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Prüfung für Hund und Halter
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Rettungshunde üben in Heilbronn den Ernstfall: Wie die Spürnasen Vermisste finden sollen

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Wenn Menschen vermisst werden, kommen sie zum Einsatz: Rettungshunde sollen mit ihren Spürnasen helfen, Personen in Notlagen zu finden. Beim Prüfungstag der Rettungshundestaffel Unterland in Heilbronn zeigen sie ihr Können. 

Von Peter Klotz  

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Dass die Nase des Hundes mehr als tausendmal besser riechen kann, als die des Menschen, ist ein Wert, den man sich nicht wirklich vorstellen kann. Nachhaltig ist aber der Eindruck, den Rettungshunde und ihre Hundeführer bei der jährlich zu wiederholenden Eignungsprüfung in Heilbronn ablegen. Wie wichtig das ist, zeigt auch ein Fall aus dem Februar 2025: Hier hatte Rettungshund Merlin aus Beilstein eine 79-jährige Vermisste gefunden. 

Prüfung für Hund und Halter: Rettungshunde müssen in Heilbronn „Vermisste“ finden

Bei der Prüfung muss der Hund auf einem 50 Meter breiten und 300 Meter langen Waldstück eine bis drei versteckte Personen “erschnüffeln“. Beeindruckend ist es, wenn “Dante”, der belgische Schäferhund von Antje Kittner, mit vollem Tempo einen Weg entlang rennt, plötzlich stehen bleibt, bellt und die am Boden hinter einem Holzstapel kauernde Person anzeigt. Das war ein Erfolg nach zwei Minuten.


Das Team aus Hundeführer und Hund hat 25 Minuten Zeit, um das Waldstück abzusuchen. Bevor es losgeht, verwenden die Hundeführer ein Spray, um die Windrichtung zu bestimmen, denn natürlich kann das Tier nicht gegen den Wind riechen. Das Gebiet taktisch einzuteilen, ist eine Aufgabe, die der Prüfling dem Hund vorgibt. Am Ende beurteilt Prüfer Achim Friedel aus Göppingen die Aktion. Er findet, der Hund sei motiviert und sehr selbständig vorgegangen, das “sehr schick” in seinem Urteil entspricht der Note “sehr gut.”

Erfolg dank Spürnasen-Training: Rettungshundestaffel fand Vermissten aus Schwäbisch Hall

Prüfungsleiter Walter Baer von der Rettungshundestaffel Unterland war zuständig für die Einteilung der insgesamt zwölf Prüflinge und für die variierende Zahl an versteckten Personen. Hier muss der Prüfling selbst entscheiden, ob sein Hund schon das gesamte Gebiet abgesucht hat oder er ihn nochmal ins Gelände schickt.

Wie hilfreich der Einsatz ist, zeigt ein Dankschreiben eine Familie aus Schwäbisch-Hall. Deren Großvater war im Sommer 2017 aus einer Reha-Einrichtung in Bad Wimpfen verschwunden. Die Polizei gab nach mehrstündiger Suche in den Abendstunden auf. Aber die Hundestaffel entdeckte den Mann auf einem Steilhang oberhalb der Bahnlinie und nachdem die Feuerwehr zwei Bäume gefällt hatte, konnte er erschöpft, aber gesund gerettet werden. 

Rettungshundestaffel Unterland: 15 ausgebildete Rettungshundeführer 

Die Rettungshundestaffel Unterland ist die älteste privatrechtliche Staffel Deutschlands und feierte im letzten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Günter Baumann, Zugführer und ehemaliger Vorstand, gibt einen Eindruck davon, mit wie viel Engagement die 15 Rettungshundeführer mit ihren Hunden, die zusätzlich notwendigen Suchtrupphelfer, Einsatzassistenten, Gruppen- und Zugführer bei der Sache sind.

Die Aufgabe der Rettungshundestaffel Unterland e.V. besteht darin, mit speziell ausgebildeten Teams (Mensch und Hund), vermisste Personen zu suchen und zu finden. Die Mitglieder arbeiten in engem Kontakt mit verschiedenen Organisationen wie zum Beispiel der Feuerwehr, der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischem Hilfswerk und der Notfallseelsorge.

Hundeführer und Hunde suchen bei jeglicher Witterung tagsüber und auch in der Nacht. Durch spezielle Suchtaktiken ist es möglich, auch große Gebiete in relativ kurzer Zeit sicher zu durchsuchen.

Gesucht werden oft kranke, demente, ältere oder suizidgefährdete Personen, aber auch Verletzte nach Unfällen, Verbrechen oder Katastrophen. Dies ist in der Fläche (Wald, Wiesen, offene oder schwer zugängliche Gebiete) oder in Trümmern (durch Erdbeben oder Explosionen zerstörte Gebäude) möglich. 

Anders als bei der Feuerwehr gibt es bei der Hundestaffel keinen Lohnersatz durch Kommunen, und auch die übrigen Kosten müssen selbst und durch Spenden getragen werden. So schlug die Umstellung auf Digitalfunk, wichtig bei gemeinsamen Einsätzen im Rahmen des Katastrophenschutzes, mit 40.000 Euro zu Buche. Auch das Vereinsheim und das Trümmergelände nebenan wurde komplett in Eigenleistung erstellt. Baumann schätzt, dass sich jährlich 20.000 Arbeitsstunden auf die 40 aktiven Mitglieder verteilen.

Übung für den Ernstfall: Rettungshunde legen Trümmerprüfung ab

Neben der Geländeprüfung müssen die Teams auch eine Trümmerprüfung ablegen. Dabei werden Menschen in dem eigens geschaffenen Trümmerfeld mit großen Steinen, Metallstücken und anderen Hindernissen versteckt. Zu ihren Verstecken kommen sie über ein weit verzweigtes Röhrensystem unterhalb. Hier sollen die Hunde den Standort der gesuchten Person möglichst genau erschnüffeln und somit den ihnen folgenden Suchtrupps Hinweise geben.




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