Nicht jedes Kind kann Josef-Schwarz-Schule besuchen: Diskussion um Aufnahmekriterien
Die private Josef-Schwarz-Schule im Neckarbogen entscheidet allein, welche Kinder sie aufnimmt – das gilt auch für Grundschüler aus dem Stadtteil. Dies hatte für Irritationen gesorgt – und war nun Thema im Heilbronner Gemeinderat.
Die Diskussion über die Josef-Schwarz-Schule (JSS) hat den Gemeinderat der Stadt Heilbronn erreicht. Im Verwaltungsausschuss des Gremiums hat die Verwaltung ihre Sicht dargestellt, wonach eine öffentliche Schule im Stadtteil nicht nötig ist.
In den Sommerferien war bekannt geworden: Fälschlicherweise hatten viele gedacht, dass Grundschüler, die im Neckarbogen wohnen, automatisch die Schwarz-Schule besuchen können. Sie ist aber eine Privatschule und entscheidet allein darüber, welche Kinder sie nimmt. Das Thema bewegt auch den Gesamtelternbeirat der Stadt.
Öffentlicher Schule im Neckarbogen? Josef-Schwarz-Schule offenbar nicht für jedes Kind geeignet
Im laufenden Schuljahr habe gerade einmal eine Familie eine Aufnahme in der ersten Klasse der JSS beantragt und sei genommen worden, sagte Bürgermeisterin Agnes Christner, deren Dezernat unter anderem für Bildung und Betreuung zuständig ist. In den kommenden sechs Jahren würden nach den Sommerferien nur jeweils unter zehn Kinder aus dem Neckarbogen überhaupt schulpflichtig werden.
Zudem wollten nicht alle Eltern ihr Kind an der JSS anmelden, nicht für alle Kinder sei das Schulprofil gut, sagte sie den Stadträten. Kinder aus dem Neckarbogen gehören zum Schulbezirk der Dammgrundschule.
Öffentliche Schule für den Neckarbogen? So äußern sich Heilbronner Gemeinderäte
SPD-Fraktionssprecher Rainer Hinderer forderte die Verwaltung dazu auf, sich nach den Aufnahmekriterien an der Privatschule zu erkundigen. Zugleich erinnerte er an eine Vorlage vom Spätjahr 2022: Damals teilte das Rathaus dem Gemeinderat mit, dass die Dieter-Schwarz-Stiftung das Schulgeld für Grundschüler aus dem Neckarbogen übernimmt, sofern die Eltern unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegen. "Es war so zu lesen", sagte er, "dass alle Kinder aus dem Neckarbogen aufgenommen werden." Dass es gerade keinen Bedarf einer weiteren öffentlichen Schule gebe, sei zu verstehen.
Thomas Randecker, CDU-Fraktionschef, erinnerte daran, dass die Dammgrundschule für mehrere Millionen Euro saniert worden sei. Er ergänzte: "Unsere Aufgabe ist es, alle städtischen Schulen so auszustatten, dass alle Kinder gern hingehen."
Auch im Gesamtelternbeirat der Stadt Heilbronn ist die Schule ein Thema.
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