Gewaltbereitschaft gestiegen: So viele Straftaten verzeichnet die Polizei Heilbronn
Die Gewaltbereitschaft im Raum Heilbronn nimmt zu. Das geht aus der Kriminalstatistik der Polizei für 2025 hervor. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Aufklärungsquote ist hier so hoch wie nirgends sonst in Baden-Württemberg.
Das Polizeipräsidium Heilbronn hat am Donnerstag seine Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Sorge bereitet Polizeipräsident Frank Spitzmüller „die in Teilen der Bevölkerung vorherrschende Gewalt, die sich in den gestiegenen Rohheitsdelikten, darunter Körperverletzung, Raub und Bedrohung, widerspiegelt“, sagt der 53-Jährige. Diese sind im vergangenen Jahr um 13,5 Prozent auf 7064 Fälle angestiegen. Insgesamt sind die Straftaten um knapp neun Prozent auf 37.861 registrierte Straftaten im Präsidiumsbereich gestiegen.
Mehr Straftaten im Raum Heilbronn – Polizei hat hohe Aufklärungsquote in der Stadt
Die Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums Heilbronn liegt mit 62,9 Prozent über der landesweiten Aufklärungsquote von 62,5 Prozent. Somit liegt sie seit bereits neun Jahren konstant über 60 Prozent. Der Stadtkreis Heilbronn liegt bei der Aufklärungsquote auf dem ersten Platz des landesweiten Vergleichs der Stadtkreise und damit vor Städten wie Stuttgart, Pforzheim, Mannheim, Heidelberg oder Karlsruhe, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung.
Fast täglich Gewalt gegen Beamte: „Wir als Polizei werden uns aber keinesfalls wegducken“
Zunehmende Gewaltbereitschaft bekommen auch immer öfter Polizeibeamte zu spüren. 180 wurden im vergangenen Jahr im Dienst verletzt, drei davon schwer. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein nicht unerheblicher Anstieg der Fälle der Gewalt gegen Polizeibeamte erkennbar, heißt es in der Meldung. Von 282 Fällen im Jahr 2024 stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 339. Das bedeutet, dass es nahezu täglich zu Gewalt gegen Polizeibeamte im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn kommt. In mehr als 50 Prozent der Fälle standen die Täter unter Alkoholeinfluss.
„Für meine Kolleginnen und Kollegen stellen gewaltsame Konfrontationen leider ein anhaltendes Problem dar, das ihre tägliche Arbeit erheblich beeinträchtigt. Wir als Polizei werden uns aber keinesfalls wegducken“, sagt Spitzmüller. In einigen Teilen der Bevölkerung sinke die Hemmschwelle. Es bestehe offenbar keine ausreichende Kompetenz zur gewaltfreien Konfliktlösung, teilt er weiter mit.
Einbrüche im Raum Heilbronn belasten Sicherheitsgefühl
Wohnungseinbrüche belasten das Sicherheitsgefühl der Betroffenen enorm. 36 Einbrüche mehr als im Vorjahr verzeichnete die Polizei im Vorjahr. Das bedeutet insgesamt 424 Fälle, von denen 143 im Versuchsstadium blieben. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist die Zahl leicht gestiegen.
Vor zehn Jahren, als es in der Region zu einer Welle von Einbrüchen gekommen war, waren die Zahl doppelt so hoch. Der Rückgang sei auf Prävention und auf erfolgreiche Ermittlungsverfahren zurückzuführen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 64,2 Prozent, ein Anstieg von 9,5 Prozent.
So hoch ist die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten im Raum Heilbronn
Im vergangenen Jahr ist es zu 29 Straftaten wie Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und Schwangerschaftsabbruch in der Region gekommen. Dies entspricht dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote lag bei fast 100 Prozent, teilt die Polizei weiter mit. Insgesamt wurden elf Menschen getötet, 18 Taten blieben im Versuchsstadium. Sieben Straftaten gegen das Leben standen im Zusammenhang mit Partnergewalt. Einer dieser Fälle ereignete sich im Juni, als ein 28-jähriger Mann seine 39-jährige Ex-Partnerin entführte.
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