Prozess um versuchten Mord in Heilbronn: Sitzung endet nach gut 30 Minuten
Unter anderem gemeinschaftlich versuchten Mord wirft die Heilbronner Staatsanwaltschaft sieben jungen Männern vor. Der Prozess vor der zweiten Großen Jugendkammer drohte kurzzeitig zu platzen.
Der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen sieben junge Männer vor dem Heilbronner Landgericht am Dienstag, 3. Juni, war nach gut einer halben Stunden schon wieder beendet. Zweck der Sitzung war einzig, dass der Prozess insgesamt nicht platzt und deshalb nicht komplett neu aufgerollt werden muss.
In der Woche davor fiel die Verhandlung aus, weil ein Richter erkrankte. Damit drohte der zweiten Großen Jugendkammer zwischenzeitlich, dass sie die gesetzlich vorgeschriebenen Unterbrechungsfristen für die Hauptverhandlung nicht würde einhalten können.
Schnelles Ende beim zweiten Prozesstag: Mordversuch in Heilbronner Wohnung?
Staatsanwalt Michael Koch wirft den Angeklagten unter anderem gemeinschaftlich versuchten Mord vor. Dafür sollen sich die 20 bis 22 Jahre alten Männer am Abend des 9. September vergangenen Jahres mit dem Ziel verabredet haben, gemeinsam Vater und Sohn der Familie Erg. in deren Heilbronner Wohnung zu töten.

Das Motiv sei laut Anklage die Wahrung der Familienehre des Hauptangeklagten E. gewesen. Wenige Stunden vor dem bewaffneten Überfall soll der Sohn der Familie Erg. bei einem Spaziergang mit der Schwester des Hauptangeklagten E. beobachtet worden sein.
Prozess am Heilbronner Landgericht: Sieben junge Männer angeklagt
Eigentlich wollte der Vorsitzende Richter Alexander Lobmüller den sieben Angeklagten am zweiten Verhandlungstag die Möglichkeit geben, sich zu ihren persönlichen Verhältnissen und zur Sache zu äußern. Dafür war am Dienstag aber keine Zeit. So äußerten sich lediglich die drei Beschuldigten P., M. und H. zu ihrer Person.
Demnach leben alle drei noch in den elterlichen Wohnungen in Heilbronn und Lauffen. Alle gaben an, in einem guten, familiären Verhältnis zu leben. Der in Rumänien geborene und seit der dritten Klasse in Deutschland lebende P. brach nach seiner mittleren Reife offenbar Ausbildungen als Mechatroniker und Friseur ab. Bis zu seiner Verhaftung habe er im elterlichen Betrieb gearbeitet. Sein Vater betreibe ein Subunternehmen im Baugewerbe.
M. ist in Italien geboren und lebt seit 2013 in Deutschland. Zunächst in Heilbronn, mittlerweile in Lauffen. Nach seinem Hauptschulabschluss sei er ein Jahr als Leiharbeiter beschäftigt gewesen. Danach soll er sich im Gastronomiebetrieb seines Onkels versucht haben. 2024 habe er eine Ausbildung als Elektrotechniker in einem Talheimer Unternehmen angefangen.
Versuchter Mord? Sieben Verdächtige in Heilbronn vor Gericht
H. ist in Heilbronn aufgewachsen und lebe seit er denken könne mit seinen Eltern in einer Drei-Zimmer-Wohnung. In der Familie würde türkisch gesprochen. Sie seien gläubige Moslems. Nach dem Realschulabschluss versuchte H. vergeblich, das Fach-Abitur zu machen.
Eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker habe er abgebrochen und Minijobs angenommen. Vor seiner Verhaftung habe auch er zuletzt eine Ausbildung zum Elektrotechniker im selben Talheimer Unternehmen wie M. angefangen. Dort soll offenbar auch der Hauptangeklagte E. bis zu seiner Verhaftung eine Ausbildung machen.
Prozess vor zweiter Großer Jugendkammer in Heilbronn: Ersatztermin wurde kurzfristig beschlossen
Der Ersatztermin am Dienstag wurde kurzfristig anberaumt. Dafür musste die Kammer drei Berufsrichter, zwei Schöffen, 13 Verteidiger, eine Anwältin der Nebenklage, Vertreter der Jugendgerichtshilfe sowie zwei Dolmetscher unter einen Hut bringen.
Aus terminlichen Gründen stand dem Gericht dafür nur rund eine halbe Stunde zur Verfügung. Der Prozess wird am Donnerstag, 12. Juni, um 9 Uhr fortgesetzt. Insgesamt hat die Kammer bis Oktober 15 Verhandlungstage angesetzt.
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