Geld für Schulen: Elternvertreter warten auf Bekenntnis des neuen Gemeinderats
Das neue Schuljahr läuft, der Pflichtunterricht an vielen Schulen ist weitestgehend gedeckt: Diese Erwartungen hat die Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats. Und das sagt sie zur Situation im Neckarbogen mit der privaten Josef-Schwarz-Schule, die allein über die Aufnahme von Schülern entscheiden kann.

Das Schuljahr läuft. Und der Pflichtunterricht an den meisten Schulen ist weitestgehend abgedeckt, wie das Staatliche Schulamt in Heilbronn bei der Einstellung der neuen Lehrer offen zugegeben hat. Viel Luft für zusätzliche Programme gibt es demnach aber nicht. Viviane Kalisch hofft, dass trotz der knappen Personalsituation die Lehrer das Schuljahr über an ihren Schulen bleiben können. Die Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats erinnert sich an eine Situation im vergangenen Schuljahr, als mit Beginn des zweiten Halbjahres an einer Grundschule ein Lehrer weg musste - an eine andere Schule, um dort die Ausfälle zu kompensieren. Zusätzliche Angebote hätten damals gestrichen werden müssen. Und die Schüler hatten einen Lehrer nicht mehr, an den sie sich gewöhnt hatten. "Das war nicht schön für die Kinder."

Für die Lehrerversorgung ist das Land zuständig, die Stadt Heilbronn und den Gemeinderat nimmt Viviane Kalisch an anderer Stelle in die Pflicht. "Unser Thema ist die Sanierung der Schulen." Gespannt wartet der Gesamtelternbeirat darauf, wie der neue Gemeinderat das Thema vorantreibt. Und sehr schnell leitet sie im Gespräch zur privaten Josef-Schwarz-Schule über, deren neues Gebäude zu Beginn des Schuljahrs ihre Türen geöffnet hat. Über die Sommerferien ist bekannt geworden: Irrtümlich hatten viele gedacht, dass Grundschüler , die im Neckarbogen wohnen, automatisch die Schule besuchen können. Das ist aber nicht der Fall, die Privatschule entscheidet allein darüber, welche Kinder sie aufnimmt. Üblich ist, dass Mädchen und Jungen aus dem Neckarbogen die Dammgrundschule besuchen. Für Kinder aus dem Neckarbogen, die die Schwarz-Grundschule besuchen, übernimmt die Dieter-Schwarz-Stiftung das Schulgeld bis zu einem gewissen Einkommen der Eltern. In Kürze will sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen. Erste Stimmen im Gremium fordern bereits, dass eine öffentliche Grundschule im Neckarbogen gebaut werden sollte.
Das Gebäude der Josef-Schwarz-Schule gilt als eines der modernsten im Land
Die Schwarz-Schule gilt als eines der modernsten Schulgebäude in Deutschland. "Alle sehen, welche Bedeutung die Räume haben", sagt Viviane Kalisch. "Es ist klar, dass dies unter Eltern Begehrlichkeiten weckt." Attraktive Schulgebäude, schöne Höfe: "Das kann die Stadt beeinflussen", sagt sie. Das sei allein schon wegen der Ganztagsbetreuung notwendig, wenn Kinder viel Zeit in den Schulen verbringen.
Für den Gesamtelternbeirat kommt ebenfalls überraschend, dass Neckarbogen-Grundschüler nicht automatisch die Schwarz-Schule besuchen dürfen. "Wir haben diese Schule als Ersatz für eine städtische Schule im Neckarbogen gesehen", sagt sie. Es habe sogar Familien gegeben, die deshalb überlegt hätten, in den neuen Stadtteil zu ziehen. Ob es eine Familie tatsächlich gemacht hat, weiß Viviane Kalisch aber nicht. Anders ist die Situation an der Dammgrundschule: Sie wird über das Startchancen-Programm gefördert. Nach Angaben aus dem Kultusministerium wird über Startchancen Geld "im großen Stil ziel- und bedarfsgenau dorthin fließen, wo Unterstützung am nötigsten ist, um Schulen zu stärken, Chancen zu eröffnen, Zukunft zu gestalten". Welche Schulen in das Programm gekommen sind, war unter anderem vom Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund sowie der durchschnittlichen Kaufkraft abhängig.
Private und öffentliche Schulen: Diese Forderung hat die Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats
Viviane Kalisch bedauert eines: Noch immer denken viele Eltern, dass Kinder an Privatschulen eine bessere Bildung erhalten. "Das Ziel muss sein, dass dieser Eindruck nicht entsteht." Öffentliche Schulen, sagt die Elternvertreterin, müssten genauso gut aufgestellt sein wie private. Grundschulen leisen ihrer Ansicht nach auch in einem anderen Bereich eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: Sie seien die einzige Schulart, in der tatsächlich alle Kinder aus verschiedenen Schichten zusammen sind. "Das ist eine wichtige Erfahrung für die Kinder."
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare