertet derzeit noch Kamerabilder aus dieser Nacht aus.  Foto: Ralf Seidel

Staatsanwaltschaft muss jeden Einzelfall prüfen – Keine Anzeigen aus der Silvesternacht

Die Identität von unbeteiligten Menschen dürfen die Polizisten dabei nur in Ausnahmefällen ermitteln. Nämlich dann, wenn es „zur Aufklärung einer Straftat geboten ist“, erklärt die Sprecherin. „Jeder Sachverhalt muss einzeln betrachtet und bewertet werden.“

Nach Abschluss der Ermittlungen müssen die einzelnen Fälle an die Staatsanwaltschaft geschickt werden, die ihrerseits in jedem Einzelfall prüfen muss, ob eine Straftat begangen wurde und Anklage erhoben wird. „Auch dies ist ein nicht zu unterschätzender Zeitfaktor.“ Zu alledem kommt: Bisher gibt es keine einzige Anzeige zu einer Sachbeschädigung oder Körperverletzung, die mit der Silvesternacht auf dem Heilbronner Marktplatz zusammenhänge, so die Sprecherin. 




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